Endlager-Suche: BI Taaken zeigt sich verhalten

Ohne große Erwartungen

Banner  gegen ein mögliches Atommüll-Endlager.
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Diese Banner häufen sich in der Region. Es ist ein Zeichen gegen ein mögliches Atommüll-Endlager.

Taaken/Rotenburg – „Muss man schauen.“ Rolf Wedemeyer nimmt einen Schluck aus seiner Kaffeetasse, er ist kurz still. Auch wenn es in ihn arbeitet, eine Prognose kann der Taakener irgendwie nicht abgeben. Seit zweieinhalb Jahren kämpft er gegen eine Art Schatten. Etwas, das er und viele seiner Mitstreiter als bedrohlich empfinden, aber doch weit genug weg, um von den meisten noch nicht als solches empfunden zu werden.

Wedemeyer kämpft gegen ein mögliches Atommüll-Endlager im Landkreis Rotenburg. Am Mittwoch wird sich erstmals die Arbeitsgruppe Erdgas- und Erdölförderung im Landkreis Rotenburg – die sogenannte AG Erdgas – des Kreistages diesem Thema annehmen. Und was Wedemeyer als Sprecher der Bürgerinitiative (BI) „Kein Endlager im Landkreis Rotenburg/Wümme“ sich von dieser Sitzung verspricht, ist eben dieses „Muss man schauen“. Keine großen Erwartungen also.

Neun Monate sind mittlerweile vergangen, nachdem die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) einen Salzstock von Taaken bis nach Ostervesede als sogenanntes Teilgebiet ausgewiesen hat – also rein aus geologischen Gesichtspunkten für ein Endlager in Betracht zieht. Wedemeyer ist zu dem Zeitpunkt bereits eine ganze Weile im Thema drin, genauer seit im Herbst 2018 die Organisation „ausgestrahlt“ Taaken als mögliches Endlager benannt hat. Lange war Wedemeyer fast ein Einzelkämpfer.

Erst nachdem das damalige „Gerücht“ durch die BGE bestätigt wurde, nahm die Angelegenheit im Landkreis Fahrt auf – auch im Kreistag. Wedemeyer hat seitdem viele Politiker in Taaken empfangen: Landratskandidaten, Landtagsabgeordnete, Bundestagskandidaten. Wedemeyer traut dem Braten nicht so recht. Immerhin sei Wahljahr und er sei gespannt, wer von den Politikern sich auch nach der Wahl für das Thema interessieren wird.

Insgesamt 90 dieser sogenannten Teilgebiete gibt es bundesweit. Ein Großteil befindet sich in Niedersachsen, und betroffene Kommunen gehen unterschiedlich damit um. In den benachbarten Landkreisen Verden und Osterholz kümmere man sich kaum um das Thema. Manche von dort, engagieren sich daher in der Rotenburger BI. Ist die Endlager-Suche überhaupt schon relevant? Immerhin ist noch nichts entschieden, der Suchprozess wird sich noch über Jahre hinziehen. Vielleicht ist die Gefahr noch nicht akut genug für weiteres Engagement gegen das Endlager.

Übertreibt es Wedemeyer mit seinem Einsatz? „Das kann man schon denken“, sagt dieser selbst. Aber es sei besser, sich frühzeitig zu informieren, solange man noch „auf der Liste steht“. Warte man zu lange ab, sei es „vielleicht irgendwann zu spät“. Zudem gibt es Kreise, die weiter gehen. Der Landkreis Wunsiedel in Oberfranken zum Beispiel hat in seiner Verwaltung eine Koordinationsstelle zur Endlager-Suche geschaffen. Das wünscht sich Wedemeyer auch für Rotenburg: Jemand, der bei all den Informationen von verschiedenen Seiten den Überblick behält, Ansprechpartner für Interessierte ist.

Seine Hoffnung ist, dass die AG Erdgas eine solche Stelle am Mittwoch empfiehlt. Zuversichtlich ist er aber nicht, dass bei der Sitzung viel herauskommen wird. Zum einen geht es laut Beschlussvorlage eher um die Beschaffung von Informationen, zum anderen wird das Gremium mit der Kommunalwahl im Herbst ohnehin neu zusammengesetzt. Wedemeyer plant bereits eine Veranstaltung an einem Zeitpunkt nach der Wahl – auch um zu sehen, wer kommt und wer nicht.

Nichtsdestotrotz sieht Wedemeyer die AG Erdgas nicht unbedingt als den richtigen Ort für Diskussionen zur Endlager-Suche an. Dafür tage sie zu selten, zumindest „deutlich zu wenig für das Thema“. Die letzte Sitzung der AG Erdgas war im September 2019. Am Mittwoch ist die neunte Sitzung des Gremiums in der laufenden Wahlperiode seit 2016. Was sie bringen wird, muss man schauen.

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