Piet Diercks und Bettina Diercks befragen Ahauser

Ein Gefühl von Heimat

Bettina Diercks und Piet Diercks haben für die Ausstellung nach der Definition von Heimat gesucht. - Foto: Tisemann

Ahausen - Was ist eigentlich Heimat? Der Ort in dem ich geboren und aufgewachsen bin, oder doch eher die Gemeinde, in der ich aktuell lebe? Dieser Frage sind auch Fotograf Piet Diercks und Autorin Bettina Diercks nachgegangen. Entstanden sind dabei kleine Einblicke in das Leben der Menschen in Ahausen und wunderschöne schwarzweiß Fotos. Zu sehen sind die 15 Bilder in der Marienkirche in Ahausen.

Aufgefallen ist Bettina Diercks dabei, dass vor allem die jungen Menschen recht schnell definieren konnten, was für sie Heimat bedeutet. Und auch die Autorin selbst hat während der Gespräche angefangen darüber nachzudenken, ob Ahausen für sie eine Heimat oder doch nur ein Zuhause ist. „Und ich muss feststellen, ich bin heimatlos“, so Bettina Diercks bei der Ausstellungseröffnung.

Besondere Menschen – besondere Geschichten

Besonders in Erinnerung geblieben sind den beiden Künstlern zwei Menschen. Die junge syrische Frau Hanan Awata, die seit einiger Zeit in Ahausen lebt, ist eine davon. „Das ist eine starke Geschichte, hin und hergerissen zwischen Damaskus und Ahausen“, erzählt Bettina Diercks. Die andere Person ist Bertold Wiederhold. „Er hat gesagt, dass er in Ahausen das erste Mal ein Heimatgefühl spürt. Das ist wirklich berührend“, so die Autorin

Doch auch die anderen Personen haben alle ihren ganz besonderen Bezug zu Ahausen. „Vom Ex-Bauern bis zum syrischen Flüchtling war alles dabei. Es war spannend, die Personen und die Geschichten dahinter kennenzulernen“, berichtet Piet Diercks, der selbst gar nicht aus Ahausen stammt. Lediglich ein aktiver Landwirt fehlt den beiden noch in der Sammlung. „Das finde ich extrem schade, da Landwirte der Kern unseres Dorfes waren und sind. Ohne sie gäbe es das Dorf gar nicht“, ist die Autorin leicht enttäuscht.

Das Sammeln der Geschichten entwickelte sich auch ein wenig zu einer Art Dorfzusammenführung, scherzen die Künstler. Bei Julia Hahn, die ihre Wohnstube in Ahausen für viele der Fotoaufnahmen zur Verfügung gestellt hat, kommen die Ahauser Gesichter zusammen. „Julia Hahn war ein Glanzlicht als Gastgeberin, und ich bin begeistert, dass sie das angeboten hat.“

Die Idee dazu stammt übrigens schon aus dem vergangenen Jahr. Bereits damals war Carsten Kaßburg, Vorsitzender des Ahauser Heimatvereins, der das Projekt getragen hat, auf Piet Diercks zugekommen, und hatte ihn wegen einer Ausstellung in der Marienkirche zum Ahauser Herbst gefragt. „Doch damals war das von der Zeit her einfach zu knapp“, erklärt der Fotograf.

Unter jedem Bild steht ein Text zum Thema Heimat, das kommt bei den Besuchern an. - Foto: Diercks

Auf die Suche gemacht haben sich die beiden Künstler nämlich bereits im Juli. Zunächst einmal ging es für Bettina Diercks ans Brainstorming, wer für die Geschichten infrage kommen würde. Unterstützung gab es dabei von dem Vorsitzenden des Heimatvereins. „Mir war es wichtig, dass alle Altersschichten vertreten sind.“ Auch eine gute Mischung aus alten Ahausern und Zugezogenen schwebt den beiden vor.

Das ist den Künstlern gelungen. Und Carsten Kaßburg geht in seiner Eröffnungsrede bei der Vernissage sogar noch einen Schritt weiter: „Viele der Menschen haben sich vorher gar nicht gekannt, doch Bettina schafft es, die Geschichten mit einem roten Faden zu verbinden.“ Piet Diecks und Bettina Diercks hätten dafür gesorgt, das Motto schwarzweiß des Ahauser Herbstes „mit Leben zu füllen“.

Nach dem anfänglichen Brainstorming hat sich Bettina Diercks noch einmal in Ruhe hingesetzt und sich für eine Auswahl entschieden. „Toll war auch, dass einige Ahauser andere Personen vorgeschlagen haben.“ Einige Namen seien sogar mehrfach gefallen.

Die Autorin hat sich bei der Eröffnung der Ausstellung in der Marienkirche auch bei den Teilnehmern der Aktion bedankt: „Es bedeutet mir sehr viel, dass ihr euch bereit erklärt habt, mitzumachen und wir nur so wenig Körbe bekommen haben. Das zeigt, wie sehr das Projekt des Heimatvereins gewertschätzt wird.“  

jet

Mehr zum Thema:

Einfamilienhaus in Sudweyhe brennt

Einfamilienhaus in Sudweyhe brennt

Terror in Istanbul: 38 Todesopfer - Erdogan kündigt Vergeltung an

Terror in Istanbul: 38 Todesopfer - Erdogan kündigt Vergeltung an

Weihnachtsmarkt in Wetschen

Weihnachtsmarkt in Wetschen

Lemförder Lichterzauber

Lemförder Lichterzauber

Meistgelesene Artikel

Reumütiger Dieb bringt Beute zurück

Reumütiger Dieb bringt Beute zurück

„Der Löwenzahn setzt sich durch“

„Der Löwenzahn setzt sich durch“

Angebliche E-Mail der Polizei - Ermittler warnen vor Schadsoftware

Angebliche E-Mail der Polizei - Ermittler warnen vor Schadsoftware

Buchhandlung Wandel: Ende des Jahres ist Schluss

Buchhandlung Wandel: Ende des Jahres ist Schluss

Kommentare