Enttäuschung trotz Wahlsieg

CDU gewinnt in Sottrum und hadert mit der Niederlage Rösels

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Nachdem aus Berlin bereits die ersten Hochrechnungen eintrudelten, ging für die Ergebnisse aus den Wahllokalen der Region der Blick vom FDP-Ortsgruppenchef Andreas Zack (l.) und Direktkandidat Hendrik Jürgens (r.) immer wieder Richtung Tablet-PC von Landtagskandidaten Jan-Christoph Oetjen (2.v.l.).

Sottrum - Von Matthias Röhrs. Auf Bundesebene gewonnen, den Wahlkreis ebenso und auch in der Samtgemeinde Sottrum konnte die CDU den Wahlsieg einfahren. Mit 36,7 Prozent hat sie sogar besser abgeschnitten als die Union aus CDU und CSU in der ganzen Bundesrepublik. Ortsvereinsvorsitzender Helmut Intemann sagt: „Dafür haben wir gekämpft.“ Doch eine Personalie trübt die Stimmung.

Die Wahlniederlage der CDU-Direktkandidatin Kathrin Rösel ist der Grund, warum trotz Wahlsieg die Feierstimmung bei den Sottrumer Christdemokraten nicht so wirklich aufkommen will. „Das ist schlimm“, sagt Intemann zerknirscht. „Ich hätte lieber auf das gute Ergebnis in Sottrum verzichtet, wenn Kathrin Rösel dafür den Wahlkreis gewonnen hätte.“ Einen guten Wahlkampf habe sie geführt, habe die Bürger überzeugen können. Das Erststimmenverhältnis gibt ihm recht, in der Samtgemeinde haben die Wähler mehrheitlich für die Rotenburgerin gestimmt. 38,5 Prozent hat sie überzeugen können. SPD-Kontrahent Lars Klingbeil kam an der Wieste nur auf 34,2 Prozent. Den Stimmenverlust der CDU in Berlin hat Intemann dagegen vorausgesehen: Allein schon, weil nun mit FDP und AfD zwei Parteien mehr im Bundestag vertreten sind. „Das ist immer ein Verlust für die großen Parteien.“

„Opposition ist besser als große Koalition“

Verloren hat auch die SPD, die früh angekündigt hat, in die Opposition gehen zu wollen. An der Wieste kommt das gut an, „Opposition ist besser als große Koalition“, so der SPD-Ortsverbandsvorsitzende Gerd Helms. Als Juniorpartner der CDU könne man nur verlieren. „Dumm gelaufen“, sagt er kurz zum Wahlausgang, man habe es nicht geschafft, zu überzeugen. Das gilt auch für Sottrum selbst, das Zweitstimmenergebnis der Sozialdemokraten in der Samtgemeinde ist mit 24,4 Prozent zwar besser als auf Bundesebene, jedoch wohl kaum zufriedenstellend. Ganz anders als das Ergebnis des sozialdemokratischen Direktkandidaten. „Lars hat es verstanden, mit Jungen und Älteren offen zu diskutieren“, so Helms.

Gute Laune ob der Ergebnisse aus Berlin herrschte auch auf der Wahlparty der FDP-Ortsgruppe in Sottrum. Auf 9,9 Prozent sind die Liberalen dort gekommen. „Die Ergebnisse sind super, ein starkes Signal“, so Gruppenvorsitzender Andreas Zack. Wie seine Partei nun angesichts der guten Chancen, an der Regierung beteiligt zu sein, gegenüber der CDU auftreten will, sollen bald die Mitglieder entscheiden. „Die Themen muss jetzt die CDU anbieten, wir haben unsere benannt“, so Zack.

„Auch grüne Ziele durchsetzen“

Dieter Szczesny von den Grünen sieht die Aussicht auf eine sogenannte Jamaika-Koalition – einer Regierung aus CDU, FDP und Grüne – gespalten: „Eine Mehrheit ist aber anders nicht möglich“, sagt er. Aber dann gehe es darum, auch grüne Ziele durchzusetzen. Das Ergebnis, auch das in Sottrum mit 9,9 Prozent, habe ihn überrascht. Er habe mit etwas Schlechterem gerechnet, doch schöpft nun Hoffnung für die anstehende Landtagswahl am 15. August.

Für die zieht auch Jochen Richert, der bei den Linken im Rotenburger Kreisvorstand ist, seine Schlüsse aus der Bundestagswahl. Auf Bundesebene sei es zwar ganz gut gelaufen, vor Ort aber nicht. Auf 6,6 Prozent kommt seine Partei in der Samtgemeinde Sottrum. Richert sieht es pragmatisch. Man wisse jetzt, wo genau man schlecht abgeschnitten hat. Diese Bezirke wolle man jetzt für die Landtagswahl gezielt ansprechen, sagt er.

Die AfD kam in Sottrum auf 8,4 Prozent. In der Samtgemeinde lag die Wahlbeteiligung bei 80,3 Prozent. Sie ist höher als 2013, damals gingen 78,7 Prozent an die Urne.

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