Gemeindebrandmeister zieht Bilanz / 589 aktive Kameraden in Sottrum

Ein Blick auf das Jahr 2021: „Feuerwehr ist Teamarbeit“

Gemeindebrandmeister Björn Becker kniet an einem Stein vor der Sottrumer Feuerwehr.
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Gemeindebrandmeister Björn Becker setzt bei der Feuerwehr auf Teamarbeit. Die Einsatzkräfte haben es auch mal mit hoch radioaktiven Stoffen zu tun.

Sottrum – An 365 Tagen und das jeweils an 24 Stunden am Tag standen auch im vergangenen Jahr die Freiwilligen Feuerwehren in der Samtgemeinde Sottrum parat, um ehrenamtlich zu retten, zu löschen, zu schützen und zu bergen. „Es gibt bei der Feuerwehr nichts, was es nicht gibt“, betont Sottrums Gemeindebrandmeister Björn Becker in seiner Bilanz für das Jahr 2021.

Damit spielt er auf den Behälter mit Radiumtinktur an, der Ende September in Stapel gemeldet wurde. Damals hatte der Sohn des Eigentümers, der den Behälter in seinem Elternhaus entdeckte, die Feuerwehr gerufen. „Inzwischen bin ich fast Fachmann für Gefahrgut“, spielt Becker schmunzelnd darauf an, dass bereits mehrfach hoch radioaktiver Stoff im Mittelpunkt eines Einsatzes stand. Dieser Termin gehörte im vergangenen Jahr zu den 64 Hilfeleistungen, zu denen die Freiwilligen Feuerwehren der Samtgemeinde Sottrum alarmiert wurden. Außerdem gab es 28 Brände zu löschen sowie jeweils zwei Brandeinsätze und zwei technische Hilfeleistungen in benachbarten Gemeinden. Bei zwölf Alarmierungen rückte die Wehr vergeblich aus, denn es handelte sich um Fehlalarme.

Größter Einsatz war im vergangenen Jahr der Brand eines Wohnhauses am 24. März in Bötersen, zu dem neun Wehren gerufen wurden. „Leider war trotzdem nichts mehr zu retten“, sagt Björn Becker und bedauert sehr, dass die Hauseigentümer, Mutter und Sohn, bei dem Feuer ums Leben kamen. Einige Wochen zuvor, als in einer Halle Stroh brannte, waren in Bötersen schon einmal die Freiwilligen Feuerwehren gefragt. „Die Halle brannte nieder, durch den Einsatz konnten wir aber die umliegenden Gebäude retten“, so der Gemeindebrandmeister. Auch am 6. September, als mitten in der Nacht die Funkmelder ausgelöst wurden, da in Sottrum ein landwirtschaftliches Gebäude brannte, konnten die herbeigerufenen Wehren das Wohnhaus schützen. Zusammen mit dem Landwirt brachten Feuerwehrleute außerdem einige Tiere ins rettenden Freie.

Mit den 108 Einsätzen befindet sich das Einsatzgeschehen 2021 auf dem Niveau des Vorjahres, in dem die Kameraden 105 Mal ausrücken mussten. Los ging es im vergangenen Jahr bereits am 3. Januar, als ein Rauchmelder in einer Doppelhaushälfte ausgelöst hatte. „Glücklicherweise war es nur Rauch aus dem Ofen, den der Wind in das Wohnhaus zurückgedrückt hatte“, schildert Björn Becker die Situation. Das Jahr endete für die Feuerwehren am 27. Dezember mit einem Fehlalarm im Sottrumer Gewerbegebiet Barkhof.

Froh ist der Gemeindebrandmeister, dass die Wehren trotz der Corona-Pandemie jederzeit einsatzbereit waren. „Wir haben eine sehr motivierte Mannschaft, die weiß, welche Verantwortung jeder Einzelne hat“, so Becker und ergänzt: „Feuerwehr ist Teamarbeit.“

Für den Dienst an der Allgemeinheit stehen in den 15 Ortswehren der Samtgemeinde Sottrum 589 Aktive – und somit elf mehr als noch 2020 – bereit. Insider wissen natürlich, dass sich hinter der Steigerung weitaus mehr neue Feuerwehrleute verbergen, denn jedes Jahr werden diverse Kameraden in die Altersabteilung versetzt. „Die Imagekampagne ‚Wir brauchen dich‘ der Freiwilligen Feuerwehr Sottrum hat sich bezahlt gemacht“, erzählt Becker von der Aktion, bei der er vermutet, dass auch die umliegenden Ortswehren davon profitierten. Um die Freiwilligen Feuerwehren noch besser aufzustellen, ist derzeit der Aufbau eines Schulungs- und Logistikcenters für die Wehren im Gespräch. „Die Anforderungen, wie beispielsweise beim Atemschutz, werden immer höher“, erklärt Björn Becker.

In einem Gebäude könnten Schulungen durchgeführt wie auch Geräte gelagert werden. Beschlossen und in der Umsetzung befindet sich schon der Anbau an das Feuerwehrgebäude in Winkeldorf. „Ich gehe davon aus, dass der Bau 2022 über die Bühne geht“, meint der 45-Jährige, seit 2014 Gemeindebrandmeister, der im vergangenen Jahr der Freiwilligen Feuerwehr Hassendorf ein gebrauchtes Löschgruppenfahrzeug (LF) mit übergeben durfte, welches das in die Jahre gekommene „LF8“ ersetzt.

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