Freiwillige Feuerwehr Sottrum feiert 125-jähriges Bestehen

Mit Eigenleistungen zum ersten Spritzenhaus

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Vier Ortsbrandmeister auf einem Bild: Markus Heuer (v.l.), Björn Becker, Reinhard Schnackenberg und Rolf Bammann.

Sottrum - Wenn es in Sottrum brennt, rückt die Feuerwehr aus: Was heute selbstverständlich ist, hat in dem Wiesteort seinen Ursprung im Jahr 1890, also vor 125 Jahren. Damals hoben 26 Männer aus Klein- und Groß-Sottrum, die mit den damaligen Pflichtfeuerwehren unzufrieden waren, die Freiwillige Feuerwehr aus der Taufe.

Am Anfang hatte die junge Wehr mit Schwierigkeiten zu kämpfen: Es fehlten Gerätschaften, Wasserentnahmestellen, Uniformen und ein Einstellgebäude. Da sich die Gemeinden nicht beteiligen wollten, stellte der erste Wehrführer Julius Heinzmann privat einen Teilbetrag zur Verfügung, um eine Spritze zu beschaffen. Das erste Spritzenhaus war in Eigenleistung gebaut schon im Jahr 1891 bezugsfertig. „So soll die Fertigstellung für nur 205 Mark erfolgt sein, wovon die Maurerarbeiten bei zehn Mark lagen“, entnahm Ortsbrandmeister Markus Heuer aus Unterlagen, deren Fakten vor einigen Jahren Hans-Richard Buthmann und Klaus Osmers recherchiert hatten. Die eigentliche Anerkennung der Freiwilligen Feuerwehr Sottrum durch die Gemeinde erfolgte erst 1919 mit der Zusammenlegung der beiden Pflichtwehren aus Klein- und Groß-Sottrum.

Mit der motorisierten Koebe-Spritze hielt 1930 die Moderne Einzug. Das erste Feuerwehrfahrzeug war der britischen Besatzungsmacht nach Ende des Zweiten Weltkrieges zu verdanken. Dieses Gefährt der Marke Austin mit Holzaufbau und Stoffbespannung war bis in die 60er Jahre im Einsatz. 1955 wurde der Fuhrpark um einen Opel Blitz, das erste Löschgruppenfahrzeug, erweitert.

Seit 1963 gehört ein 15 Kilometer langer Abschnitt der Autobahn 1 zum Löschbezirk. Der nächste große Meilenstein folgte 1969, als die Verantwortlichen die Jugendfeuerwehr ins Leben gerufen haben. Zu den damaligen Gründungsmitgliedern zählte auch Günter Storch, heute stellvertretender Ortsbrandmeister. Seit 1982 pflegen die Kameraden eine Freundschaft zur Wehr in Sottrum bei Hildesheim. „Das ist immer gelebte Gastfreundschaft“, hebt Jochen Holsten, zuständig für die Pressearbeit rund um das Jubiläum, hervor.

Auch das Jahr 1984 taucht in der Chronik auf, dann stellten die Verantwortlichen das jetzige Domizil mit fünf Boxen für Fahrzeuge fertig. „Die Kosten lagen damals bei 54000 Mark, also rund 276000 Euro. Dafür ist ein solches Gebäude heute nicht mehr zu bekommen“, so Gemeindebrandmeister Björn Becker.

Die Feier zum 125-jährigen Bestehen steht am 29. und 30. August an.

ho

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