„Freunde alter Landmaschinen“ in Sottrum zeigen, was es heißt zu dreschen

Ein hartes Stück Arbeit

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Aragon und Max ziehen die schweren Baumstämme ohne Probleme.

Sottrum - Von Bettina Diercks. Die heimlichen Stars beim Dreschfest in Sottrum hießen Max und Aragon. Die beiden Kaltblüter beeindruckten durch Masse und Lässigkeit. Sie zeigten, wie geschickt sie beim Holzrücken sind und trieben den Göpel an. Die beiden Pferde bewegten die Konstruktion, die mit einem Holzkreuz versehen ist, und trieben die Häckselmaschine an.

Die „Freunde alter Landmaschinen“ Sottrum hatten nach zwei Jahre erneut zum Dreschfest geladen. Kurz zuvor hatten die Mitglieder Wintergerste auf dem Halm geerntet und getrocknet. Im Industriegebiet „Barkhof“, am und auf dem Vereinsgelände, zeigten die Jungs den Weg auf, den das Getreide früher nahm. Ein Trio schlug noch mit Dreschflegeln auf die Ähren ein.

Was so leicht aussah, ist in Wahrheit schwerste körperliche Arbeit, die viel Kraft in Händen und Armen erfordert. Noch um 1900 wurde der Großteil des Getreides erst im November gedroschen, da die Arbeiter die Tätigkeit nicht neben der schweren Feldarbeit leisten konnten. Nach der Ernte wurden nur so viele Körner gewonnen, um die Felder neu bestellen zu können. Wer den Spruch „Ich habe Hunger wie ein Scheunendrescher“ kennt, weiß jetzt, woher er stammt.

In Sottrum wurden die gewonnenen Körner erst zum Säubern in eine handbetriebene Staubmühle geworfen und dann in die Getreidemühle, die ein alter Trecker mit einem Antriebsriemen betrieben hatte.

Die große Dreschmaschine haben die Landmaschinenfreunde im Moor gefunden. Zehn Vereinsmitglieder restaurierten sie in den vergangenen zwei Jahren in liebevoller Kleinarbeit. Das Stroh ging derweil durch die alte Dreschmaschine, die das restliche Getreide herauslöste. Anschließend galt es, das Stroh in einer kleinen Ballenpresse zu pressen. Die Strohballen hätten sich gut als Sitzgelegenheit auf dem Gelände gemacht.

Die Dreschvorführungen gab es mehrmals am Tag. Genauso wie das Holzrücken mit dem 20-jährigen Rheinisch-Deutschen Kaltblut Max und dem dreijährigen Nederlands trekpaard Aragon, die Clemens Harms und Günther Hollmann aus Ehrenburg (Kreis Diepholz) mitgebracht hatten und die sich in prachtvollen Kummetgeschirren zeigten. Ehrfürchtig aber grundlos wichen die Zuschauer zurück, wenn die beiden Kaltblüter die Stämme rückten. Die beiden „Dicken“ wussten genau um ihren Radius.

Bis zu 2000 Besucher – so schätzten Mitglieder des Vereinsvorstandes – bestaunten die Vorführungen und alte Traktoren sowie die umfangreiche Ausstellung alter Haushaltsgeräte, Werkzeuge und landwirtschaftlichen Geräten im Obergeschoss des Vereinsheimes. Alle Besucher – inklusive des frühere Landwirtschaftsministers Hans-Heinrich Ehlen – zeigten sich entspannt und genossen die Atmosphäre.

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