Bildhauerin Ragna Reusch-Klinkenberg aus Ahausen stellt demnächst Werke in Scheeßel aus

Figuren aus Holz

In ihrem Atelier verpasst Ragna Reusch-Klinkenberg ihren Figuren den Feinschliff. Foto: Woelki
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In ihrem Atelier verpasst Ragna Reusch-Klinkenberg ihren Figuren den Feinschliff.

Ahausen – Die Gestalten lächeln. Die Figuren wirken fröhlich. Als würden sie gleich anfangen, um einen herum zu tanzen. Ragna Reusch-Klinkenberg sitzt im Gewächshaus vor dem Tisch und schnitzt an einer Figur. Ihre anderen Gestalten mit schelmischem Gesichtsausdruck schauen ihr währenddessen über die Schulter. Die Künstlerin aus Ahausen hat sich in den vergangenen 15 Jahren nicht nur landesweit, sondern auch auf Bundesebene und der internationalen Bühne einen exzellenten Ruf als Bildhauerin erworben.

Ihre kleinen Darsteller kreiert sie nicht aus Stein, sondern aus Holz. Ob aus einen Meter langen Baumstämmen oder aus Streichhölzern – aus allen Holzstücken „zaubert“ sie Gestalten. „Ich bin in der glücklichen Lage, dass ich mein Hobby zum Beruf gemacht habe“, berichtet Reusch-Klinkenberg. Bei ihrer gezielten Arbeit von Formvorstellung „darf ich mich kreativ austoben“, meint die Künstlerin. Und schiebt hinterher: „Die grobe Idee ist oftmals früh da.“ Immer wieder seien es Frauengestalten, die sie erschafft. Fast immer strahlen ihre Figuren mit eigenständigem Charakter in einer überzeichneten Pose mit kurvigen Formen eine lebensbejahende Spontanität aus. Als Lieblingspose schnitzt sie Figuren im Handstand. „Das vermittelt eine gewisse Leichtigkeit in der Bewegung“, schmunzelt die Holzkünstlerin.

Ihre vielen Holzfiguren stehen in der Galerie im Hamburger Flughafen, in Berlin oder bundesweit auf Messen von Galeristen. „Vor Jahren durfte ich nach Hongkong fliegen und dort ausstellen. Ich war überrascht, als mich eine Dame anrief und auf Englisch einlud, in Hongkong auszustellen. Es war ein tolles Erlebnis“, erinnert sich die Künstlerin. Wählt sie Baumstämme für ihre Figuren aus, stellt sie diese in ihrem Garten auf und greift zur Kettensäge. Das kennen die Nachbarn seit Jahren. Dann wird es laut. „Ich habe ein gutes Verhältnis zu meinen Nachbarn, weil sie wissen, dass ich um 20 Uhr mit der Sägearbeit draußen aufhöre“, erklärt sie. Danach setzt sie in ihrem Atelier die Arbeiten in Handtechnik fort: mit Stechbeitel und Kerbschnitzmesser.

Bis spät in die Nacht sitzt sie im Gewächshaus und formt an den Holzkörpern. Die Figuren lackiert und bemalt sie in der Regel mit leuchtenden Farben. Das Markenzeichen der Künstlerin sind die roten Schuhe. „Meine Frauenfiguren tragen alle rote Schuhe“, erzählt sie. Doch die Auswirkungen der Corona-Pandemie spürt auch sie. „Seit Monaten passiert nichts. Ich bin aber in der glücklichen Lage, noch Aufträge abzuarbeiten“, schildert Reusch-Klinkenberg und freut sich, da offiziell durch die Landesregierung erlaubt, auf eine Ausstellung in Scheeßel Ende Juni. „Zusammen mit der Bremer Malerin Maggie Luitjens stelle ich meine Holzexponate in der Zeit vom 26. Juni bis zum 2. August auf dem Meyerhof aus. Darauf freue ich mich.“  woe

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