Licht am Ende des Tunnels

Gemeinde Hellwege will Kindertagesstätte bis Februar 2022 fertigstellen

Wolfgang Harling (r.) und Werner Holzer vor der Kita Hellwege
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Wolfgang Harling (r.) und Werner Holzer sind von dem Entwurf, der Altes mit Neuem kombiniert, überzeugt.

Mitte September sollen die neuen Sanitäranlagen fertig sein, dann folgt der Abriss des alten Anbaus sowie der Aufbau des Neubaus: in der Kindertagesstätte Hellwege geht es Stück für Stück voran.

Hellwege – Normalerweise bestimmen in der Kindertagesstätte Hellwege lachende und tobende Kinder die Geräuschkulisse, zur Zeit allerdings dominiert der Baulärm: Die Gemeinde nutzt die Ferienzeit, um bei den umfangreichen Umbau-, Sanierungs- und Ergänzungsmaßnahmen Tempo vorzulegen. Mitte September soll dabei ein weiterer wichtiger Meilenstein geschafft sein: die Fertigstellung der neuen Sanitäranlagen.

„Es ist natürlich schwierig und eine Herausforderung, im laufenden Betrieb umzubauen“, erklärt Bürgermeister Wolfgang Harling. Ein Beispiel ist die Toilettensituation: Bis Mitte September müssen die Kinder die alten Sanitäranlagen im alten Anbau benutzen. Dann sollen die neuen Toiletten, die seit vergangener Woche im vorderen Altbau entstehen, fertig sein. Um dafür den nötigen Platz zu haben, war die Schnelligkeit der Kita-Mitarbeiterinnen gefragt. „Sie haben innerhalb kürzester Zeit die Räume leergeräumt, wo jetzt die Toiletten hinkommen. Das hat super geklappt“, freut sich Harling. „Wir wissen, dass wir damit dem Personal viel abverlangen. Umso schöner ist, dass das alles so gut funktioniert und sie so geduldig sind.“ Die betroffene Kindergartengruppe hat nun ihr Übergangsquartier im bereits fertiggestellten Bewegungsraum, bis auch der letzte Teil angegangen werden kann. Denn wenn die Toiletten im Altbau fertig sind, wird der Anbau abgerissen und macht einem Neubau Platz.

Neue Galerie als Verteiler

Dabei hat sich in und an dem alten Gemäuer schon viel getan. Eine helle Galerie mit Glasdach schließt sich an die Außenwand, die nun eine Innenwand ist, an und schafft einen lichtdurchfluteten Übergang vom Alten zum Neuen. „Die Galerie dient zudem als Verteiler für die einzelnen Gruppenräume“, erklärt Architekt Werner Holzer. 360 Quadratmeter sollen am Ende zu dem Bestandsgebäude dazukommen.

Wenn das ganze Projekt umgesetzt ist, verfügt die Einrichtung über mehr als zehn neue Krippenplätze sowie ebenso viele Plätze für Kinder über drei Jahren zusätzlich. „Dazu kommt, dass wir ja jetzt schon das erforderliche Personal eingestellt haben, und auch für die neuen Mitarbeiterinnen mehr Platz an Sozialräumen brauchen. Und das war im Altbau nicht mehr ausreichend“, so Harling.

Die Galerie mit einem Glasdach lässt viel Licht ins Gebäude.

Bei der Architektur setzt die Planung bewusst auf den Kontrast zwischen Alt und Neu. „Der Neubau ist von der Straße nicht zu sehen, von daher ändert sich das Ortsbild nicht, die Optik des Altbaus wird von der Straßenseite her nicht beeinflusst“, ist Harling zufrieden. Aber auch vom Garten betrachtet soll der Neubau mit seinen klaren Linien und dem Flachdach dezent an den Bestand andocken. Bislang ist ein Grasdach geplant, „wir überlegen allerdings zur Zeit, ob wir das mit einer Photovoltaikanlage ergänzen“, so der Bürgermeister.

Wir wollen uns auf steigende Inzidenzen vorbereiten, dass wir nicht im Herbst wieder schließen müssen.

Wolfgang Harling

Ebenfalls in der Diskussion werden in naher Zukunft bei der kommenden Ratssitzung Luftfilter sein. „Wir haben natürlich eine Belüftungsanlage eingeplant, allerdings ohne Filter – denn das war noch vor Corona“, so Holzer. Jetzt prüft die Gemeinde den zusätzlichen Einsatz mobiler Geräte: Gemeinsam mit seinem Stellvertreter Peter Strohschän und Kita-Leiterin Kathrin Albrecht-Holzkamm hatte sich Harling die entsprechenden Anlagen eines Verdener Anbieters angesehen, in denen die Viren per UV-Licht unschädlich gemacht werden und das die zuvor angesaugte Luft danach wieder ausstößt. Fünf solcher turmförmiger Filtergeräte wären für die Kindertagesstätte notwendig, um die entscheidenden Räume auszustatten – die Gruppenräume, den Bewegungsraum und den Verwaltungsbereich. „Wir wollen uns auf steigende Inzidenzen vorbereiten, damit wir nicht im Herbst wieder schließen müssen“, so Harling.

Holzknappheit als Stolperstein

Für ihn ist der Baufortschritt das Licht am Ende des Tunnels: „Wir sind endlich an dem Punkt, an dem es absehbar ist“, ist er erleichtert. „Zumal wir ja durch Probleme, Leute zu bekommen als auch bei den technischen Vorarbeiten ein Jahr in Verzug gekommen sind.“ Als Stolperstein entpuppte sich auch die Holzknappheit: „Selbst Holzplatten waren schwer zu bekommen“, sagt Holzer. „Das hatte zur Folge, dass wir zwischen Problemen umherlavieren mussten.“ Die Lösung für die Verantwortlichen: „Ruhe bewahren“, erklärt Harling. „Denn bei allem sind wir nach wie vor im Kostenrahmen. Und das ist auch das Verdienst unseres Architekten.“

1,2 Millionen Euro sind für das Projekt veranschlagt, 900 000 Euro davon trägt die Gemeinde. „Wir können die Summe aus gebildeten Rücklagen finanzieren, Kredite sind nicht notwendig“, so Harling. Der aktuelle Zeitplan sieht vor, mit dem Neubau bis Februar 2022 fertig zu sein. „Aber das“, so Holzer, „hängt von den Materiallieferungen ab“.

Holger Kraeft (v.l.) führt Wolfgang Harling, Kathrin Albrecht Holzkamm, Peter Strohschän und Werner Holzer das Gerät vor.

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