Führungsunterstützungsgruppe rückt in ihrem ersten Jahr neunmal aus / Hilfe für die Kameraden

Entlastung für den Einsatzleiter

Die Führungsunterstützungsgruppe wird in der Samtgemeinde Sottrum ab mittleren Einsätzen alarmiert. - Fotos: Holsten-Körner

Sottrum - Von Antje Holsten-Körner. 15 Ortswehren sorgen in der Samtgemeinde Sottrum für die Sicherheit der Bürger. Trotz zahlreicher Übungen und Lehrgänge können die Ehrenamtlichen, die viel ihrer eigenen Freizeit für das Wohl der Allgemeinheit investieren, nicht über die Routine einer Berufsfeuerwehr verfügen. Damit bei Bränden, Unwetter und Co. dennoch der Einsatzleiter den Kopf frei hat und sich auf das Wesentliche konzentrieren kann, wurde in der Samtgemeinde vor einem Jahr eine Führungsunterstützungsgruppe aus der Taufe gehoben.

Alarmiert wird der ELW, wobei der Name vom Fahrzeug, dem Einsatzleitwagen, abgeleitet wurde, jeweils dann, wenn die Feuerwehr mindestens zu einem mittleren Einsatz wie beispielsweise einem Zimmerbrand ausrücken muss.

Heiko Fischbach (links) und Dirk Ebert im Fahrzeug am PC.

„In Sottrum war schon immer der Einsatzleitwagen dabei, daher kennen wir die Vorzüge, dass die Einsatzleitung unterstützt wird“, erklärt Gemeindebrandmeister Björn Becker, selbst einige Jahre Ortsbrandmeister in Sottrum. Mit im Boot sind mit André Otterstedt (Samtgemeindefunkwart), Dirk Ebert (IT-Betreuung), Florian Laue (Gruppenführer in Schleeßel), Heiko Fischbach (stellvertretender Ortsbrandmeister in Clüversborstel), Christoph Schultze (stellvertretender Samtgemeindefunkwart), Doris Becker (stellvertretende Gruppenführerin) und Bernd Heitmann (stellvertretender Gemeindebrandmeister) erfahrene Brandschützer.

Aufarbeitung von Einsätzen

„Mit der Idee zur Führungsunterstützungsgruppe liefen wir bei den Ortsbrandmeistern offene Türen ein“, so Becker. Mit drei Ausbildungsmodulen bereitete sich die Gruppe auf ihre Aufgabe vor. Dazu kommen die monatlichen Übungsabende, wo die Aufarbeitung von Einsätzen erfolgt und Einsätze simuliert werden, um eine weitere Optimierung zu erreichen. „Es ist ein laufender Prozess“, meint Heiko Fischbach.

Im vergangenen Jahr – seit der ELW am 1. Mai an den Start ging – wurde die Gruppe neunmal angefordert und konnte das erworbene Know-how einsetzen. Mit von der Partie war die Gruppe auch bei den Gemeinschafts-Objektübungen, die jährlich in der Samtgemeinde stattfinden. Besonders bei der Personensuche in Bötersen sowie der Beseitigung der Unwetterschäden in Horstedt machte sich dies mehr als bezahlt.

„Um die vermisste Person zu suchen, haben wir auf Karten bereits abgesuchte Gebiete markiert und konnten so gezielt nachrückende Einsatzkräfte delegieren“, berichtet Doris Becker. Von Vorteil erwies sich auch, dass mit dem ELW ein fester Anlaufpunkt vorhanden war.

Beim Unwetter in Horstedt galt es, mehrere Wehren an unterschiedlichen Einsatzorten zu koordinieren. Aber, und das ist den Brandschützern ganz wichtig: „Wir unterstützen nur, übernehmen aber nicht den Einsatz“, betont Florian Laue. Die Entscheidungen trifft der jeweilige Einsatzleiter, welches meistens der Ortsbrandmeister ist. Ihm wird von der Führungsunterstützungsgruppe möglichst ein Assistent zur Seite gestellt, der die Anweisungen an die Gruppe übermittelt, wo sie abgearbeitet werden.

So können dem Ortsbrandmeister viele Aufgaben abgenommen werden, so dass sich dieser auf den Einsatz konzentrieren kann. Dabei werden beispielsweise Funksprüche abgewickelt und die komplette Dokumentation übernommen. „Früher konnte sich der Einsatzleiter nur die Daten im Nachhinein zusammensuchen, wobei er viele Angaben nur schätzen konnte“, weiß Gemeindebrandmeister Björn Becker.

Durch die zusätzliche elektronische Erfassung wird mit Zeitstempeln gearbeitet. Daher kann bei späteren Rekonstruktionen wie bei Versicherungsnachfragen rechtssicher der Ablauf bestätigt werden.

Nach der Umstellung auf Digitalfunk bei den Meldern folgt jetzt die Umstellung im Einsatzbereich. Auch die Führungsunterstützungsgruppe muss sich auf immer mehr Elektronik einstellen. Das sollte problemlos klappen, denn mit Dirk Ebert hat sie einen Kameraden in ihren Reihen, für den IT tägliches Brot ist.

Für die bisherige Arbeit ernteten er und die anderen Mitglieder viel Lob. Becker: „Horstedts Ortsbrandmeister Harald Wellmann meinte sogar nach einer Übung, dass er nur laut denken musste und schon wurde es umgesetzt.“

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