Durch einen Ersatzneubau soll eine Stromtrasse umgeleitet werden

Entspannung über Hassendorf

Eine der auf den Feldern bei Hassendorf bestehenden Stromtrassen wird umgeleitet. - Foto: Röhrs

Sottrum/Hassendorf - Von Matthias Röhrs. Während die geplante und viel diskutierte Stromtrasse „SuedLink“ später einmal Strom von Nord- nach Süddeutschland transportieren soll, hat die Trasse Stade-Landesbergen wohl eher eine regionale Bedeutung. Netzbetreiber Tennet plant einen leistungsfähigeren Ersatzneubau. Mit direkten Auswirkungen auf die Samtgemeinde Sottrum – zum Besseren.

Die größte Profiteurin dieses Projektes ist die Gemeinde Hassendorf, denn in einigen Jahren soll der Strom, der von Stade nach Landesbergen im Landkreis Nienburg nicht mehr direkt über den Ortsteil Bahnhof führen, sondern einen großen Bogen um die Gemeinde herum machen. Mehr Spannung, mehr Leistung will Tennet auf diese im Gegensatz zu „SuedLink“ rein oberirdische Trasse bringen. Die Strecke soll von der bisherigen Kapazität von 220 Kilovolt (kV) auf 380 kV aufgerüstet werden. „Die Bestandsleitung wurde zwischen 1958 und 1961 gebaut und ist dementsprechend nicht für die heutigen Anforderungen an das Stromnetz ausgelegt“, so Unternehmenssprecher Markus Lieberknecht. Insbesondere der zunehmende Nord-Süd-Transportbedarf mache den Ausbau notwendig, um den an der Küste erzeugten Windstrom Richtung Süden abzutransportieren.

Mittlerweile steht das Raumordnungsverfahren vor dem Abschluss. Nach einigen Erörterungsterminen mit Tennet, betroffenen Kommunen und Naturschutzverbänden im Dezember geht man beim zuständigen Amt für regionale Landesentwicklung (ArL) Lüneburg davon aus, Anfang 2018 das Okay geben zu können. Dann ist Tennet dran, entsprechende Anträge zu stellen, so Stefano Panebianco vom ArL. Beim Netzbetreiber hofft man indes, 2020 mit den Baumaßnahmen beginnen zu können. „Die Inbetriebnahme der neuen Leitung sollte gemäß Netzentwicklungsplan im Jahr 2022 erfolgen“, sagt Lieberknecht.

Es geht um rund 145 Kilometer Stromtrasse quer durch den Nordosten Niedersachsens. Mit rund 46 Kilometern führt ein großer Teil davon durch den Landkreis Rotenburg, 22 durch die Samtgemeinde Sottrum. Da es ein Ersatzneubau ist, ändert sich bis auf die Höhe der Masten – laut Tennet sind die neuen durchschnittlich 15 Meter höher – und einem größeren Abstand dazwischen vielerorts erst mal wenig. Auch nach dem Neubau wird sie nördlich von Steddorf in den Landkreis Rotenburg eintreten. Dann geht es größtenteils unverändert an Gyhum vorbei zum Sottrumer Umspannwerk. Nach aktuellem Stand plant Tennet mit dem Neubau mehr Abstand zu den Ortschaften Clünder und Schleeßel zu schaffen.

Ab Sottrum sind in Richtung Süden weitreichendere Veränderungen absehbar. Noch führt die Trasse über Hassendorf-Bahnhof nah an Sottrum-Fährhof und Hellwege vorbei, ehe sie in südwestliche Richtung abknickt und schließlich südlich des Flugplatzes Weser-Wümme in den Landkreis Verden übertritt. Ab dem Umspannwerk soll die Trasse zunächst nördlich und später östlich an Hassendorf vorbeiziehen. Ab Hellwege hält sie sich dann immer einige hundert Meter südlich der bestehenden Trasse. Den größeren Abstand, den einige Einwohner zukünftig zur Trasse haben, ist durch eine Abstandsordnung des Landes Niedersachsen geregelt. Die neuen Oberleitungen müssen mindestens 400 Meter von Wohngebieten entfernt sein, so Panebianco. Bei einzelnen in der Landschaft stehenden Wohnhäusern sind es noch 200 Meter, wobei in diesen Fällen Ausnahmen möglich sind.

„Die Umgehung um Hassendorf wird dazu beitragen, das Wohnumfeld der dortigen Anwohner zu verbessern“, sagt Lieberknecht. Allerdings: Es ist nur eine Teilentlastung, da eine 110-kV- sowie eine 380-kV-Leitung, die den Ortsteil überqueren, bestehen bleiben. Ihre Versetzung ist nicht Bestandteil des gesetzlichen Auftrags, erklärt Panebianco vom ArL. Die Behörde habe Tennet aber einen sogenannten unverbindlichen Prüfauftrag mit auf dem Weg gegeben. Das Unternehmen soll die Trasse Stade-Landesbergen nach Möglichkeit so planen, dass zukünftige gleich gelagerte Projekte denselben Korridor nutzen können.

Das Amt für regionale Landesentwicklung bietet Bürgern Erörterungstermine zum Projekt an. Diese finden jeweils von 13 bis 18 Uhr statt am 6. Dezember im Rathaus Zeven sowie am 7. Dezember im Kreishaus Verden. Die Behörde bittet um vorherige Anmeldung unter der Telefonnummer 04131/151326.

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