Fünf Künstler überzeugen in Höperhöfen mit ihren Werken

Faszinierende Blickfänger

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Die Himmelsstücke der Metallbauerin Stefanie Ertl erinnern an Wappen. Die eingesetzten Elemente sorgen für interessante Spiegelungen und Reflektionen.

Höperhöfen - Von Bettina Diercks. Durch die Glasscheibe der Eingangstür ist von Weitem ein älterer Herr zu sehen. Es wirkt, die Hand zur Stirn erhoben, als würde er lesen oder über etwas sinnieren. Völlig unbeweglich verharrt er dort. Oder lauscht er völlig konzentriert der Klaviermusik von Arne Trumann?

Schritt für Schritt der Situation näher kommend ist auf einmal zu erkennen: Es ist ein großformatiges Bild. Eines von der Borchelerin Birgit Bösen. Das Motiv überzeugt durch Leichtigkeit und strahlt trotz der konzentrierten Haltung des Mannes beim Lesen eine fröhliche Grundstimmung aus.

Ganz unterschiedliche Werke von fünf Künstlern waren im Haus und auf dem weitläufigen Gelände des Küchenhofs Grünhagen in Höperhöfen im Rahmen von „Kultur-Land-Kultur“ zu sehen. Neben Bösen, die neben Porträts noch Landschaften und Stillleben präsentierte, beteiligten sich Bärbel Blanken und Klaus Klencke mit gemalten Arbeiten. Der Höperhöfener Maler Klencke hatte Porträts (Acryl auf Leinwand) von Ozzy Osbourne, Alice Cooper, Michael Stich und Mike Jagger mitgebracht. In der Machart anderer Künstler ähnlich, spricht Klencke im Umgang mit Farbe und Stil bei diesen Arbeiten dennoch eine eigene Sprache. Bedeutend bei den ausgestellten Werken Klenckes war „Der Tod in Venedig“. Eine überzeugende Arbeit, in hellen Tönen gehalten, ebenfalls in Acryl auf Leinwand gefertigt, aber mit durch Kugelschreiber ausgearbeiteten Details.

Blanken zeigte nicht nur Malerei. Sie bewies als Sammlerin Kreativität und Fingerfertigkeit im Umgang mit Scherben und Naturmaterialien. „Für meine Arbeiten verwende ich nahezu ausschließlich ,ausgebrauchte' Materialien“, sagt die Künstlerin dazu. Fliesen-, Glas-, Porzellan- und Keramikscherben finden sich in ihren Mosaikcollagen auf Spannplatte genauso wieder wie Muscheln, Fossilien, Schmuck, Strandgut sowie Elektronik- und mechanische Kleinteile. .

Gleiches gilt für die durchdachten Mosaikarbeiten von Johanna Weimar (Hassendorf). Die Collagen überzeugen durch eine faszinierende Farbigkeit. Weimar spielt mit hoher Kreativität und offenbar sehr durchdacht mit Fliesenbruch, Steinen, Perlen und beispielsweise auch Puppenteilen. So entstehen dreidimensionale Werke, teilweise aus der Vogelperspektive wie das Triptychon „Küstenlandschaft“. Allesamt erwiesen sich die Arbeiten als Hingucker und hatten auch etwas von „Suchbildern“, da es viel in den Details zu entdecken gab.

Die Gartengänger hatten Gelegenheit Arbeiten von Metallbauerin Stefanie Ertl aus Sottrum zu erleben. Ertl präsentierte Gartenskulpturen aus rostigem Stahl und umdekorierte Stühle. Ob Barke, Rund-, Weg- oder Himmelsstück: Alle trugen den unverkennbaren Stil ihrer Macherin. Meistens ergänzt durch Spiegelelemente sorgen diese für faszinierende Spiegelungen und Reflektionen. Großen Zuspruch bekamen vor allem die Himmelsstücke. Das waren liegende Stahlteile, die an Wappen erinnerten und ebenfalls mit Spiegelteilen versehen waren.

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