Fabian Golly und eine Gruppe junger Graffiti-Künstler erneuern die Wand an der Großen Straße 28 in Sottrum

Street Art – urbane Kunst im ländlichen Raum

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Mit Spraydosen bewaffnet geht es an die Wand.

Sottrum - Von Heidi Stahl. Sie trotzten Regen und Kälte und ließen sich auch von den kräftigen Windböen nicht von ihren hohen Leitern herunter wehen. Mit Sporttaschen voller Spraydosen waren Johannes, Daniel, Fabian und Holger angerückt, um die von dem Kunsttherapeuten Fabian Golly am Tag zuvor im düsteren Kulissenschwarz einfarbig bemalte Wand mit fröhlich-farbigen Buchstaben-Tags neu zu besprühen.

Fabian Golly arbeitet bei der Sozialpädagogischen Familienhilfe (SoFa e.V.) in Scheeßel und hatte schon vor Jahren Kontakt mit Johannes Graf vom Jugendtreff in Sottrum. Dort fand er für sein Graffiti-Projekt das leerstehende Haus an der Großen Straße, das der Besitzer den Jugendlichen für ihre Sprühaktionen zur Verfügung stellte. So kam die Street-Art in Sottrum in die Legalität, was nicht immer selbstverständlich ist. In letzter Zeit hatten sich auch Unbefugte an dem Haus zu schaffen gemacht und die Geduld des Besitzers durch Vandalismus überstrapaziert, sodass er auch das Graffiti-Projekt nicht mehr dulden wollte. Für das „LandKulturLand-Fest“ stellte er sein Haus aber noch einmal zur Verfügung.

Die dadurch entstandenen neuen Graffitis sind kalligraphische Tags – Buchstaben, deren Formen und Farben spielerisch und fantasievoll in den unterschiedlichsten Variationen ausprobiert werden. Dabei muss nicht jede Buchstabenkombination sinnvoll sein, allein der Klang oder die Abfolge der Zeichen sind die Grundlage der Performance. Aber auch der Künstlername von Daniel „Sepa“ findet seine neue Form in Weiß, Violett und Schwarz und lässt die Buchstaben tanzen.

Interessierte müssen schon sehr genau hinschauen, wenn sie Fabians Lieblingswort „Vokal“ in den leuchtend grünen Formen entdecken möchten. Rot-violett kommt das Wort „Motown“, das für eine bestimmte Musikrichtung der gleichnamigen Plattenfirma steht, ganz oben an der Häuserwand zum Klingen. Fabian Golly selbst verwendet das Wort „open“ in Grün und Weiß als Schattierung seiner rosa Wolke, die sich um eine Tür in der Wand aufplustert.

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