Rat beschließt Preiserhöhung für Baugebiet „Am Weden“

Bürgermeister Dreyer verteidigt Kaufpreiserhöhung

Klaus Dreyer, Bürgermeister von Hassendorf, verteidigt die Erhöhung der Kaufpreise für das Baugebiet „Am Weden“. - Archivfoto: Quebe

Hassendorf - Von Joris Ujen. Die Aktualisierung des Kaufpreises des Baugebiets „Am Weden“ war bei der Hassendorfer Gemeinderatssitzung am Montagabend im Dorfgemeinschaftshaus ein nur kurz diskutiertes und dann beschlossenes Thema. Einstimmig votierte das Gremium für eine Preiserhöhung. Für die Bürgerinitiative (BI) „gegen Gasbohren im Landkreis Rotenburg“ ist die Meinung zu dem Bauvorhaben aber eine ganz andere.

„Von den neun Bauplätzen sind fünf verkauft und das erste Haus bezogen“, sagte Hassendorfs Bürgermeister Klaus Dreyer (SPD) zu Beginn des Tagesordnungspunktes. Seinen Informationen zufolge seien zudem zwei weitere Grundstücke im Bau. „Nichtsdestotrotz haben wir noch einige Kosten als Gemeinde zu bewältigen.“ Deswegen hatte das Gremium schon vor zwei Jahren empfohlen – als das Bauvorhaben den Gemeinderat passiert hatte – nicht alle Bauplätze sofort zu veräußern. Die Hassendorfer Gemeindeverwaltung schlug dem Rat zudem vor, die Preise für die restlichen Grundstücke von 62 Euro auf 67,50 Euro pro Quadratmeter zu erhöhen. „Unter anderem muss noch der Endausbau der Straße erfolgen sowie eine Internetleitung verlegt werden“, begründete Dreyer die geplante Steigerung. „Wir liegen mit diesem Preis aber immer noch sehr günstig.“ Laut Bürgermeister kostet ein Quadratmeter in der Gemeinde Sottrum rund 85 Euro. „Wir können uns aber nicht mit Sottrum und der Infrastruktur vergleichen“, ergänzte er.

Nach seinem Vortrag folgte auch gleich das einstimmige Votum für die Preiserhöhung – Wortbeiträge seitens der Ratsmitglieder gab es keine. Einer der anwesenden Bürger teilte allerdings nicht die geschlossene Meinung der Politiker.

Jochen Richert, Vorsitzender von der BI „gegen Gasbohren im Landkreis Rotenburg“, verteilte während der Sitzung ein Schreiben an die Pressevertreter. Für den Verein sei das Bauvorhaben unverantwortlich. Die BI argumentiert wie folgt: „Durch die unmittelbare Nähe einer Wohnbebauung zur Förderbohrstelle Bötersen Z7/7a sind gesundheitliche Risiken im Kaufpreis enthalten.“ Mit dem Ratsbeschluss werde überteuertes Bauland mit einem möglichen gesundheitlichen Gefahrenpotenzial angeboten.

„An der Bohrstelle Bötersen Z11 ist das laufende Grundwasser-Monitoring noch nicht abgeschlossen und es sind von Exxon hier weitere Bohraktivitäten zu erwarten“, heißt es weiter in dem Schreiben. Das Hassendorfer Baugebiet „Am Weden“ liege genau im Abstrom der Grundwasserfließrichtung zu Bötersen Z11. Richert schreibt des Weiteren in seiner Mitteilung, dass der Gemeinderat über „keine gesundheitliche Unbedenklichkeitsbescheinigung“ verfüge. Weder von Exxon, vom Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG), vom Krebsregister Niedersachsen noch vom Landkreis Rotenburg.

Bürgermeister weist auf Rechtskraft hin

Bürgermeister Klaus Dreyer betont in einer Stellungnahme zu Richerts Schreiben, er, Richert, möge „endlich zur Kenntnis nehmen, dass der dortige Bebauungsplan rechtskräftig abgeschlossen ist und alle zu beteiligten Stellen, Ämter und Behörden keinerlei Umweltgefahren festgestellt hatten“.

Die Behauptung von Richert bezüglich eines überhöhten Kaufpreises für die Bauplätze „Am Weden“ weist Dreyer zurück: „Für die Gemeinde müssen die Kaufpreise auskömmlich sein und die bisherige Nachfrage ist groß.“ Immerhin sei der jetzt einstimmig vom Gemeinderat festgesetzte Kaufpreis äußerst moderat. Der Bürgermeister habe immer geglaubt, dass die Aufgabe der Bürgerinitiative gegen Gasbohren nicht darin bestehe, die Kaufpreise von Grundstücken zu überprüfen beziehungsweise infrage zu stellen. Dreyer: „Als selbstbehaupteter ,Träger öffentlicher Belange‘ sollte Herr Richert nicht noch weiter die Grundstücke in der Gemeinde Hassendorf schlechtreden beziehungsweise -schreiben.“ Dort lasse es sich sehr gut leben, wie auch das Grundstück von Richert seit vielen Jahrzehnten zeige.

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