Reeßumer feiert mittlerweile ansehnliche Erfolge

Erstes Video von DJ „Luke Madness“

Lukas Klar sitzt an seinem Laptop.
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Die Arbeit am Computer gehört für Lukas Klar – ob als „Luke Madness“ oder als Social-Media-Manager – zum Alltag.

Reeßum/Bremen – Für viele Talente wird es wohl immer ein Traum bleiben, auf den bekannten Musikportalen hohe Streaming-Zahlen zu erzielen. Dagegen wird dies für „Luke Madness“ gerade zur Realität, denn sein zusammen mit dem DJ-Trio „LANNÉ“ produziertes Cover des bekannten Tracks „Dynamite“ konnte bisher fast 850 000 Streams auf dem Portal Spotify einheimsen – monatlich hat er mehr als 400 000 Hörer.

Hinter dem Künstlernamen „Luke Madness“ verbirgt sich der gebürtige Reeßumer Lukas Klar. „So cool. Ich weiß gar nicht, was im Moment abgeht“, ist der 22-Jährige von den Zahlen total begeistert. Und zieht einen Vergleich: „Für unbekannte Künstler ist es schon sehr gut, wenn man die 100 000er-Marke bei den Streams erreicht.“ Er weiß, dass er diesen Erfolg „LANNÉ“, die monatlich weit über 1,5 Millionen Hörer verbuchen können, zu verdanken hat. „Die Drei sind gute Freunde. Sie sagten zu mir, dass sie mich pushen wollen“, berichtet Klar.

Sie sollten Recht behalten, denn schon bald wird „Dynamite“ die Million geknackt haben. Und es geht weiter: Mit Benjamin Darm – professioneller Songwriter und Freund Klars – als Co-Produzentem, und „Shockz“ als Künstler entstand vor Kurzem der Track „Replay“. „Da Benjamin und ich nicht nur gut zusammenarbeiten, sondern auch viel Spaß als Freunde haben, fragte ich ihn im November, ob er nicht der zweite Teil von ‚Luke Madness‘ sein möchte“, erzählt der Wahl-Bremer, der fast jedes Wochenende zu Besuch bei seinen Eltern in Reeßum ist. Das sollte sich als richtige Entscheidung erweisen, denn nicht nur, dass „Replay“ schon nach zwei Wochen mehr als 250 000 Streams verzeichnete, sondern auch sonst ergänzen sich die Freunde. „Ideen für neue Projekte und die damit verbundene Arbeit schaffe ich zeitlich nicht alleine“, erzählt Lukas Klar, der neben „Luke Madness“ Eventmanagement mit Schwerpunkt Artist-Management an einer Londoner Uni studiert, wobei die Präsenzkurse in Bremen stattfinden. Um finanziell über die Runden zu kommen, arbeitet er noch als Social-Media-Manager für einen Konzern.

Schon bald dürfen sich die Fans auf das erste Musikvideo von „Luke Madness“ freuen, bei dem er selbst singt. Vom Song verrät er, dass es sich um Popmusik mit Einflüssen von elektrischer Musik handelt: „Es geht in die Richtung von Cro, Justin Bieber und Shawn Mendes.“ Unterstützt wird er dabei von Manager Marius Kaulfers. Als Erscheinungstermin wird Mai anvisiert.

Trotz der hervorragenden Zahlen bleibt Klar mit beiden Füßen auf dem Boden. Ganz wichtig ist ihm, so zu bleiben wie er ist. „Man lebt nur einmal, warum soll ich da unfreundlich und nicht hilfsbereit sein? Wenn ich arrogant werden würde, bekäme ich großen Ärger mit meinen Eltern“, verrät er. Hauptberuflich diesen Weg einzuschlagen, steht nicht auf seiner Agenda, denn er weiß, dass der Erfolg nicht von Dauer sein muss und „es in der Musikbranche nichts geschenkt gibt“.

