Die ersten sechs Infotafeln in Ahausen stehen / 20 sind insgesamt geplant

Der Geschichte auf der Spur

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Eine Infotafel steht vor der Gedenkstätte „Vom Ehrenmal zum Mahnmal“.

Ahausen - Von Bettina Diercks. Verwunderte Blicke hat der Männertrupp geerntet, der am Samstag in Ahausen unterwegs war. Sie buddelten vor diversen Häusern Löcher, setzten Granitstelen ein und montierten Edelstahl-Rahmen. Am Montag wurde dann das Geheimnis gelüftet: Die ersten sechs Tafeln der Spurensuche sind aufgestellt. Pünktlich zum Ahauser Herbst, bei dem der gleichnamige Krimiroman von Jutta Michels vorgestellt wird.

Das war das Ziel des Heimatvereins: Die ersten sechs Stationen der „Reise durch die Ahauser Geschichte“ bis zum Wochenende zu präsentieren. Dank der Stiftung der Stadtwerke Rotenburg konnte die Spurensuche realisiert werden. Die Idee zum historischen Pfad entstand während der Teilnahme am Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“. Da Ahausen einen Sonderpreis beim Kreiswettbewerb abgeräumt hatte, wurden die gewonnenen 1950 Euro ebenfalls in das Geschichtsprojekt gegeben, zusätzlich zu den Stunden an ehrenamtlichem Engagement.

Jutta Michels lieferte aus ihrem Fundus an Recherchematerial für ihre Bücher das Textmaterial für die Tafeln. Zu sehen sind darauf neben den Zeilen historischen Bilder und ein QR-Code. Dieser führt auf die Internetseite des Heimatvereins, auf der weiterführende Infos zu finden sind – sogar Tonaufnahmen. Die bestehen zum Teil aus geführten Interviews aber auch alten Mitschnitte aus 1960.

Passend zu den Büchern „Pfingstfeuer“ und „Spurensuche“ ist am Ahauser Hof eine Infotafel zu finden. Dort, wo am Pfingstmontag 1933 der Brand entstand, den die Gret vorausgesagt hatte, die von 1900 bis 1905 als Magd auf dem Timpenhof arbeitete.

Gleich nebenan geht es weiter: Die Infotafel ist dem „Gasthof zur Post“ gewidmet, der auch Tank- und Bushaltestelle beheimatete. Neben Schankraum und Post befand sich in dem Haus auch ein kleiner „Tante-Emma-Laden“.

Das Pfarrwitwenhaus oder auch die Dodenhofsche Schmiede gegenüber dem heutigen Gemeindehaus verfügt über einen Halbkeller. Dieser diente im Zweiten Weltkriege als Luftschutzraum. Im Nebengebäude, in dem heute die Werkstatt von Franziska und Matthias Weber untergebracht ist, sind immer noch Einschusslöcher der Tiefflieger zu finden, die in den letzten Kriegstagen die Hauptstraße entlang flogen.

Ebenfalls gegenüber dem Gemeindehaus, allerdings an der Ecke Am Specken/Hauptstraße, stand früher das Pastorenhaus, an dem ein kleines Gemeindehaus angebaut war. Dort war zu Beginn des Zweiten Weltkrieges der Unterrichtsraum der Dorfschule, später eine Kriegsgefangenenbaracke. Das darauf gebaute Haus ist jetzt im Besitz von Jakob Honke, der die ersten Flüchtlinge aufnahm, die im vergangenen Jahr nach Ahausen kamen.

In direkter Nachbarschaft zum Gelände des Heimatvereins befindet sich ebenfalls eine der Gedenktafeln. „Vom Ehrenmal zum Mahnmal“ ist nicht nur mit der Spurensuche verbunden. Die Idee, das Ehrenmal ins Dorf zurück zu holen und umzubenennen, entstand ebenfalls im Rahmen des Dorfwettbewerbes. Aufgrund des Engagements der Arbeitsgruppe „Ortsmittelpunkt“, bestehend aus Christine Abel, Heiko Rosebrock und Claus Pluntke kehrten die Gedenktafeln durch Einsatz des Logistik Bataillons aus der Lentkaserne Rotenburg im Juni 2013 in den Ort zurück. Weitere Infotafeln sollen folgen. Sechs sind für 2016 geplant, 20 insgesamt.

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