„Gesundes Mittelmaß“

Gemeindedirektor Holger Bahrenburg und der Blick auf Innenverdichtung

Das Neubaugebiet „Dannert IV“ in Sottrum
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Neubaugebiet „Dannert IV“: Die Nachfrage nach Bauplätzen ist hoch.

Sottrum - Im Maßnahmenkatalog „Sottrum 2030“ hat sich die Gemeinde Sottrum auch dem Blick auf die Innenverdichtung und der Entwicklung neuer Baugebiete verschrieben.

Die Liste ist lang: Etwa 300 Anfragen für Bauplätzen hat die Gemeinde Sottrum derzeit auf dem Tisch liegen, zugleich möchte die Kommune verstärkt ihr Augenmerk auf den Innenbereich und auf Altbestände richten. Dabei steht das Handlungsfeld „Wohnen und soziale Infrastruktur“ im Maßnahmenkatalog „Sottrum 2030“ ganz vorne. „Das ist allerdings keine Priorisierung“, betont der Sottrumer Gemeindedirektor Holger Bahrenburg.

Fakt ist aber, dass derzeit Angebot und Nachfrage in Sachen Wohnraum weit auseinanderliegen, „und das ist auch der Grund, weswegen sich Sottrum damit beschäftigen muss“, so Bahrenburg. Momentan läuft noch der Verkauf von Grundstücken im Gebiet „Dannert IV“, am Uhlenkampsweg sollen etwa 45 Grundstücke entstehen, über zwei weitere Gebiete, so der Gemeindedirektor, werde aktuell beraten. „Damit können wir einen Teilbedarf decken, aber nicht alles.“ Zugleich sind auch Mietwohnungen in Sottrum eher rar gesät. „Dabei brauchen wir gerade kleinteiligen Wohnraum für Auszubildende und Singles, daher müssen wir auch in diesem Bereich ein höheres Angebot schaffen“, erläutert Bahrenburg.

Seniorengerechtes Wohnen im Fokus

Im Fall der Bauplätze kommen viele Anfragen von ehemaligen Bürgern der Gemeinde, die zurück in ihre Heimat ziehen und dort bauen wollen. Zum anderen sind es Sottrumer über 50 Jahre, die an Flächen interessiert sind, weiß Bahrenburg. „Viele wollen sich verkleinern und ebenerdig wohnen.“

Denn auch auf seniorengerechtes Wohnen werde die Gemeinde gezielt ein Auge werfen müssen, so Bahrenburg. „Wir wollen Menschen die Möglichkeit geben, möglichst lange eigenständig zu leben, und dafür muss entsprechender Wohnraum da sein.“

Vor allem sind es konkrete Anfragen für Grundstücke und den Bau von Einfamilienhäusern, aber auch bereits fertiggestellter Wohnraum für Ältere ist ein Thema: „Ich finde Wohnprojekte super, in denen junge Menschen die Älteren unterstützen und so eine Win-win-Situation entsteht“, so Bahrenburg. „Da muss die Gemeinde hinschauen.“

Wir wollen neben Neubaugebieten auch die Altbestände im Auge behalten.

Holger Bahrenburg, Gemeindedirektor

„Dannert IV“ und „Uhlenkampsweg“ sind zwei Fälle, in denen die Kommune Bauland außerhalb des Ortskerns ausgewiesen hat. Doch gerade die Bereiche innerorts will die Gemeinde stärker in den Fokus nehmen. „Wir wollen neben den Neubaugebieten auch die Altbestände im Auge behalten, dort wo Leerstände entstehen eine Nachnutzung sicherstellen“, so Bahrenburg. „Natürlich wollen wir nicht alles verdichten, es geht uns aber um ein gesundes Mittelmaß. Und auch darum, im Außenbereich nicht zu viele Flächen zu verbrauchen und darauf, dass beim Flächenverbrauch die Landwirte nicht hinten rüber fallen.“

Verkehrsplaner soll für Entschärfung sorgen

Gleichzeitig hat die Gemeinde einen Verkehrsplaner beauftragt, denn mit einer weiteren Verdichtung rollen künftig auch mehr Fahrzeuge durch den Ort. „Das kann eine erhebliche Belastung für den Bestand nach sich ziehen“, erklärt Bahrenburg. „Durch die Bundesstraße ist Sottrum, was das angeht, ohnehin schon sehr gebeutelt. Ein Verkehrsplaner soll sich mit den Punkten auseinandersetzen und für Entschärfung sorgen, Möglichkeiten aufzeigen, wie wir den Verkehr hinausbekommen und wie die Fahrradmobilität im Ortskern zunehmen kann.“

Im Zuge des Maßnahmenkatalogs plant die Gemeinde auch, Bebauungspläne auf den Prüfstand zu stellen. „Es gibt einige, die mittlerweile nicht mehr zeitgemäß sind, Festsetzungen, die wir heute anders betrachten müssten“, erklärt Bahrenburg. Er hofft, dass, wenn die Samtgemeinde im Rathaus jemanden postiert, der sich mit den Gemeinden und deren Baugebiete befasst, auch andere Mitgliedsgemeinden auf den Zug aufspringen. „Es geht um einen Leitfaden, nach dem sich jede Gemeinde fragen kann, in welche Richtung sie sich entwickeln will“, so der Gemeindedirektor. „Und es geht darum, dass dieser Leitfaden die jeweiligen Stärken und Schwächen der Kommunen dabei berücksichtigt.“

Holger Bahrenburg

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