Erik Brandt-Höge aus Hassendorf hat seinen zweiten Roman geschrieben

Von der Diskobushaltestelle auf die Flamingo-Bühne

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Seit gestern gibt es den neuen Roman von Erik Brandt-Höge zu kaufen.

Hassendorf - Von Inken Quebe. Auf den ersten folgt der zweite Streich – hofft zumindest Erik Brandt-Höge. Der 32-jährige Hassendorfer hat mit seinem Erstlings-Werk „Diskobushaltestellenhierarchie“ schon eine Lesereise hinter sich gebracht, jetzt legt er mit dem Roman „Flamingostar“ nach. Gestern im Droemer-Verlag erschienen.

„Ich hatte Bock, mir eine neue Geschichte auszudenken“, erzählt er bei einem Gespräch im Eiscafé. Ausdenken ist das Stichwort – denn über seine Arbeitsweise sagt Brandt-Höge: „Mein Privatleben gehört nicht in die Bücher.“ Doch so ganz kann er es nicht verhindern, dass gelegentlich Details einfließen, das gibt er dann trotzdem zu. „Ich glaube, wenn man etwas erzählt, hat es immer etwas mit Erinnerung zu tun, ob man will oder nicht.“ Schon die Rahmenbedingungen bei „Diskobushaltestellenhierarchie“ machen das deutlich: Ein junger Mann will raus aus dem Dorf, in die Großstadt – zumindest das war bei Erik Brandt-Höge ähnlich. Ihn zog es nach dem Abitur an der Eichenschule nach Berlin und Potsdam. Dort hat er Anglistik und Germanistik studiert.

Im neuen Roman geht es dagegen um den 20-jährigen Jussi, der seine musikalische Leidenschaft zum Beruf macht und als Sänger berühmt werden will – den Anfang macht er in dem Nachtclub „Flamingo“. Aber „das Buch hat zwei Ebenen“, so Brandt-Höge. Denn Jussi hat auch mit Familienproblemen zu kämpfen. Da ist zum einen sein Vater, der sich eigentlich eine Anwaltkarriere für seinen Sohn vorstellt. Zum anderen klärt sich im Laufe des Buches die Geschichte hinter dem Unfalltod von Jussis Mutter. Klingt erstmal nach einer nicht so fröhlichen Story. „Es ist eher leichte Unterhaltung zum Lachen als schwere Kost“, widerspricht der Autor. Im Vordergrund stehen nicht die Familienkonflikte, sondern das Musikgeschäft, verspricht er.

Auch, dass es eher was für junge Menschen ist, will er so nicht stehen lassen. „Es gibt drei Generationen, wo der Leser andocken kann“, verrät er. Zwar stecke hinter „Flamingostar“ schon eine „junge Geschichte, aber ich würde behaupten, dass es auch die Generation meines Vaters interessiert“.

Dass es gerade eine Geschichte aus dem Musikgeschäft in seinen zweiten Roman geschafft hat, kommt nicht von ungefähr. Zehn Jahre Erfahrung als Musikjournalist ersparen viel Recherchearbeit. Zwar seien die Charaktere alle fiktiv, aber „es gibt Parallelen zum Showgeschäft, die auch der Leser erkennt“. Zwei Wochen hat er, so schätzt Brand-Höge selbst, aber trotzdem mit Recherchen verbracht, sich vor allem viel angeguckt. „Ich bin dann zum Beispiel nach Bremen ins Viertel und auf die Reeperbahn gefahren und habe viele Fotos gemacht“, sagt er über seine Vorgehensweise.

Geschrieben hat er das Nachfolge-Werk vorwiegend in einem Büro in Hannover, das er angemietet hat. Für ihn ein wichtiger Platz. „Es ist nicht gut, wenn der Arbeitsplatz direkt neben dem Bett steht.“ Anstrengend sei vor allem der letzte Monat gewesen: „Da habe ich manchmal 14 Stunden gearbeitet.“ Mit der Abgabe des Manuskripts sei aber jede Anspannung gewichen, fast wie nach einer Prüfung. „Da gab’s dann schon ein paar Bierchen“, so der 32-Jährige, der mittlerweile in Hannover lebt, aber gelegentlich noch seinen Vater in Hassendorf besucht.

Ob auf den zweiten noch der dritte Streich folgt, lässt Erik Brandt-Höge aber offen. „Ich belasse es vorerst bei zwei Büchern“, erzählt er und berichtet, dass er vor zwei Monaten als Redakteur bei einem Magazin in Hamburg begonnen hat. Ganz ausschließen will er eine Fortsetzung seiner Schrifsteller-Karriere zwar nicht, aber: „Erstmal möchte ich jetzt Journalist sein.“

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