Die Eiswette in Clüversborstel geht erwartungsgemäß verloren

Überraschung: Die Wieste geiht!

Zur Begeisterung der Schaulustigen ging Cord Schlobohm zum 38. Mal durch den kleinen Fluss in Höhe der Brücke.
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Zur Begeisterung der Schaulustigen ging Cord Schlobohm zum 38. Mal durch den kleinen Fluss in Höhe der Brücke.

Clüversborstel - Von Antje Holsten-Körner. Da kurz vor Weihnachten die Temperaturen noch im zweistelligen Bereich lagen, konnte sich auf der Wieste noch keine tragende Eisschicht bilden. Trotzdem wetteten die Clüversborsteler und ihre zahlreiche Gäste, von denen viele aus dem benachbarten Schleeßel kamen: Die Wieste steiht!

Die Eiswette hat eine fast 40-jährige Geschichte, denn jedes Jahr zwischen Weihnachten und Neujahr testet Cord Schlobohm, ob das kleine Flüsschen steiht oder geiht.

Zur Begeisterung der Schaulustigen, die das Spektakel von der Wiestebrücke aus beobachteten, nahm der 59-Jährige abermals seinen Wanderstock in die Hand und machte sich auf den Weg durch die Wieste. Anschließend ging es zurück zu der vom Blockheizkraftwerk beheizten Werkstatt, die direkt an der Wieste liegt, wo der Abend gemütlich ausklang.

Auch wenn alle Teilnehmer 2,50 Euro bei der Wette vorsätzlich falsch setzten, ist das Geld nicht verloren. „Der Einsatz kommt dem Dorf zugute“, erzählt Herbert Cordes, Vorsitzender des Vereins zur Förderung des Niedersächsischen Kulturgutes, der Gastgeber der Traditionsveranstaltung ist. „Als Eiswette dürfen wir unser Event nur noch mit Einschränkungen bezeichnen.“

Cordes verweist auf den Lizenzvertrag, den der Clüversborsteler Verein im Sommer mit dem „Verein Eiswette von 1829“ abschließen musste. Demnach darf der Begriff nur mit dem Zusatz „R“ und dem Hinweis auf die eingetragene Marke der „Eiswette von 1829“ verwendet werden und es müssen auch noch weitere Regeln beachtet werden. Die Marke „Eiswette“ hatte sich der Bremer Verein vor sieben Jahren schützen lassen.

Während der Vorstand des Kulturvereins Clüversborstel aus Angst vor einem Rechtsstreit den Lizenzvertrag unterschrieben hat, wollte das Dorf Hohndorf an der Elbe nicht klein beigeben. „Wir können unsere Wette ‚Älteste Eiswette Niedersachsens‘ nennen“, hatte der dortige Gründervater der Wette, Jens Kaidas, in einem Fernsehbeitrag trotzig behauptet. Dagegen könnten wiederum die Clüversborsteler Widerspruch erheben, denn der Wiesteort kann auf eine 16 Jahre ältere Tradition verweisen als Hohndorf.

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