22 Gäste aus Weißrussland zu Besuch bei der Kirchengemeinde Horstedt

Gesundheit im Fokus

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Herzlich wie bei Oma und Opa. Anja (links) und Katja bei Hermann Tietje und Irmtraud Köster.

Horstedt - Von Antje Holsten-Körner. „Auf Wiedersehen“ heißt es, wenn Mittwochabend vom Flughafen Hannover die Maschine in Richtung Weißrussland abhebt. Dann geht’s für die erste Gruppe Kinder, die alleine oder zusammen mit Mama oder Papa von der Landeskirche nach Deutschland eingeladen waren, zurück in die Heimat. Diese liegt in der Nähe des ehemaligen ukrainischen Kernkraftwerks Tschernobyl, wo sich 1986 eine Nuklearkatastrophe ereignet hatte.

„Die Strahlung wird dort in Tausenden von Jahren noch zu spüren sein“, betonte Hartmut Stauch, der seit 24 Jahren, also fast von Anfang an, die Koordination für die Gäste der Kirchengemeinde Horstedt übernimmt. Von weißrussischen Ärzten weiß er, wie gut ein Aufenthalt in Deutschland für die Kinder ist. „Uns wurde gesagt, dass diese vier Wochen zwei Jahre Strahlung kompensieren können“, so Stauch. In der Wiesteregion dürfen die 22 kleinen und großen Besucher, davon mit Olga Novikova und Julia Kirijak zwei Dolmetscher, die Gastfreundschaft von Familien in Horstedt, Winkeldorf, Mulmshorn, Clüversborstel, Ahausen und Bult genießen.

Erstmals waren auch Besucher im „Hus up’n Barg“, dem Gemeindehaus der Johannes-der-Täufer-Kirchengemeinde, untergebracht. Dazu gehörte Olga Novikova. „Es ist beeindruckend, wie uns die Bewohner von Horstedt immer begrüßen“, so die 22-Jährige. Sie ist von den vielen „gutherzigen Menschen“ begeistert. Die Lehrerin für Deutsch und Englisch ist das erste Mal in Deutschland. „In den ersten Tagen fiel ihr das Sprechen noch schwer, doch dann lief es rund“, verrät Stauch.

Seit sieben Jahren wird er von Daniela Köster bei der Organisation unterstützt. Selbstverständlich, dass bei Stauch und Köster Gäste aus Weißrussland untergebracht sind. Auch ihre Mutter Irmtraud hat die Helferin überzeugt, Kinder aufzunehmen. Wie wohl sich die siebenjährige Katja und die achtjährige Anja in Bult bei Irmtraud Köster und Hermann Tietje fühlen, ist ihnen deutlich anzumerken. In den vergangenen vier Wochen gab es ein abwechslungsreiches Programm, wie Ausflüge in den Serengeti-Park und an die Nordsee, Einladungen zum Turnen mit Tanja Klettke in die Hundeschule nach Godenstedt, zum Golfclub nach Westerholz und zum Badetag in die Rotenburger Lent-Kaserne. Gut kam ebenfalls das Treffen mit den Konfirmanden an, das Pastorin Haike Gleede gestaltet hatte. Außerdem stand zweimal wöchentlich für die ganze Gruppe Kochen im „Hus up’n Barg“ im Kalender – mit deutscher und russischer Kost. Gekocht wurde auch zum Abschlussfest, für das sich die Gäste ein lustiges Programm ausgedacht hatten.

Bei der Reise stand vor allen Dingen die Gesundheit der Teilnehmer im Mittelpunkt. „Alle sagen, dass sie Verbesserungen spüren“, sagt Olga Novikova erfreut. Daher gibt es auch im kommenden Jahr eine Einladung der Horstedter Kirchengemeinde geben. Dafür können sich Interessierte Gasteltern bei Hartmut Stauch unter der Nummer 04288/621 melden.

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