CDU fordert per Antrag Untersuchung der Krebserkrankungsraten

„Speerspitze in Sachen Fracking“

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Protestschild an der Exxon-Bohrstelle Bötersen Z11: Die CDU stellt einen Antrag auf Auskunft über Krebsfälle, die Grünen fordern gleich die Einstellung der Gasförderung.

Von Nina Baucke. SOTTRUM

Zum Einen gleich zu Beginn der Sitzung, als ein Bürger die Gelegenheit nutzte, um nach dem Fortschritt einer Resolution gegen das Fracking in der Samtgemeinde zu fragen. Samtgemeindebürgermeister Markus Luckhaus bekräftigte, man sei dabei, eine Resolution auf den Weg zu bringen. „Wir sind hier in Sottrum immerhin im Landkreis die Speerspitze, was das Fracking angeht.“

Einen Schritt weiter ging dann die CDU-Fraktion. In einem kurzfristig eingereichten Antrag forderten die Ratsmitglieder eine Abfrage beim Epidemiologischen Krebsregister Niedersachen. Konkret geht es um die Höhe der Neuerkrankungsraten für verschiedene Krebsdiagnosen gegenüber einer Vergleichsregion. Denn auch in der Samtgemeinde Sottrum werde Erdgas gefördert, heißt es in dem CDU-Antrag als Referenz an die Untersuchung in der Samtgemeinde Bothel. „Auch wenn ein Zusammenhang bisher nicht festgestellt ist, helfen die Daten eventuell bei der Überprüfung eines solchen Zusammenhangs und können andererseits hoffentlich eine Beunruhigung unserer Bürger reduzieren.“

Das betont auch Fraktionschef Siegfried Gässler noch einmal in der Ratssitzung: „Wir wollen die Bürger nicht verunsichern, sondern dass eventuelle Auffälligkeiten hier überprüft werden.“ Der Antrag soll an den Landkreis gehen – „und wir möchten das heute entschieden haben“.

Rückendeckung bekam er von Gerhard Blödorn (SPD) und von Ulrich Thiart (Grüne). Dessen Fraktion hatte zudem noch einen Ergänzungsantrag eingereicht. Demzufolge fordern die Grünen, dass von Seiten des Landkreises keine neuen Genehmigungen zu Neuerschließungen und Gasfeldern und Gasbohrungen im Landkreis erteilt werden. Außerdem werde von Arbeitern auf Gasfeldern berichtet, die ebenfalls an Krebs erkrankt seien.

„Wir Politiker stehen nun in der Vorsorgepflicht, um unsere Bürgerinnen und Bürger vor gesundheitlichen Gefahren zu schützen“, heißt es weiter. „Wir machen Resolutionen ohne Ende, wir können fordern und machen – so lange da Kohle über den Tisch wandert, ändert sich nichts“, kritisierte Thiart.

„Der Landkreis kann da gar nichts ausweisen. Wir können höchstens an die Politiker unserer Parteien im Land und im Bund appellieren“, entgegnete Hans-Jürgen Krahn (CDU). Und wie schon zuvor Luckhaus wies auch Wolfgang Harling (SPD) darauf hin, dass bereits eine Resolution in Arbeit sei. Das kritisierte Herbert Cordes (CDU) – mit Blick auf einen ähnlichen Beschluss in Sachen „SuedLink“: „Wir haben hier langsam eine Inflation an Resolutionen – das nimmt uns Glaubwürdigkeit.“

Auf einen Nenner konnten sich sie Diskutanten an am Ende einigen: Der CDU-Antrag wie auch der Ergänzungsantrag der Grünen wandert zunächst eine Etappe weiter – in den Fachausschuss.

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