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Neue Vorsitzende bei den Sottrumer Grünen

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Von: Matthias Röhrs

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Führen die Sottrumer Grünen an: Simone Facktor und Joris Immenhauser.
Führen die Sottrumer Grünen an: Simone Facktor und Joris Immenhauser. © Röhrs

Die Samtgemeinde-Grünen haben mit Joris Immenhauser und Simone Facktor zwei neue Chefs. Während für Facktor Kommunalpolitik noch Neuland ist, hat Immenhauser in Nordrhein-Westfalen schon in einem Stadtrat gesessen.

Sottrum/Hellwege – Innerhalb eines Jahres an die Spitze des Ortsverbandes, das muss man erstmal schaffen. Mit Simone Facktor und Joris Immenhauser haben die Sottrumer Samtgemeinde-Grünen zwei neue Vorsitzende gewählt, die nun auf den bisherigen Ortsvereinschef Dieter Szczesny folgen. Beide sind relativ neu in der örtlichen Politik, doch zumindest Immenhauser kann trotz seiner 25-Jahre schon auf kommunalpolitische Erfahrung verweisen.

Das neue Amt sei für beide sehr überraschend gekommen, erzählen sie. Man sei aber gut gestartet, es sei viel Energie im Ortsverband freigesetzt worden. Zwei Sprecher oder eben Vorsitzende seien insbesondere bei den Grünen im Sinne der Gleichberechtigung nicht unüblich. „Es ist schon gut, wenn eine Frau dabei ist“, sagt Facktor. Zusammen mit Immenhauser will sie in den kommenden Jahren ein Zeichen setzen, „frischen Wind, frische Ideen“ einbringen.

Klima als Herzensangelegenheit

Das Klimaschutzkonzept müsse gestärkt werden, gerade hinsichtlich der E-Mobilität oder des öffentlichen Nahverkehrs. Die einzelnen Ortschaften in der Samtgemeinde gelte es beispielsweise besser zu verknüpfen. Immenhauser ist das Entwicklungskonzept „Sottrum 2030“ wichtig. „Das stimmt mit vielen grünen Punkten überein.“ Doch hält er dort manches in der Umsetzung schwierig zu finanzieren.

Facktor ist vor einigen Jahren aus dem Landkreis Harburg nach Hellwege gezogen, ist aber erst im vergangenen Jahr den Grünen beigetreten. „Ich habe mich immer mit grüner Politik identifizieren können, habe mich aber nie eingebracht“, sagt sie. Insbesondere die „Fridays for Future“-Bewegung habe die 55-Jährige dazu animiert, das zu ändern. In Sachen Klimawandel müsse man aktiver sein, so die Hellwegerin. Und vor Ort könne man im Kleinen eine Menge bewirken.

Der neue Grünen-Vorstand

Bei der Mitgliederversammlung vor wenigen Wochen haben die Grünen mit Simone Facktor und Joris Immenhauser zwei Neuzugänge zu ihren Vorsitzenden gewählt. Als Schatzmeister wurde Lühr Klee von den Mitgliedern für zwei weitere Jahre im Amt bestätigt, geht aus einer Pressenotiz des Ortsverbandes hervor. Den nun sechsköpfigen Vorstand komplettieren als Beisitzer Sven Plaschke, der vorherige Vorsitzende Klaus-Dieter Szczesny und Uwe Brauer.

Immenhauser ist eigenen Angaben nach seit 2012 bei den Grünen und wie Facktor ebenfalls seit etwa einem Jahr im Sottrumer Ortsverband. Ursprünglich stammt er aus Witten, das zwischen Hagen und Bochum liegt. In der 96 000-Einwohner-Stadt saß er von 2014 bis 2018 im Stadtrat, ehe es ihn zum Politikstudium nach Bremen und seine Freundin an die Hochschule für Künste im Sozialen in Ottersberg verschlug. Sie wohnen in Sottrum.

Der Wieste-Gemeinde weist Immenhauser trotz des Größenunterschieds durchaus Parallelen zu seiner Heimatstadt zu. „Sottrum hat zu Bremen eine ähnliche Bedeutung wie Witten zu Hagen oder Bochum.“ Dennoch eröffne Sottrum eine „neue Perspektive“. Hier gebe es weniger Personal für politische Arbeit. „Politik ist hier mehr Selbermachen.“

Kandidatur bei den Wahlen 2021 noch offen

Was die im September anstehenden Kommunalwahl und eine mögliche Kandidatur und Ratsarbeit angeht, lassen sich beide alle Optionen noch offen. Immenhauser möchte sich diese erstmal in der Praxis anschauen. Vor Weihnachten hat er sich daher als Nichtratsmitglied in die Ausschüsse für Kinder, Jugend, Sport, Soziales und Kultur sowie für Umwelt und Wege des Sottrumer Gemeinderates wählen lassen. Auch Facktor will sich noch nicht festlegen, schließlich sei man ja erst seit Kurzem im Amt.

Dennoch bleiben die Wahlen – auch die Bundestagswahl steht an – so oder so Thema für die beiden Co-Vorsitzenden. „Unser wichtigstes Ziel ist natürlich die Vorbereitung eines engagierten Wahlkampfes im nächsten Jahr“, erklärt Facktor „Wir wollen versuchen, möglichst in jedem Ort der Samtgemeinde mit vielen engagierten Kandidatinnen und Kandidaten und einem guten Wahlergebnis unsere grünen Themen in die Räte einzubringen.“

„Energie aus dem Bund mitnehmen“

„Unser Anspruch ist es, in den kommenden Jahren als starke grüne Stimme die Zukunft der Samtgemeinde-Ortschaften mitzuprägen“, ergänzt Immenhauser. Man wolle die Energie aus dem Bund auch in Sottrum mitnehmen.

Beide wissen, dass Politik im Kleinen anders funktioniert als im Bund. Es gebe eine geringere Wahrnehmung der Parteien, so Immenhauser, man sei mehr auf Konsenspolitik und Kompromisse aus. Damit unterscheide sich Lokalpolitik auf dem Dorf schon wieder stark von der in der Stadt. „Es ist superspannend, zu beobachten, wie unterschiedlich das ist.“ In der Stadt sei es eher ein Parteienwahlkampf, auf dem Dorf geht es um die Personen, so Facktor.

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