Taaken möglicher Standort

Atommüll-Endlager: Reeßum wappnet sich für bundesweite Standortsuche

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Reeßums Bürgermeister Marco Körner hat sich in Berlin über die weitere Vorgehensweise bei der Endlagersuche für Atommüll informiert.

Reeßum/Taaken – Bis 2022 werden in Deutschland nach heutigen Berechnungen 1 900 Castoren mit rund 27 000 Kubikmetern hochradioaktivem Müll angefallen sein. Bisher gibt es aber weltweit kein Endlager für Atommüll. Für Deutschland läuft mit dem Standortauswahlgesetz, das 2013 in Kraft trat und 2017 novelliert wurde, die Suche. Seit Ende 2018 ist auch Taaken als möglicher Standort im Gespräch. Die Region ist seit dem für das Thema sensibilisiert.

Nachdem es im Februar 2019 bereits eine Informationsveranstaltung mit der zuständigen Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) vor Ort gab, ist Ende vergangenen Monats auch Reeßums Gemeindebürgermeister Marco Körner nach Berlin gereist, um sich bei einem Workshop mit dem Thema zu befassen.

Bei der Standortsuchen sollen Ausschlusskriterien – beispielsweise seismische- und vulkanische Aktivität –, Mindestanforderungen – Mindesthöhe des Gebirgsstocks –, Abwägungen geowissenschaftlicher Daten sowie weiche Faktoren, zu denen Siedlungen, Kulturgüter und Schutzgebiete gehören, berücksichtigt werden. Im dritten Quartal dieses Jahres werden vom BGE die in Frage kommenden Teilgebiete bekannt gegeben. „Taaken“ – so wird das Gebiet beim Bundesministerium für Umwelt in Berlin geführt – könnte betroffen sein, da sich zwischen Otterstedt und Fintel unter der Erde ein riesiger Salzstock befindet, der wahrscheinlich in die Endlagersuche einbezogen wurde. „Als Gorleben für die Zwischenlagerung ausgewählt wurde, stand Taaken bereits mit auf einer Liste möglicher Standorte“, weiß Bürgermeister Körner.

Da aber damals bei Taaken noch Erdgasförderung betrieben wurde, schied der Salzstock aus. Zwischen Bekanntgabe der Teilgebiete im dritten Quartal und der ersten von drei Teilgebietskonferenzen, die schon im Januar 2021 stattfinden soll, liegen nur wenige Monate. Bei den Konferenzen haben die Kommunen, Bürger und Fachleute die Möglichkeit, sich einzubringen. „Wir müssen uns jetzt schon darauf vorbereiten, dass wir in der Vorauswahl sein könnten“, betont Körner. Da die Erdgasförderung in Taaken vor einigen Jahren eingestellt wurde, fällt das Ausschlusskriterium „bergbauliche Tätigkeit“ fürs Endlager weg.

Nach den drei Fachkonferenzen, die dem Gesetz nach innerhalb eines halben Jahres für ganz Deutschland stattgefunden haben müssen, werden aus den Teilgebieten potenzielle Standortregionen ermittelt. „Während zu den Konferenzen größere Gebiete benannt werden, sollen diese im Anschluss konkretisiert werden“, erfuhr Körner in Berlin. Diese Vorschläge samt zugehöriger Erkundungsprogramme sind Grundlage für den Bundestag und den Bundesrat für eine Entscheidung, welche Standortregionen in der zweiten Phase übertägig erkundet werden sollen.

Am Ende diese Phase entscheiden ein weiteres Mal die beiden Bundeskammern, wo die untertägige Erkundung stattfindet, die in Phase drei erfolgt. Daraufhin schlägt das Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE), das die BGE kontrolliert, auf Grundlage der vorliegenden Erkenntnisse den Standort für ein Endlager für radioaktive Abfälle vor. Die Entscheidung über den Standort fällen erneut Bundestag und Bundesrat. „Im Gesetz wurde festgelegt, dass dieses Verfahren im Jahr 2031 abgeschlossen sein muss“, hat der Reeßumer Bürgermeister recherchiert. Die Einlagerung soll ab 2050 beginnen.  ho

Bürgerinitiative

Um Interessierte auf den aktuellen Stand zu bringen und um eine Bürgerinitiative zu gründen, wird es am Freitag, 6. März, ab 19 Uhr eine Versammlung im Reeßumer Mehrzweckgebäude geben.

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