Eltern sollen Kreuzchen machen

Samtgemeinde will Nachfrage nach Ganztagsgrundschulen prüfen

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Ob und wie Sottrumer Grundschüler nachmittags unterrichtet beziehungsweise betreut werden sollen, darüber soll eine Elternumfrage Aufschluss liefern.

Sottrum - Von Matthias Röhrs. Nachdem das Gymnasium in Sottrum seit Beginn des laufenden Schuljahrs eine Ganztagsschule ist, soll über kurz oder lang auch an einer Grundschule in der Samtgemeinde Sottrum eine Nachmittagsbetreuung etabliert werden.

Eine Wahl scheint mit der Morgenstern-Grundschule im Süden Sottrums – eine Außenstelle der Grundschule am Eichkamp – bereits getroffen. Doch wie viele Eltern von Grundschülern wünschen sich überhaupt ein solches Angebot? Das soll nun die mittlerweile dritte Umfrage klären. Das sogenannte Ahauser Modell erfährt indes Rückenwind.

Für Ahausen sei der Hort eine gute Lösung. Gemeindebürgermeister Claus Kock (CDU) verweist auf die guten Erfahrungen, die Ahausen bei der Nachmittagsbetreuung für Grundschulkinder gemacht hat. Die Kommune ist im Moment die einzige Sottrumer Mitgliedsgemeinde, die einen Hort hat. Noch: Denn das Ahauser Modell ist immer wieder im Fokus der Debatte um die Ganztagsgrundschule. Was Ahausen bereits hat, könnte irgendwann in der ganzen Samtgemeinde ebenfalls Schule machen.

Den Hort – in unmittelbarer Nähe zum Kindergarten und der Aue-Grundschule – hatte die Gemeinde einst auf Wunsch der Eltern im Ort gegründet. Und die Wünsche der Eltern stehen nun erneut im Blickpunkt: Denn die Samtgemeinde will wissen, ob sie in Sottrum eine Ganztagsgrundschule, einen Hort oder den Status quo bevorzugen.

Arbeitsgruppe stößt Umfrage an

Die Eltern-Umfrage hat die Arbeitsgruppe „Nachmittagsbetreuung“ angestoßen. Der Fragebogen, der am Donnerstag im Samtgemeinde-Schulausschuss vorgestellt wurde, stellt Eltern vor die Wahl, ob sie Bedarf an einer Schule mit geschlossenem – also verbindlichem – Angebot haben oder einen Hort bevorzugen. 

Kämen beide in Betracht, könnten beide angekreuzt werden, es muss allerdings eine Priorität angegeben werden. Die zwei Modelle haben Vor- und Nachteile: So wäre das Angebot der Grundschule im Gegensatz zum Hort kostenfrei, allerdings an allen Ferientagen geschlossen. Der Hort würde im Sommer immerhin drei Wochen Betreuung bieten. Wer keine Betreuung an Nachmittagen braucht, kann dies ebenfalls angeben.

Es ist nicht der erste Fragebogen, der während der Planungen in der Samtgemeinde kursierte. Bei der letzten Umfrage Anfang September 2016 ergab sich, dass der Großteil keine Ganztagsschule benötige. Von den 1 029 verteilten Fragebögen wurden 623 an die Samtgemeinde zurückgesandt. Davon gaben 41,51 Prozent an, sich eine Ganztagsschule zu wünschen, 52,8 Prozent haben kein Interesse an dem Angebot und 5,7 Prozent wünschten sich einen Hort.

Bis sie nun weitere Schritte einleiten, wollen die Entscheidungsträger die Ergebnisse abwarten. Darin waren sich die Ausschussmitglieder am Donnerstag einig. Der Samtgemeinde-Elternrat hat sich inzwischen ebenfalls positioniert. Dessen Vorsitzender Karsten Hollmann machte während der Sitzung deutlich, dass der gefundene Kompromiss mit einer Nachmittagsbetreuung an nur einer Schule nicht den Erwartungen und Wünschen des Elternrates entspricht.

Ganztagsangebot schwer finanzierbar

Er akzeptiere aber, dass ein Ganztagsangebot an allen Grundschulen nicht finanzierbar ist. In einer schriftlichen Stellungnahme spricht sich das Gremium daher für die Hortlösung an allen anderen Grundschul-Standorten aus – auch, um deren Bestand zu sichern. Dann ist Zusammenarbeit gefragt: Verwaltungsseitig liegen Schulen in Trägerschaft der Samtgemeinde, für einen Hort allerdings wären die Mitgliedsgemeinden zuständig.

Im Ahauser Bürgermeister Claus Kock hat der Elternrat schon mal einen Fürsprecher: „Ein Hort an jedem Standort wären eine gute Sache“, sagt er. Was Aufwand und Kosten anbelangt, ist das Ahauser Modell, seiner Meinung nach gar „der Königsweg“.

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