„Wir bauen Luftschlösser“

Gemeinderat Horstedt stellt Planungen zum Gewerbegebiet zurück

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Derzeit ist nicht klar, wann es mit den Planungen für ein Gewerbegebiet an der Horstedter Straße „Auf dem Hasenberge“ weitergeht.

Horstedt - Von Antje Holsten-Körner. Die Planungen für ein Horstedter Gewerbegebiet, das sich an die Bebauung „Auf dem Hasenberge“ anschließt, hat der Gemeinderat in seiner Sitzung zurückgestellt. Bürgermeister Michael Schröck (SPD) stieß auf Gegenwind seiner Ratskollegen.

Da Schröck eine Möglichkeit gefunden hat, Zuschüsse zu bekommen, wollte er gerne die Planungen voranbringen. Er habe ein „wundervolles Programm aufgetan, wo es bis zu 90 Prozent Zuschüsse gibt“ erklärte er zu der Vorlage, die zur Diskussion stand. Es gebe Interessenten, die gegebenenfalls in zwei Jahren Grundstücke bräuchten, erklärte Schröck weiter. Vorgespräche zwecks Ankauf der Flächen hätten bereits stattgefunden. „Durch die Zuschüsse können wir den Gewerbetreibenden günstig die Grundstücke anbieten“, sagte der Bürgermeister.

Planungen sollen fortgeführt werden - ohne Kosten zu verursachen

Die erhoffte Zustimmung gab es nicht von allen Ratsmitgliedern. „Wir bauen Luftschlösser. Es ist ein gewaltiges Projekt, ich sehe keinen Bedarf, wir sollten es auf 2018 schieben“, appellierte Werner Dannigkeit (CDU) an die Kollegen. Das sah Dieter Szczesny (Grüne) anders: „Unsere Gewerbesteuer ist eingebrochen“, wies er auf die Haushaltslage hin. Und weiter: „Wenn Selbstständige erweitern müssen und wir nichts anbieten können, gehen sie woanders hin. Die Chance sollte man auf keinen Fall abschneiden.“ Wichtig sei allerdings, um konkurrenzfähig zu sein, zu einem Preis von unter 20 Euro anbieten zu können.

Für Jürgen Schlobohm (WFB) ist dagegen der Standort falsch. Er bevorzuge Clünder wegen der Nähe zur Autobahn. Thomas Borchers (CDU) wollte wissen, wie viele konkrete Anfragen überhaupt vorlägen. „Ursprünglich waren es 14 Anfragen“, antwortete Schröck, der aus dem Stehgreif nicht sagen konnte, wer immer noch Interesse hat. Schlobohm und Dannigkeit waren sich einig, wegen der ungewissen Baukosten beim Tine-Meyer-Haus und der nicht optimalen Haushaltslage, das Gewerbegebiet auf unbestimmte Zeit zu verschieben. Damit zeigte sich Szczesny nicht einverstanden: „Wir sollten die Planung fortführen, ohne Kosten zu verursachen.“

Abstimmung vertagt

Da die neuen Ratsmitglieder noch nicht mit den bisherigen Unterlagen zum Gewerbegebiet vertraut sind, einigte man sich, die Abstimmung zu vertagen und dass Schröck allen Unterlagen mit konkreten Zahlen zur Verfügung stellt.

Aus dem Vorjahr sind für Planungen sogar noch 30.000 Euro in den Haushalt eingestellt. Ein kleiner Teil des Geldes könnte jetzt in ein im Januar beschlossenes Emissionsgutachten für ein Baugebiet in Winkeldorf fließen. „Dies konnte bisher nicht erfolgen, da wir den Haushalt noch nicht beschlossen haben“, erklärte Schröck dazu. Er werde sich erkundigen, ob die Gemeinde den vorhandenen Haushaltsrest für das Gutachten verwenden darf.

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