Fotografin Simone Schloen aus Hassendorf stellt ihre Bilder in Rotenburg aus

Mit kleinen Tricks zum perfekten Motiv

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In der Ausstellung finden die Rotenburger auch bekannte Orte. Bei diesem Foto hat sich Simone Schloen auf den Pferdemarkt gestellt, mehrere Blickwinkel fotografiert und diese am Computer später zusammengefügt.

Hassendorf/ Rotenburg - Von Inken Quebe. Simone Schloen aus Hassendorf steht auch mal mitten in der Nacht auf und fährt in die Heide. Warum sie sich das antut? Sie ist auf der Jagd nach dem perfekten Fotomotiv. Seit Dienstag stellt sie ihre Werke im Rathaus in Rotenburg aus.

„Bereits seit meiner Kindheit habe ich einen Hang zur Fotografie“, berichtet Schloen, die als Personalsachbearbeiterin im Agaplesion Diakonieklinikum Rotenburg arbeitet. Bis sie ihr Hobby aber professionalisierte, sollte es noch etwas dauern, auch wenn ihr Interesse geweckt war und sie regelmäßig an speziellen Kursen teilgenommen habe. „Wenn ich meine Bilder Bekannten gezeigt habe, waren die meist irritiert. Da war die einzige Rückmeldung: ‚Oh, was für ein nettes Blümchen.‘“ Erst vor ein paar Jahren habe sie ein Arbeitskollege dann auf die Fotocommunity „flickr“ aufmerksam gemacht. Diese Plattform nutzt sie seit 2011 regelmäßig, um Interessierten ihre Motive zu zeigen. „Ich habe schnell viel positives Feedback für meine Arbeit erhalten“, sagt die Ehefrau und Mutter rückblickend. Von „flickr“ ist die Hassendorferin begeistert: „Dort erhält man auch viele Anregungen und Tipps für weitere Bildmotive.“

Inzwischen liebe sie das Fotografieren – und das merken auch Außenstehende. Erzählt sie zum Beispiel davon, wie ihre Werke, die im Foyer des Rotenburger Rathauses hängen, entstanden sind, fangen ihre Augen an zu glänzen. Häufig macht Schloen Makroaufnahmen in der Natur – besonders oft sind es Insekten oder Blüten. Auf einem ihrer Lieblingsbilder ist eine angefeuchtete Pusteblume vor weißem Himmel zu sehen. „Es ist ganz schlicht, aber ich finde, das ist gerade das Besondere daran“, sagt sie.

Auf einer anderen Fotoleinwand ist eine scheinbar überdimensionierte tote Fliege zu sehen. Was wie eine Szene von einem Tatort scheint, weil um das „ermordete“ Insekt gleichgroße Menschen in weißen Schutzanzügen stehen, ist Fiktion: Die Fliege ist zwar echt – bei den „Menschen“ handelt es sich um sogenannte H0-Figuren, die meist bei Modelleisenbahnen zum Einsatz kommen. „Ich inszeniere die Figuren gerne zusammen mit realen Gegenständen“, berichtet Schloen.

Sie sei keine Schnappschuss-Fotografin und die Kamera nehme sie auch eher selten einfach so mit. „Ich gehe oder radle aber mit einem offenen Blick für schöne Motive durch die Landschaft, und wenn mich etwas berührt, nutze ich günstiges Licht, lasse die Bilder schon im Kopf entstehen und komme noch einmal wieder, um zu fotografieren.“ Darüber hinaus konstruiert und experimentiert Simone Schloen gerne mit Bildbearbeitungsprogrammen wie Photoshop, aber ebenfalls mit kleinen Tricks. Spiegelungen erzeugt sie zum Beispiel durch Plexiglasscheiben.

Nicht selten steht auch Ehemann Holger helfend zur Seite, wenn es darum geht, den richtigen Moment für den Auslöseknopf zu finden. Der beweist trotz des zeitintensiven Hobbies seiner Frau Humor und wirft lachend ein: „Bis das Foto im Kasten ist, kann es dann schon mal Stunden, Tage oder Wochen dauern.“

Die Fotoausstellung von Simone Schloen ist noch bis zum 30. September im Rotenburger Rathaus zu sehen.

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