„ExxonMobil“ plant Verfüllung der Bohrstelle Taaken Z1 und Neuerschließung von Taaken Z3

„Wir wollen hier in Frieden leben“

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Gelände der Bohrstelle Taaken Z1: Exxon lehnt den Bau einer Lärmschutzwand für Z3 ab.

Stapel - Von Nina Baucke. Die Erdgas-Bohrstelle Taaken Z1 geht in den „Ruhestand“, für die neue Bohrung Taaken Z3 fällt bald der Startschuss. Jedenfalls wenn es nach den Plänen des Betreibers „ExxonMobil“ geht. Klaus Torp und Hans-Hermann Nack aus dem Bereich Unternehmenskommunikation haben nun vor rund 60 Bürgern das Vorhaben vorgestellt – und stießen auf zahlreiche Fragen.

Konkret ist zumindest, dass Taaken Z1 aufgegeben wird. „Die Bohrung läuft seit 1982 und bringt nicht mehr die erforderliche Produktionsrate“, erklärt Klaus Torp von der Exxon-Pressestelle in Hannover auf Anfrage der Kreiszeitung. „Aber ohnehin ist diese Stelle weit über den regulären Lebenszyklus einer Bohrung hinaus. Der beträgt immerhin bis zu 20 Jahre.“ Nach Torps Angaben hat „ExxonMobil“ an der Stelle Taaken Z1 etwa 300Millionen Kubikmeter Gas gefördert.

Mit einem Vorschlag zur Nachnutzung von Z1 ist Michael Schröck, Bürgermeister der Gemeinde Horstedt, gescheitert: „Es wäre die Überlegung gewesen, eine Pipeline zu bauen und die Wärme für die Gemeinde zu nutzen.“ Nach Aussage von Torp eine „interessante Idee – aber technisch nicht machbar“.

Bin Ende dieses Jahres soll die Bohrung mit Beton verfüllt und damit stillgelegt werden. „Exxon hat betont, dass dabei kein Lagerstättenwasser verpresst werden soll. Der Boden eigne sich dafür nicht“, sagt Schröck im Gespräch mit der Kreiszeitung. „Das Wasser soll zur Bohrstelle Bötersen Z11 geleitet und dort in 850 Metern Tiefe verpresst werden.“ Etwa 4800 Meter tief ist die Bohrung Taaken Z1 – und in ähnliche Tiefen soll auch Taaken Z3 gehen.

„Da sind die Bürger natürlich unruhig und haben viele Fragen“, sagt Schröck. „Es geht um Genehmigungen, ob abgefackelt wird, um die Lärmbelastung – und natürlich, ob nicht zuerst auf die Ergebnisse der Krebsstudie aus Bothel gewartet werden könne.“

Ein Vorschlag war beispielsweise eine Lärmschutzwand. Denn die Lautstärke der Arbeiten an der Bohrstelle kann bis zu 45 Dezibel betragen – manchmal sogar mehr. „ExxonMobil“ lehnt den Bau einer Wand ab. „Wir halten uns an gesetzliche Regelungen – und die dürfen kurzzeitig überschritten werden. Und ohnehin sind Dezibelwerte Spekulation, denn die Anlagen werden technisch weiterentwickelt“, sagt Torp. Auch das Abfackeln sei notwendig. „Exxon will halt Geld verdienen und nicht ausgeben“, bemerkt Schröck dagegen. „Wir wollen aber in Frieden leben.“

Für Z3 habe „ExxonMobil“ noch keinen Antrag bei der Bergbaubehörde gestellt, so Torp. „Wir haben eine Vorstellung, wo das sein soll, aber wir werden keinen zusätzlichen Flächenverbrauch haben.“ Ab 2016, so die Planung, soll Taaken Z3 den Betrieb aufnehmen, die Gespräche stehen noch aus. „Wir sind auf die Behörden angewiesen.“ Dennoch muss das Unternehmen wohl weiteres Gelände neben der Bohrstelle Z1 pachten – „und das hat der Grundstückseigner abgelehnt“, sagt Schröck.

Eine Möglichkeit der rechtlichen Handhabe, die Bohrung zu verhindern, sieht der Bürgermeister bislang nicht. „Wir können nur immer wieder betonen, dass wir diese Vorhaben nicht gut finden und Informationen fordern.“ Klaus Torp sagt, Exxon nehme alle Sorgen und Ängste ernst. „Wir werden spätestens bis Mitte 2015 zu weiteren Informationsveranstaltungen einladen.“ Für Michael Schröck ist allerdings klar: „Z3 ist noch nicht in trockenen Tüchern.“

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