„Ich liebe die Musik, aber ich möchte niemals wieder in die Situation kommen, Schwierigkeiten zu haben, meine Miete zu bezahlen“, betont Klar. Hintergrund: Zu Beginn der Pandemie wurde ihm durch den Lockdown der Clubs und Diskotheken finanziell der Boden unter den Füßen weggezogen. „Seit September 2019 konnte ich mir als DJ meinen Lebensunterhalt verdienen“, erzählt Klar. Mit den Einnahmen, die von Gig zu Gig in die Höhe gingen, stiegen auch seine Lebenshaltungskosten. „Ich habe, anders als mir in der Kindheit beigebracht wurde, gelebt wie ein König mit hohen monatlichen Kosten“, gibt er zu. Mit dem Lockdown ruhten alle Engagements wie die als Resident-DJ im Bremer NFF-Club und damit versiegten die Geldquellen von einem auf den anderen Tag. „Schnell habe ich, wo es nur möglich war, reduziert“, so Klar.

Gelernt habe er dadurch auch, dass er mehrere Standbeine brauche. Eins davon ist die gemeinsam mit einem Bremer Fotografen gegründete Modemarke „Blickfang“. „Es ist alles bio und fair produziert“, hebt er hervor. Die erste Kollektion schlug so gut ein, dass es schon nach 13 Tagen hieß „sold out“. Inzwischen ist die zweite am Start. Außerdem schreibt er seit einigen Monaten Social-Media-Konzepte für andere Künstler, damit diese sich besser im Internet vermarkten können. „Ich wünschte, der Tag hätte mehr Stunden“, sagt er schmunzelnd.

Für alle, die mit einer Karriere in der Musikbranche liebäugeln, hat er Tipps, die sich auch für andere Bereiche anwenden lassen: „Man darf sich niemals unterkriegen lassen. Wenn man etwas liebt und unbedingt will, dann kann man es auch schaffen.“ Dazu gehören aber auch „am Ball bleiben“ sowie „offen und lernbereit zu sein“. Auch bei Klar klappte nicht alles auf Anhieb. „Ich war mit einem Freund im NFF-Club und von elektronischer Musik angefixt. Da haben wir beschlossen, zusammen DJs zu werden“, erzählt er von den Anfängen. Zuerst legte der Reeßumer mit dem Handy auf, bevor sich zu Weihnachten sein Wunsch nach einem kleinen Pult für 150 Euro erfüllte. „Ich dachte, damit wäre ich der coole Partyveranstalter“, gibt er zu.

Doch so einfach war es nicht: Nach dem Reeßumer Fastnachtsball im Januar 2018, wo er für rund 500 Leute auflegte, organisierte er eine Party in Winkeldorf. „Da ist alles schiefgelaufen, ich habe mich total verkalkuliert“, blickt er zurück. Aufgeben war trotzdem keine Option. So bewarb er sich in Bremen in allen Clubs und versuchte, Kontakte zu knüpfen. „Traurig, dass von den DJs keiner antwortete. Sie hätten ja wenigstens absagen können“, so Klar.

Eine Zusage zum Auflegen gab es vom Tower-Musikclub, später folgte der Shagall-Club. Dort wurde Jan-Thore Kulke, Besitzer des NFF-Clubs, auf ihn aufmerksam. „Damit hatte ich den Jackpot gewonnen, denn er pushte mich“, weiß Klar das Engagement seines Mentors, der ihn als DJ auf die Erfolgsspur brachte, zu schätzen. Sehr dankbar ist er auch seinen Freunden Torben Peters und Daniel Gonscherowski: „Sie haben schon immer an mich geglaubt und mich bestärkt, weiterzumachen.“

Übrigens: Sobald der NFF-Club wieder für Gäste öffnen darf, wird sich „Luke Madness“ sicherlich seinen Traum, als DJ zur Show selbst zu singen, verwirklichen.

Von Antje Holsten-Körner

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