Bunte Vielfalt beim Ahauser Herbst

Elfen, Bilder und ein großer Lavabrocken

Das freihängende Bett auf dem Hof Rosebrock fand dieses Mal viele Nutzer.

Ahausen - Von Bettina Diercks. Ein wahres Wechselbad war in diesem Jahr der Ahauser Herbst. Die Wetterprognose hielt zwar nur wenige Aussteller spontan von der Anreise ab, sicherlich aber auch den einen oder anderen Besucher. Erst Wind und trocken, dann Sturm, bei dem einige Schilder wegwehten, dann Hagel und schließlich Sonne zeigten sich als Herausforderung. Die Veranstalter sind dennoch zufrieden.

Aber sofort vergessen waren alle Wetterkapriolen beim Betreten der Marienkirche. Denn die beherbergte Arbeiten der Elfenschule von Ines Bargholz. Die filigranen Figuren der Bilder nahmen Kirchenbänke und -wände ein, und die Elfen schienen sich jeden Moment von ihrem Blatt Papier erheben zu wollen, um sich flatternd und kichernd in die Kirche zu erheben. Bargholz gelang es mit ihren Werken, dem alten Kirchengemäuer eine unglaubliche Lebendigkeit einzuhauchen.

Die Feuerküche an der Mühlenstraße lockte immer viele Leckermäuler an, und Michael Stings „Lavafackeln“ überraschten: Denn es war kein Feuer zu sehen, sondern nur ein großer Lavabrocken, der auf einem Stahlfuß thronte. Auf ihm eine Bonsaipflanze, am Fuß mit Moos belegt.

Martina Ohrt durfte als erste Künstlerin auf dem Getreidespeicher des neuen Ausstellungsortes, dem Hof Wiederhold, ihre Arbeiten zeigen. Sie schwärmte von dem großartigen Ambiente, wenngleich es an diesem Wochenende in dem Raum etwas zugig war.

Ohrt präsentiert ihre Fotoausstellung „tanzaufdemacker“, analog und unscharf aufgenommene Bilder. „Ich fotografiere immer gesellschaftskritische Themen“, sagt die Kunsttherapeutin, die Landwirtschaft pauschalierend mit Giftmischerei, Industrialisierung und Monokultur betitelt.

Warm ums Herz wurde den Besuchern auf der Diele des Kulturhofes. Goldschmiedin und Musikerin Jana Nitsch vom „TroubaDuo“ griff zwischendurch zu ihrem Akkordeon und spielt selbstvergessen mit so einer Hingabe, dass die Töne nahezu greifbar im Raum hingen und die Welt um die Besucher herum vergessen ließ.

Ein paar Malfrauen um die Malerin und Drehbuchautorin Sabine Schäfer hatten in diesem Jahr thematisch extra für den Ahauser Herbst in den Farbtopf gegriffen. Sie fertigten viele kleine Einzelbilder zu den vier Jahreszeiten. Stückpreis 25 Euro, der Erlös geht an „Ärzte ohne Grenzen“.

Gelobt wurde von den Besuchern die bunte Vielfalt beim Ahauser Herbst, kritisiert allerdings von dem einen oder anderen Befragten, dass mittlerweile die Kunst doch sehr zu kurz komme und ein recht kommerzieller Eindruck entstünde.

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