Neue Angebote kommen

Gymnasium Sottrum: Ganztag ist beschlossene Sache

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Schulleiter Ferdinand Pals (r.) und sein Stellvertreter Bernhard Weilhammer blicken in die Zukunft: Der Bescheid aus Hannover zum Ganztag ist da.

Sottrum - Von Inken Quebe. Lang erwartete Nachrichten aus Hannover: Das Gymnasium Sottrum reiht sich mit dem Beginn des Schuljahres 2017/18 in die Riege der Ganztagsschulen in Niedersachsen ein – der Bescheid des Kultusministeriums des Landes ist eingetroffen. „Diesen Tag haben wir herbeigesehnt“, zeigt sich Schulleiter Ferdinand Pals auf Nachfrage begeistert von der Zusage. Mit der Einrichtung des offenen Ganztags gehen einige Veränderungen am Sottrumer Gymnasium einher.

Nun ist es also amtlich. Gleich an zehnter Stelle der Liste „Neu genehmigte Ganztagsschulen zum Schuljahr 2017/2018“ vom Niedersächsischen Kultusministerium steht es: Das Gymnasium Sottrum wird ebenso wie 74 andere Schulen im Land zu einer Ganztagsschule. „Wir haben in einem längeren Prozess die Umgestaltung in eine Ganztagsschule vorbereitet“, erklärt Pals. Und dieser Schritt bringt für Lehrer, Schüler und Eltern „deutliche Veränderungen“ (Pals) mit sich.

Zum einen fängt der Unterricht nun später an. Statt wie bisher um 7.35 Uhr beginnt die Schule erst um 8.10 Uhr – die sechste Stunde ist dann um 13.20 Uhr zu Ende. „Im G9-System ist es so, dass die Sekundarstufe I einschließlich der elften Klasse 30 Stunden pro Woche Unterricht hat“, erklärt der Schulleiter. Die Umstellung von G8 auf G9 – also dem Abitur nach insgesamt neun statt wie bisher acht Jahren – hatte es bereits zum Schuljahr 2015/16 gegeben.

Betreuung nach Schulschluss sehr gefragt

Folge: Ein Großteil des Nachmittagsunterrichts ist damals weggefallen. „Das bereitet vielen Eltern Schwierigkeiten“, erklärt Pals. Deshalb sei der Wunsch nach Betreuung über den Schulschluss hinaus gestiegen. Aber auch zusätzliche Bildungsangebote während dieser Betreuung stünden auf der Wunschliste der Eltern ganz oben. Dem kommt die Schule bereits nach, denn sie bietet seit einem Jahr eine Hausaufgabenbetreuung für Klasse fünf bis sieben an. Die soll es auch mit der Einführung des offenen Ganztags weiterhin geben.

Doch das Gymnasium Sottrum wartet ab Sommer mit noch viel mehr Möglichkeiten auf, an denen Schüler nach Unterrichtsende teilnehmen können. Für jeden Jahrgang soll es zwischen zehn und 18 Angebote geben, erklärt der Schulleiter. Und die sollen unterschiedliche Bereiche abdecken, zum Beispiel Naturwissenschaften, Sport, Sprachen – sogar Persisch und Altgriechisch – sowie Musisch-Künstlerisches. Alles in Arbeitsgruppen. „Offener Ganztag heißt, dass an den Angeboten auf freiwilliger Basis teilgenommen werden kann“, betont Pals.

Geplant ist auch, für die fünfte und sechste Klasse ein Förderangebot für Deutsch einzurichten – Kommasetzung, Rechtschreibung, aber auch Deutsch für Nicht-Muttersprachler könnte es demnach bald geben. In der siebten Klasse sollen sich die Kinder beispielsweise mit Medienkunde beschäftigen. „Eine kritische Auseinandersetzung mit den sogenannten neuen Medien ist dringend notwendig“, findet Pals.

Unterstützung durch Bundesfreiwilligendienst

Zuständig für die Koordination des Ganztagsangebotes ist Oberstudienrätin Angelika Hornfeck. „Sie hat bereits einiges vorbereitet“, erklärt der 54-Jährige. Mit der Einrichtung des Ganztags könnte sie aber noch weitere personelle Unterstützung bekommen – nämlich im Rahmen des Bundesfreiwilligendienstes („Bufdi“). „Ich kann aber erst jetzt, mit dem Bescheid, die Aufgaben für einen ,Bufdi‘ festlegen“, erklärt der Schulleiter weiter.

Auch eine Mensa muss es geben, die die Schüler in einer neuen 40-minütigen Mittagspause nutzen können. Der Landkreis Rotenburg hat für die Baumaßnahme Mitte März schon 100 000 Euro an Planungskosten in den Haushalt 2017 eingestellt. Auch weitere Unterrichtsräume sollen geplant werden. „Das Gymnasium ist vor 13 Jahren gebaut worden und auf G8 ausgelegt. Es bietet nicht genügend Räume, um neun Jahrgänge zu beschulen“, erklärt Pals. Deswegen sollen aus seiner Sicht aber keine überstürzten Entscheidungen getroffen werden, was Mensa und Räume angeht: „Es hat keiner davon zu träumen gewagt, dass präventiv eine Mensa gebaut wird. Ich begrüße sehr, dass das zusammen geplant werden soll, sodass es aus einem Guss ist.“

Derzeit besuchen 591 Schüler das Gymnasium – davon auch einige aus der Nachbargemeinde Ottersberg, da es eine Kooperation mit dem dortigen Mittelstufengymnasium gibt. „Diese wird deutlich verstärkt und auch gestärkt“, schildert Pals. Ein weiterer Nebeneffekt der Einrichtung des Ganztags: Es soll Verbesserungen geben, was die Busverbindung aus der Gemeinde Ottersberg vor Unterrichtsbeginn angeht. Pals: „Eltern und Schüler hatten die Verbindung massiv kritisiert. Und wir konnten bisher keine Verbesserung bewirken. Es gibt also viele positive Facetten und neue Impulse.“

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