Touristische Ausmaße

Für das Motocross-Problem in Hellwege gibt es Ideen, aber noch keine Lösung

Im Eingangsbereich der Hellweger Sandkuhle verbietet ein Schild das Befahren.
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Im Eingangsbereich der Hellweger Sandkuhle verbietet ein Schild das Befahren. Insbesondere an Wochenende wird das gerne missachtet – sehr zulasten der Dorfbewohner.

Hellwege – Noch immer ist man auf der Suche nach einer Lösung für das Motocross-Problem rund um die stillgelegte Sandkuhle bei Hellwege. Nun hat die Dorfgemeinschaft im Rahmen einer Gemeinderatssitzung, die Bürgermeister Wolfgang Harling (SPD) zwischenzeitlich für Wortmeldungen der Bürger unterbrechen lies, sich über die Angelegenheit beraten.

Am Ende stand der einstimmige Beschluss, dass die Sandkuhle vorrangig für die Belange des Natur- und Umweltschutzes genutzt werde. Man sei aber für alle Vorschläge offen, die eine Gesamtlösung der Probleme ermöglichen.

Das heißt jetzt erstmal wenig. Eigentlich soll die ehemalige Sandkuhle ohnehin renaturiert werden, doch an Wochenenden und Feiertagen nutzen immer wieder unter anderem Enduro-Fahrer das Gelände als Crossstrecke. Sie kommen oft von weiter her, nutzen teilweise nicht-zugelassene Fahrzeuge. Nicht nur einmal war auf der Sitzung in diesem Zusammenhang von „Tourismus“ die Rede. Die Folge: großer Lärm, der bis weit ins Dorf zu hören ist und die Hellweger mittlerweile sehr verärgert. Auch aus dem Bereich Stelle erreichen die Gemeinde laut Bürgermeister Harling immer wieder Beschwerden über Motocrosser im Wald.

Selbst die örtliche Enduro-Szene stört sich mittlerweile an diesem „Touristen“, wie sich während der Sitzung herausstellte. Man habe deswegen vor einiger Zeit bereits Kontakt mit Harling aufgenommen, bestätigen beide Seiten. Sie selbst nutze demzufolge gelegentlich die Sandkuhle, falle damit aber nicht aus dem Rahmen. Sprich, sie fährt nicht bis in den späten Abend, nutzt zugelassene Fahrzeuge auf zugelassenen Wegen. Auch die Brutzeiten, etwa der Uferschwalben, die mittlerweile am Rand der Kuhle angesiedelt sind, kenne und berücksichtige man dabei. Die Hellweger nutzten die Kuhle schon seit vielen Jahren, so der Hellweger Olaf Höfelmeyer stellvertretend für Enduro-Fahrer aus dem Dorf und der Umgebung. Es habe sich leider herumgesprochen, dass man dort gut fahren kann, zumal im Lockdown offizielle Strecken geschlossen seien.

Die Hellweger Motocrosser haben einen Kompromiss ausgearbeitet, der auf der Sitzung auch wohlwollend aufgenommen wurde. Auch wenn Höfelmeyer der Idee selbst wenig Chancen einräumt. Denn bestimmender Faktor ist hier die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises Rotenburg. Ohne sie gibt es keine Lösung. Die örtlichen Motocrosser möchten gerne weiter gelegentlich die Sandkuhle nutzen, aber ausschließlich mit elektrischen Fahrzeugen.

Eine E-Enduro sei nur ein bisschen lauter als ein E-Bike, das man ebenfalls auf der Strecke nutzen könnte. Das Lärmproblem wäre damit aus der Welt. Höfelmeyer ist sich sicher, dass ein Schild mit einem Hinweis auf eine ausschließlich für E-Fahrzeug vorbehaltene Nutzung die lauten Verbrenner schon eindämmen könne.

Die übrigen Hellweger könnten die Kuhle dann auch in Zukunft weiterhin für Spaziergänge oder im Winter zum Rodeln nutzen. „Wir versuchen, einen Kompromiss zwischen Ruhe, Natur und Sport zu finden“, so Höfelmeyer.

Es gibt noch etwas zu klären: „Mich stört, da befährt man ein Grundstück, das einem nicht gehört. Es ist nicht nur der Lärm, die Eigentumsverhältnisse müssen geklärt werden“, so Ratsherr Heiner Lange (CDU). Auch Torben Lohmann (CDU) merkte an, dass man erst mit dem Eigentümer reden müsse, ehe man sich Konzepte überlege.

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