Kulturhistorischer Pfad

Gemeinde Reeßum will ihre Identität schärfen

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Den Osmannsee kennen außerhalb Reeßums nur wenige. Durch den kulturhistorischen Pfad soll er von Auswärtigen besser entdeckt werden können.

Reeßum - Von Matthias Röhrs. In der Gemeinde Reeßum soll es bald einen kulturhistorischen Pfad geben. So lautet zumindest der Plan unter anderem von Stefan Stawicki-Seifert und Bürgermeister Marco Körner. Der entsprechende Antrag an die Verbunddorferneuerung Wiestedörfer ist eingereicht, nun wartet man auf seine Bewilligung. Ist sie erfolgt, fängt die Arbeit allerdings erst richtig an.

Es ist ein Liebhaberprojekt. Der Pfad, so denkt man es sich in der Steuerungsgruppe zur Verbunddorferneuerung, soll zur Umweltbildung von Kindern beitragen, die touristische Attraktivität der Kräuterregion und die Naherholung fördern, vor allem aber die Identität innerhalb der Gemeinde stärken – vorhandenes Wissen vor dem Vergessen bewahren. „Wir wollen den Reeßumern zeigen, was Reeßum ist“, sagt Stawicki-Seifert feierlich. Der Pfad sei dabei sozusagen das verbindende Element zwischen den einzelnen Ortschaften der Gemeinde.

Onlineangebot mit QR-Codes im Gespräch

Alte Burgen und Hügelgräber, versteckte Seen, Obstwiesen mit alten Sorten – es gibt viele Punkte in der Gemeinde Reeßum, die eine historische Bedeutung haben, auch wenn man heute nicht mehr viel davon sehen kann. Dennoch lohne es sich nach Ansicht der Ideengeber zu wissen, wo beispielsweise einst die Burg Hainbruch oder die Clüversburg mit Herrensitz und Wassermühle standen, wo Heerstraßen oder die Bernsteinroute verliefen.

Dabei will man auch auf Vorhandenes zurückgreifen. Bereits jetzt stehen an manchen der für den kulturhistorischen Pfad angestrebten Haltepunkte Schilder, die auf die Bedeutung der Orte hinweisen. Doch es sollen mehr werden und vielleicht durch ein Onlineangebot über sogenannte QR-Codes ergänzt werden. Verbinden soll die Punkte ein Radwegenetz.

Ein ähnliches Projekt gibt es in Hetzwege

Ein ähnliches Projekt besteht im Scheeßeler Ortsteil Hetzwege. Rund um das Dorf gibt es seit einigen Jahren die „Entdeckertour“. An 15 Punkten kann man dort vieles über die Historie der Gegend lernen und beispielsweise sehen, wo einst der Postweg zwischen Bremerhaven und Hannover verlief oder erfahren, warum der hiesige Blocksberg für Landvermesser wichtig ist. Hervorgegangen ist diese Tour aus der Dorfchronik des hiesigen Kulturvereins „Hekiswidi“.

Wie in Hetzwege soll man aber auch in Reeßum ab und zu vom Fahrrad absteigen müssen. Schließlich geht es ja auch ein Stück ums Aktivsein, ums Entdecken, sagt Stawicki-Seifert. „Wir wollen Tourismus und Natur verbinden. Es geht nicht darum, groß Wege anzulegen.“ Infrastrukturelle Maßnahmen sind bis auf Wegweiser daher nicht zu erwarten. Deswegen ist das Projekt mit schätzungsweise 43.000 Euro relativ günstig. Nach Abzug der Förderung durch die Verbunddorferneuerung müsste die Gemeinde etwa 13.000 Euro übernehmen.

Recherche-Radtouren

Wesentlich höher dürfte daher der ideelle Wert beispielsweise durch den Rechercheaufwand ausfallen. Das Ziel dabei ist klar: „Wir wollen nicht, dass die Geschichte unserer Gemeinde in Vergessenheit gerät“, sagt Stawicki-Seifert. Er und Körner bauen dabei auf jene in der Gemeinde, die bereits entsprechende Sammlungen zur Historie angelegt haben. „Die gibt es in jeder Ortschaft“, sagt der Bürgermeister. Diese Personen gelte es zu mobilisieren, wenn im Frühjahr der Antrag – davon geht man in der Gemeinde aus – durch ist. Dann könnte man anfangen, gegebenenfalls Recherche-Radtouren durchführen, einen Flyer zusammenstellen. Man gibt sich angesichts des Aufwandes keiner Illusion hin. Körner: „Es ist dann sehr viel Gedanken- und Organisationsarbeit gefragt.“

Ist sie durch, kann man auf die bald anstehende Arbeit für Anderes aufbauen. Wenn das Projekt beendet ist, denken Körner und Stawicki-Seifert schon etwas weiter, könnte man aus den gesammelten Informationen eine Gemeindechronik entwickeln.

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