Hoch in die Luft

Flugsportgruppe Airbus Bremen startet in Stelle in die Saison

Joachim Kruth (l.) und Hans-Joachim Blohme stehen vor dem Tower und dem Hangar auf dem Flugplatz Weser-Wümme in Stelle.
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Joachim Kruth (l.) und Hans-Joachim Blohme freuen sich, dass die Fliegersaison wieder beginnt.

Stelle - Die Flugsportgruppe Airbus Bremen startet mit Hans-Joachim Blohme als neuem Vorsitzenden auf dem Flugplatz Weser-Wümme in die neue Saison - und hat dafür einiges in die Pflege der Anlage gesteckt.

Der alte Traum vom Fliegen – sie leben ihn: die rund 90 aktiven Mitglieder der Flugsportgruppe Airbus Bremen. „Wir haben ja alle irgendwie das Fliegervirus im Körper“, sagt Joachim Kruth, Pressewart und Fluglehrer des Vereins, mit einem Lachen. Dem Virus freien Lauf zu lassen, dazu haben er und die weiteren Mitglieder der Flugsportgruppe auf dem Flugplatz Weser-Wümme ausreichend Möglichkeit – und einen besonderen Luxus:

„Wir sind einer der wenigen Flugsportvereine in Deutschland, die einen eigenen Flugplatz haben“, erklärt er mit Stolz in der Stimme.

Viel in Eigenleistung

Bereits kurz nach seiner Gründung 1960 hatte die Gruppe das Gelände bei Hellwege entdeckt und gekauft. „Erst kamen der Tower und ein Hangar. Und das alles in Eigenleistung“, berichtet Hans-Joachim Blohme. Er ist seit Kurzem der neue erste Vorsitzende des Vereins. Mittlerweile ist die Anlage gewachsen, neben der insgesamt 850 Meter langen Piste ist ein weiterer Hangar dazu gekommen, dazu eine Reihe von Werkstätten und Einstellmöglichkeiten für Privatflugzeuge sowie eine Tankstelle.

Die Flugzeuge des Vereins stehen im Hangar, insgesamt vier jeweils viersitzigen Maschinen sind im Besitz der Flugsportgruppe, zwei Cessna und zwei Piper. „Eine von den Cessna-Maschinen haben wir aus Österreich, deswegen trägt diese noch die österreichische Kennung“, erklärt Kruth. Für Deutschland ist es Vorschrift, der Kennung, die drei Buchstaben umfasst, ein „D“ voranzustellen. Im Fall der Cessna 172 M ist es ein „OE“ für Österreich. Diese können die Vereinsmitglieder nutzen und über ein Online-System auf der Vereinswebsite buchen – egal, ob für einen kurzen Flug oder einen Wochenendtrip auf eine ostfriesische Insel, denn „von hier bis Wangerooge sind es mit dem Flugzeug nur 45 Minuten“, so Kruth.

Flieger aus ganz Deutschland zu Gast

Neben den Aktiven gehören dem Verein noch passive Förderer und Flugschüler an – insgesamt zählt die Flugsportgruppe rund 130 Mitglieder. Und die kommen gerne auf dem Gelände des Flugplatzes Weser-Wümme zusammen. Dazu kommen Flieger aus ganz Deutschland, die in Stelle eine kurze Rast zum Auftanken machen oder dort sogar die Gelegenheit für eine Übernachtung vorfinden. Für die Sicherheit sorgt zu Betriebszeiten ein Flugleiter im Tower. „Dafür gibt es einen festen Dienstplan, einige Mitglieder unseres Vereins haben dafür eine entsprechende Schulung gemacht“, erklärt Kruth. Sogar seine eigene Frequenz hat der Flugplatz: „133,705 MHz“ prangt auf einem Plakat am Hangar. Und auch einen ICAO-Code, eine Kennung, die zu jedem Flughafen und -platz weltweit gehört, hat der in Stelle – nämlich EDWM.

Wir wollen noch attraktiver auch für Nichtflieger werden.

Joachim Kruth

„Wir sind ein ,Familienflugplatz‘“, betont Kruth. Denn: Wann immer samstags, sonntags und an Feiertagen zwischen 10 und 19 Uhr Flugbetrieb herrscht, sind auch „Externe“ willkommen. Und bekommen sogar in einem kleinen Clubrestaurant, das ab demnächst wieder geöffnet sein wird, eine kleine Stärkung. Auch die neue Terrasse soll dazu beitragen, um das Gelände noch besucherfreundlicher zu gestalten. „Wir wollen noch attraktiver auch für Nichtflieger werden“, sagt Blohme. „Wer hierher kommt, ist flug- und naturbegeistert“, ist Kruth überzeugt. Seiner Ansicht nach ist auch die Umgebung des Platzes ein großes Plus. „Viele Flugplätze sind inmitten einer freien Fläche. Aber wir haben hier diese Umgebung mit den Bäumen.“

Verein bildet Hobbypiloten aus

Das ist zwar schön, aber aufgrund der Luftverwirbelungen um die Baumreihen auch eine Herausforderung beim Start- und Landeanflug: „Aber das kommt dann wieder unserer Ausbildung zu Gute“, bemerkt Kruth. Im Durchschnitt bildet der Verein pro Jahr fünf Hobbypiloten aus. „Leider ist die Frauenquote noch gering, wir hoffen auf mehr“, sagt Kruth. „Das Fliegen ist anspruchsvoll, jede Minute muss der Pilot Entscheidungen treffen.“ Dennoch – seiner Ansicht nach ist es das wert: „Die Konzentration beim Fliegen hält jung. Und ein Lebenstraum ist es sowieso.“

Kontakt zum Verein

Mehr zum Flugplatz, zur Flugschule und zur Gruppe finden Interessierte unter www.edwm.de.

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