Finanziell im Plan, zeitlich nicht

5,6 Millionen Euro teurer Anbau des Sottrumer Gymnasiums ist erst nach Schulstart fertig

Noch verdeckt ein Baugerüst den freien Blick auf den roten Monolithen. Bis zu den Herbstferien soll der Anbau des Gymnasiums in Sottrum fertig sein.
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Noch verdeckt ein Baugerüst den freien Blick auf den roten Monolithen. Bis zu den Herbstferien soll der Anbau des Gymnasiums in Sottrum fertig sein.

Sottrum – Aus der offenen Hallentür schallt das Quietschen von Schuhsohlen, es wird geschrien, geflucht und gejubelt. Einige Tage, nachdem Italien den EM-Titel gewonnen hat, spielen Schülermannschaften am Gymnasium in Sottrum ihren eigenen Fußball-Cup aus.

Eine sportliche Herausforderung wird auch die Fertigstellung des Anbaus schräg gegenüber. Der rote Monolith, wie ihn der zuständige Architekt Michael Schröder wegen seiner roten Klinker, den roten Fugen und den rotbraunen Fenstern getauft hat, gibt auf der Anhöhe bereits ein beeindruckendes, aber noch kein erhabenes Bild ab.

Der Dachstuhl ist zwar ein Hingucker, Schüler werden diesen Bereich aber nicht nutzen.

Ein Baugerüst behindert den freien Blick auf die Fassade, davor parken zahlreiche Handwerker-Fahrzeuge neben Baumaterial, das auf seine Verwendung wartet. Es gibt Terminschwierigkeiten. Der Anbau mit Mensa, Bibliothek, acht Klassenräumen und Möglichkeiten zum Relaxen und Lesen wird nicht bis zum Schulstart nach den Ferien fertig sein. „Bis vor vier Wochen dachten wir noch, wird könnten das knapp schaffen. Aktuell können wir aber nur sagen, dass wir entspannt bis zu den Herbstferien fertig sein werden. Am Ende wird es ein Zeitpunkt irgendwo dazwischen“, sagt Erste Samtgemeinderätin Kerstin Wendt bei einer Baubesichtigung mit Ingenieur Marco Körner.

Dieser erklärt: „Terminlich ist das im Moment schwierig zu fixieren. Dafür ist die Situation in der Baubranche zu angespannt. Die Auftragsbücher der Firmen sind voll, viele Rohstoffe aber nur schwer zu bekommen. Wenn ein Gewerk später fertig wird, müssen die übrigen Termine mit den beauftragten Firmen neu terminiert werden. Das ist eine große Herausforderung für uns.“

Elektriker bringen Ordnung in den Kabelsalat.

Es gibt also viel abzustimmen für Körner, der im Rathaus in Sottrum die Schnittstelle zum beauftragten Planungsbüro bildet. Immerhin: Weil die Aufträge alle frühzeitig vergeben worden waren, läuft zumindest finanziell alles nach Plan. Gute Neuigkeiten für den Landkreis Rotenburg, der die Kosten trägt. „Wir werden wahrscheinlich den Kostenrahmen in Höhe von etwa 5,6 Millionen Euro einhalten“, erklärt Wendt, die jedoch betont: „Das ist der Stand jetzt. Am Ende wird abgerechnet.“

Körner gibt einen Zwischenstand: „Die Trockenbauarbeiten sind fast beendet, derzeit laufen die Sanitär- und Elektroarbeiten. Der Estrich ist fast vollständig eingebracht – da fehlt nur noch ein Bereich in der Küche. Wir warten nun darauf, dass die Maler, Fliesenleger und Fußbodenleger mit ihrer Arbeit starten können.“

Gehen die Pläne durch: Erste Samtgemeinderätin Kerstin Wendt und Ingenieur Marco Körner.

Der Anbau umfasst eine Grundfläche von insgesamt 800 Quadratmetern – zwei Stockwerke plus Dachgeschoss, das jedoch nur für die Lüftungsanlage genutzt wird. „Eigentlich schade, denn der Dachstuhl sieht toll aus“, findet Marco Körner.

Im Erdgeschoss zieht die Mensa ein, die dann etwa 80 Sitzplätze bieten soll und auch für Abiturarbeiten genutzt werden kann. Optisch dominiert dort die Decke aus Sichtbeton, die mit Schallschutzplatten ausgestattet sein wird. „Besonders gelungen finde ich die freistehenden Säulen, die zwar aus Beton sind, aber wie Marmor aussehen“, sagt Kerstin Wendt. Durch das Treppenhaus oder den Fahrstuhl gelangen die Schüler in den Flur im Obergeschoss. Dieser verfügt über ein zweigeteiltes Lichtkonzept: Zusätzlich zu den herkömmlichen Lampen sorgen dort sechs Lichtschächte dafür, dass der Raum mit Tageslicht versorgt wird. Vom Flur aus betreten die Schüler die acht Klassenzimmer, die je 60 Quadratmeter groß sind und mit Fußbodenheizung ausgestattet werden. Ein weiteres Highlight sind die massiven Fliegengitter aus Lochblech an den Fenstern. „Diese ermöglichen es, auch nachts die Fenster geöffnet zu lassen und für eine natürliche Belüftung zu sorgen. Sie bieten einen hohen Einbruchsschutz“, betont Wendt.

Alle Klassenräume erhalten Fußbodenheizung.

Sobald der Anbau fertig ist, sollen die Außenarbeiten starten. Die Mensa bekommt dann eine Terrasse mit weiteren Sitzmöglichkeiten für die Schüler. „Wir werden das Beachvolleyballfeld reaktivieren und Plätze zum Entspannen schaffen“, so Körner.

In der Mensa ist Platz für 80 Sitzplätze. Insgesamt 600 Schüler besuchen das Gymnasium in Sottrum.

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