Fünf Thesen zum Ortskern

Einschneidend: Die Bundesstraße 75 teilt Sottrum durch zwei. Es muss einfacher werden, sie zu überwinden. Foto: Röhrs

Mit dem Sottrumer Ortskern hat sich am Mittwochabend das erste von vier sogenannten Dialogforen zum Entwicklungskonzept „Sottrum 2030“ beschäftigt. In zwei Arbeitskreisen haben sich rund 40 Teilnehmer mit der Identität des Zentrums sowie mit Mobilität und Verkehr auseinandergesetzt. Wir haben einige Thesen des Abends zusammengetragen.

VON MATTHIAS RÖHRS

Sottrum – Ulrich Berding ist derartiges Interesse nicht gewohnt. Der Planer, der mit seinem Büro „plan zwei“ das Entwicklungskonzept „Sottrum 2030“ erarbeitet, kennt eine solch große Bürgerbeteiligung kaum – auch nicht aus größeren Städten, wie er am Mittwochabend beim sogenannten Dialogforum zum Ortskern erzählte. Rund 40 Sottrumer sind in das Heimathaus gekommen, um in zwei Arbeitsgruppen Vorschläge zu den Themen Identität, Soziales und Kultur sowie Mobilität und Versorgung für den Bereich rund um die Große Straße, die Bremer Straße und die Bergstraße zu machen. Mit einer unklaren Ortsidentität, Verkehrssicherheit und Klimaschutz und ohne ausreichend günstigem Wohnraum hatte das Büro bereits einige Handlungsbedarfe erkannt. Nach diesem ersten von vier Dialogforen lassen sich einige Thesen ableiten.

Sottrum muss die Verkehre neu ordnen

Sottrum braucht ein Verkehrsmanagement, so ein Wunsch der Teilnehmer. Insbesondere rund um die Supermärkte am Lienworth herrschen immer wieder chaotische Zustände. Um den Verkehr im Kernort zu entlasten, wünschen sich viele eine Neuordnung. So könnten beispielsweise die Parkplätze zu einem Großen zusammengefasst werden, auch Einbahnstraßenregelungen waren am Mittwoch immer wieder Thema. Auch der Rad- und der Fußgängerverkehr sollen gestärkt und sicherer gemacht werden. Das soll aber nicht zulasten der Autofahrer geschehen. Ebenfalls ein immer wieder geäußerter Wunsch: Der Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs.

Die Bundesstraße ist ein Graben

Dass die Bundesstraße 75 eine Schneise durch den Ortskern schlägt, ist keine Neuigkeit. Sie ist die Verbindung zur Autobahn 1 für die Region östlich der Wieste-Gemeinde, und es ist zu erwarten, dass durch den weiteren Ausbau des Rotenburger Gewerbegebiets Hohenesch mehr Verkehr durch den Ort muss als ohnehin schon. Eine vorgeschlagene, wie auch immer verlaufende Umgehungsstraße ist wohl die Traumlösung, mittelfristig allerdings unrealistisch. Die Gemeinde muss daher – gemeinsam mit der zuständigen Niedersäschsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr – überlegen, wie Fußgänger und Radfahrer sicher über die Verkehrsader kommen. Denn zur Realität gehört auch, dass die meisten im Kernort Sottrum südlich der B 75 leben, die Versorgung durch Supermärkte aber nördlich stattfindet. Mehr Ampeln könnten da die einfache Lösung sein. Andererseits muss darauf geachtet werden, dass die Große Straße dadurch nicht mehr belastet wird.

Der Ortskern muss Lebensraum sein

Für viele Teilnehmer des Dialogforums ist diese Frage ein Kernanliegen: Was tun mit dem Leerstand im Ortskern? Oft genug scheint insbesondere an der Großen Straße wenig los zu sein. Man gibt sich keinen Illusionen hin, kleine Einzelhändler haben einen schlechten Stand in der Ortsmitte. Dafür gibt es Ideen für Umnutzungen: Der alte Schlecker könnte zum Beispiel zu einem Bewegungsraum umgebaut werden, in dem dann Sportgruppen und -vereine ihre Angebote durchführen können. Andernorts könnte man kulturelle Angebote schaffen. Ebenfalls vorstellbar ist, das Bauen von Wohnungen in dem Bereich zu erleichtern. Derzeit schränkt der Bebauungsplan dies stark ein. Auf diese Weise könnte man auch die Nachfrage insbesondere nach kleineren Wohneinheiten besser bedienen.

Neubürger wollen sich integrieren

Der Mythos vom Pendler, der nur zum Wohnen nach Sottrum kommt, ist eine Mär. Wie aus den Vereinen zu hören ist, interessieren sich Zugezogene für das gemeinschaftliche Leben mit ihren Nachbarn. Auch beim Dialogforum haben einige Zugezogene teilgenommen. Sottrum brauche daher Plätze, an denen Alteingesessene und Neubürger etwa bei Veranstaltungen zusammenkommen können, hieß es. Begegnungen sollen gefördert, und der Anonymität entgegengewirkt werden, so „plan zwei“.

Sottrum möchte seine Identität bewahren

Sottrum soll Sottrum bleiben – und das erkennbar. Das könnte sich auch architektonisch auswirken. Wohnblöcke wie an der Straße Am Meyerhofe sollen nach Ansicht einiger vermieden werden. Man solle darauf achten, dass Sottrum seine Identität als ländliche Gemeinde nicht verliert. Das bedeute nicht, dass moderne Bauten keinen Platz haben, sie müssten nur besser ins Bild passen. Zur ländlichen Identität passt auch, dass sich viele einen Wochenmarkt wünschen. Das müsse aber nicht von heute auf morgen passieren, der könnte durch einzelne Aktionen und Märkte nach und nach etabliert werden.

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