Vielerorts entsteht neues Bauland

Die Gemeinden im Wachstum

Die Erschließung des Baugebiets „Dannert IV“ schreitet voran. Das nächste ist in Sottrum wie in einigen anderen Gemeinden bereits in Planung. Fotos: Röhrs

Sottrum - Von Matthias Röhrs. Sottrum ist begehrt bei den Bauherren, das ist immer wieder zu hören, wenn es um die dörfliche Weiterentwicklung in der Samtgemeinde geht. Tatsächlich sind fast alle Mitgliedsgemeinden dabei, neue Baugebiete zu entwickeln zu planen oder abzuschließen – wobei schon längst überlegt wird, wo denn das nächste entstehen könnte. Die Kerngemeinde Sottrum nimmt dabei wenig überraschend die Spitzenposition ein. Ein Bahnhof, ein ausreichendes Versorgungsangebot, Schulen und der nahe Autobahnanschluss locken viele Zuzügler an. Auch deshalb werden neue Wohngebiete dort in gewisser Regelmäßigkeit ausgewiesen. Andere Gemeinden setzen – manchmal auch gezwungenermaßen – auf langsameres Wachstum zur sogenannten Eigenentwicklung. Ein Überblick.

Mehr als 200 Bewerber in Sottrum

Die Wiese neben der neuen Kinderkrippe am Dannert gleicht in diesen Tagen mehr einer Wüste. Während der Außenbereich der Betreuungseinrichtung immer mehr Gestalt annimmt, sind die zukünftigen Straßen des geplanten Baugebiets „Dannert IV“ im Südwesten des Ortes schon als lange Sandkisten sichtbar, in denen gelegentlich ein Gully oder Stromkabel zu sehen sind. An der Bahn sind Arbeiter dabei, die Lärmschutzwände aufzubauen. Dort entsteht, was auf der gegenüberliegenden Straßenseite schon fertig ist. „Dannert III“ ist mittlerweile vollständig abverkauft.

Ab Februar, rechnet sich Gemeindedirektor Holger Bahrenburg aus, möchte man auch mit dem Verkauf der Grundstücke von „Dannert IV“ beginnen. Über den Preis muss aber erst noch entschieden werden. Doch mit der Entwicklung dieses Gebiets ist der Dannert für weitere Wohnbebauung erst einmal ausgeschlossen. Im Norden soll es dafür weitergehen. In der kommenden Woche startet das Bebauungsplanverfahren für ein Wohngebiet an den Straßen Uhlenkampsweg und Am Meyerhofe – „Uhlenkampsweg II“. Mehr als 200 Bewerbungen auf Grundstücke liegen der Gemeinde laut Bahrenburg aktuell vor. Bis es im Norden aber wirklich losgehen kann, wird noch einige Zeit ins Land ziehen. „Wir wollen uns kontinuierlich und nicht zu schnell entwickeln“, so der Gemeindedirektor.

Hellwege wächst stetig und langsam

Der allergrößte Teil des neuen Baugebiets „Am Sandgraben“ ist bereits fertig, und die meisten sind bereits in ihre neuen Häuser eingezogen. Manche sind zugezogen, andere kommen aus Hellwege und haben sich für das Alter einen neuen, barrierefreien Bungalow gebaut. Im kommenden Jahr wird die Gemeinde Hellwege dort den Endausbau der Straße voranbringen. Danach ist, bis auf vier geplante Plätze näher zur Ortsmitte Bauland in Hellwege ausgeschöpft. „Mittelfristig soll ein neues hinter dem Sandgraben entstehen“, so Bürgermeister Wolfgang Harling (SPD). Zur Eigenentwicklung, und das sei bereits im Flächennutzungsplan der Samtgemeinde angemerkt. Die schöne Natur in der Umgebung ist baulich ein Problem. Im Regionalen Raumordnungsprogramm (RROP) ist Hellwege als Naherholungsgebiet und nicht als Wohngebiet ausgewiesen. Neues Bauland ist nur in Maßen möglich. Bis dann wieder etwa 25 neue Grundstücke auf dem Markt sind, könnte es daher noch einige Jahre dauern.

Aber auch in Hellwege sei die Nachfrage sehr groß. Die Nähe zu Dodenhof und zum Autobahnanschluss Posthausen würden zur Attraktivität beitragen, so Harling, dazu komme die Lage in der Natur, sagt Harling. Rund die Hälfte der Bauherren im Gebiet „Am Sandgraben“ seien Zugezogene.

Ahausen dehnt sich nach Westen aus

Auch Ahausen hat den Status als Erholungsgebiet, möchte aber bald im RROP als Wohngebiet gelten. Die Voraussetzungen sind laut Bürgermeister Claus Kock (CDU) gegeben: Es gibt einen kleinen Supermarkt, die Volksbank hat immer noch ihre Filiale im Ort, eine Schule, Kindergarten – alles ist gegeben. Die Zeichen stehen auf Wachstum, doch das ist nicht einfach, da beispielsweise das Überschwemmungsgebiet des Ahauser Bachs im Norden Grenzen setzt. Eine Ausdehnung des Ortes ist vernünftigerweise nur im Westen Richtung Hellwege möglich. Dort beginnt ebenfalls bald ein neues Bebauungsplanverfahren für einen privaten Investor, der nördlich der Hellweger Straße bis zu 14 Baugrundstücke erschließen will. Die Gemeinde Ahausen selbst hat sich ein Gebiet auf der gegenüberliegenden Straßenseite ausgeguckt.

Enge Grenzen in Hassendorf

Auch Hassendorfs Bürgermeister Klaus Dreyer (SPD) erreichen mehrmals im Monat Anfragen von Bauwilligen. Das kleine Baugebiet „Am Weden“ im Osten der Gemeinde ist soweit vom Markt. „Wir denken über ein kleines Gebiet in den nächsten Jahren nach“, so Dreyer. Die Standortfrage ist aber wie in Ahausen kniffelig, die Stromleitungen rund um das Dorf setzen enge Grenzen.

Reeßum steht am Anfang

Die Gemeinde Reeßum ihrerseits dehnt sich ebenfalls aus. Vorgesehen ist ein Baugebiet östlich der Straße Maschland. Das Grundstück ist bereits gekauft, dennoch steht man noch am Anfang, eine genaue Grundstückszahl steht daher noch nicht fest. Rund 20 könnten es werden, so Bürgermeister Marco Körner. Aktuell gebe es keine freien Bauplätze in Reeßum, dafür aber Bedarf. Zehn Anfragen gebe es, alle aus der Samtgemeinde.

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