Rückzug auf Abruf / Spezieller Krankenwagen im Einsatz

Feuerwehren nur noch im Dienstbetrieb

Am Feuerwehrhaus in Sottrum ist in diesen Wochen nur bei Einsätzen etwas los. Die Brandschützer halten nur noch den Dienstbetrieb aufrecht. Foto: Röhrs

Sottrum/Bremervörde – Auch die Feuerwehren und Rettungsdienste haben sich auf das Coronavirus eingestellt. Schonmal vorweg: Ihre Arbeit ist durch die Pandemie nicht eingeschränkt. Das bestätigen sowohl das Deutsche Rote Kreuz, der Landkreis und der Gemeindebrandmeister Sottrums, Björn Becker. Allerdings laufen einige Maßnahmen im Hintergrund.

Auf den Rettungswachen in der Region läuft die Arbeit wie gehabt weiter. Sie seien weiterhin normal besetzt, heißt es aus dem Kreishaus auf Nachfrage. Man richte sich aber nach den Vorgaben, die vom Robert-Koch-Institut empfohlen werden. Grundsätzlich gebe es keine Veränderungen. Bis auf eine: „Zusätzlich wurde jetzt ein Fahrzeug in Betrieb genommen, das nur für mögliche oder bestätigte Corona-Fälle eingesetzt wird. Auch im bisherigen Rettungsdienst gab es bereits die sogenannten ISO-Transporte, die Mitarbeiter sind also darauf eingestellt und wurden dazu geschult“, so Sprecherin Christine Huchzermeier.

Laut Rolf Eckhoff vom Deutschen Roten Kreuz in Bremervörde, das die Rettungswachen im Landkreis betreibt, handelt es sich dabei um einen bereits eigentlich stillgelegten Krankenwagen, der reaktiviert wurde. Dieser ist in Zeven stationiert und mit Ehrenamtlichen besetzt. „Damit die Regelrettung außen vor bleibt.“ Sollte ein Patient bei einem normalen Einsatz Anzeichen des Coronavirus zeigen, legen die Sanitäter entsprechend Schutzmasken an. Das sei nichts anderes, als bei anderen ansteckenden Erkrankungen, so Eckhoff. Nach dem Einsatz werde das Fahrzeug dann desinfiziert.

Bei den Feuerwehren sind die Einschränkungen einschneidender, allerdings eher auf der sozialen Ebene und nicht den Dienst betreffend. „Wir haben bis auf den Dienstbetrieb alles runtergefahren“, sagt Gemeindebrandmeister Björn Becker. Das heißt: Es finden zurzeit keine Lehrgänge, keine Übungen, kameradschaftliche Stunden und Ähnliches statt.

Die Kommunikation findet per E-Mail und Telefon statt. Die Anordnung hierzu gilt bereits seit dem letzten Wochenende bis auf Weiteres. Wer eines der 15 Feuerwehrhäuser in der Samtgemeinde besucht, wird vermutlich niemanden vorfinden; alle sollen nach Möglichkeit zuhause bleiben. Antreffen könnte man allenfalls einen Gerätewart. Die sind in diesen Zeiten mehr gefordert und schauen im Moment regelmäßig vorbei, um die Funktionsfähigkeit der feuerwehrtechnischen Geräte zu gewährleisten. Denn sie kommen im Moment nur zum Einsatz, wenn auch ein Einsatz ist: „Wir haben die Routineüberprüfungen jetzt verstärkt, weil keiner da ist.“

„Kein Bürger muss befürchten, nicht schnellstmöglich fach-, sach- und aufwandsgerechte Hilfe in Notsituationen zu erhalten“, so Becker weiter. Und das auch ohne Übungsbetrieb. „Wir sind gut ausgebildet und trainiert. Und das ist wie Fahrradfahren, das verlernt man nicht.“ Lageabhängig, etwa bei der Unterstützung von Sanitätern, kommen Sicherheitsmaßnahmen wie Mundschutz zum Einsatz, der sei ohnehin Teil der „erweiterten persönlichen Ausrüstung“ eines Brandschützers.

Sollte ein Kamerad Anzeichen des Coronavirus zeigen oder gar infiziert sein, melde er sich beim Ortsbrandmeister ab. „Jeder ist angehalten, Hygiene-Etiketten zu berücksichtigen.“ Becker ist sich aber sicher: „Meine Leute sind sich der Situation bewusst.“

Trotzdem mahnen die Feuerwehren wie viele andere im Moment zur Umsicht. So heißt es in einer Pressemitteilung der Brandschützer aus der Samtgemeinde: „Alle Bürger werden um maximale Handhygiene gebeten. Und dieses gilt in verschärfter Form natürlich auch für die Einsatzabteilungen der Feuerwehren. Es gilt, einen Verdachtsfall, der zur Quarantäne ganzer Abteilungen oder Ortsfeuerwehren führen würde, unbedingt zu vermeiden.“

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