Ein feines Näschen

Berit Jack bringt Hunden die Personensuche bei

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Nach dem Kommando „Go Trail“ ist „Fabayo“ nicht zu halten (oben). Im Hintergrund beobachten Trainerin Berit Jack (rechts) und ihre Assistentin Sabine Mull den Start. Zuvor hat er noch den Geruch aufgenommen (unten).

Hellwege - Von Antje Holsten-Körner. Vor einigen Jahren löste der Polizei-Schäferhund „Kommissar Rex“ im Fernsehen so manchen Fall, da er mit seiner empfindlichen Nase Beweisstücke oder gesuchte Personen fand. So ein Talent ist nicht auf eine bestimmte Rasse beschränkt, sondern so gut wie jedem Hund mit in die Wiege gelegt worden. „Jeder Hund hat Spaß an Nasenarbeit und jeder kann das“, weiß die Hellwegerin Berit Jack, die seit rund 15 Jahren als Trainerin für Mensch und Hund aktiv ist.

Für sie ist Mantrailing, also Personensuche, eine hervorragende Möglichkeit, dass der Hund seine Veranlagung ausleben darf. Inzwischen ist Mantrailing eine Trendsportart für die Vierbeiner und ihre Halter geworden. Sogar als Problemhunde geltende Tiere, weiß die Hellwegerin aus Erfahrung, können sich durch die Personensuche positiv entwickeln. „Wir hatten schon aggressive Hunde oder welche mit Angstproblemen. Durch das Training haben sie ihren Blickwinkel auf Menschen zum Guten verändert“, freut sich Berit Jack über die Erfolge.

Mit Mantrailing kann früh begonnen werden. Das sechs Monate alte Fellkind der Familie Jack „Mathilde“, ein Bornholmer, ist schon fleißig dabei. Immer geht es darum, einer Spur zu folgen. Dafür hat die Zielperson einige Zeit ein Wattepad oder ein Taschentuch unter dem Arm getragen, sodass dieser Gegenstand den Geruch annimmt. Dieser mit den Hautschuppen versehene Duftträger wandert in eine Tüte, ohne dass ihn eine zusätzliche Person berührt, und wird dem Hundeführer übergeben.

Für jeden Erfolg eine Belohnung

„Am Anfang sehen die Hunde noch, wenn die gesuchte Person weggeht“, berichtet Jack. Um dem Vierbeiner auch zu signalisieren, dass er jetzt „im Einsatz“ ist, trägt er beispielsweise eine Glocke oder ein besonderes Halstuch. „So weiß der Hund, dass es losgeht und er auch ziehen und sehr schnell sein darf“, erklärt Berit Jack.

Der Hund riecht an der Tüte, bevor das Start-Kommando „Go Trail“ erfolgt. Natürlich gibt es für jeden Erfolg eine Belohnung. Daher hat die Zielperson eine Dose mit besonderen Leckerli oder einem interessanten Spielzeug dabei. Je nachdem, wie trainiert wird, zeigt der Hund seinen Fund mit Hinsetzen oder Bellen an.

Den Hund lesen lernen

Im Laufe der Zeit werden die Übungen immer schwieriger. Der Rhodesian Ridgeback „Fabayo“ kann inzwischen – trotz vieler ablenkender Gerüche – Personen finden, deren Geruch er vorher aufgenommen hat. „Bei der Suche bilden Mensch und Hund ein Team“, so die Trainerin. Mit etwas Erfahrung erkennt der Hundeführer, was es heißt, wenn bei seinem Vierbeiner der Leinenzug nachlässt, er nach links geht, aber geradeaus schaut. „Man lernt mit der Zeit, den Hund zu lesen“, so die 51-Jährige.

Eine besondere Herausforderung ist es für die Hunde, wenn die zu verfolgende Spur schon einige Tage alt ist oder im Wald, wo viele andere Gerüche ablenken, getrailt wird. „Die Ausbildung hört nie auf“, sagt Berit Jack. Auch wenn alles nur ein Spiel ist, ist die Freude über einen erfolgreichen Fund mindestens genauso groß wie bei „Kommissar Rex“.

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