Einige hundert Jahre zurück

Mittelalter-Markt in Höperhöfen lockt mit vier Gruppen und vielen Aktionen

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Historisches Handwerk, Shows und Musik gibt es auch in diesem Jahr wieder in Höperhöfen.

Höperhöfen - Von Matthias Daus. Die Höperhöfener stellen am kommenden Wochenende die Uhr um ein paar hundert Jahre zurück – zumindest auf dem Gelände rund um Thölkes Hus. Denn dann geht dort der Mittelaltermarkt in seine zweite Auflage und hat neben bewährten Attraktionen aus dem vergangenen Jahr auch einige Neuerungen zu bieten.

Wenn es am Wochenende in der Gemeinde Bötersen zu wiederholtem Donnergrollen kommen sollte, dann ist kein Unwetter im Anmarsch, sondern es handelt sich um ein Kanonenschießen. Das mag im ersten Moment etwas gewöhnungsbedürftig klingen, doch wenn man weiß, dass dahinter eine Vorführung steckt, relativiert sich der Argwohn. Genaugenommen veranstaltet die Gruppe „Keines Weibes Knecht“ aus Scheeßel dieses Kanonenschießen, und das ist nur ein Programmpunkt bei der zweiten Auflage des Mittelaltermarktes.

Damit hier aber alles mit rechten Dingen zugeht, haben die Veranstalter diesen Programmpunkt bei der Samtgemeinde Sottrum offiziell angemeldet. „Man hat sich dann bei unserem Ortsbrandmeister rückversichert und dann das Okay gegeben“, sagt Klaus Klencke, der Betreiber vom Thölkes Hus. „Keines Weibes Knecht“ ist eine von vier mittelalterlichen Gruppen, die an diesem Wochenende in Höperhöfen eine längst vergangene Zeit aufleben lassen und sich dabei auf das Söldnerleben im 15. Jahrhundert konzentrieren. Für die Kanonenvorführung haben sie einen Schwarzpulverschießschein und verfügen zudem über ausreichend Erfahrung in diesem Bereich.

Weiter mit von der Partie sind „Dat Beekfolk“, ebenfalls aus Scheeßel, deren Gebiet das Altsachsen von 750 bis 850 ist, das in etwa dem heutigen Niedersachsen entspricht. Als nächste Gruppe haben es sich die Leute von „Liberi Effera“ aus Bremen nicht nehmen lassen, nach der Premiere im vergangenen Jahr, auch diesmal wieder in Höperhöfen mit am Start zu sein. Und natürlich dürfen auch die Lokalmatadoren von „Håkons Flokk“ nicht fehlen. Diese Gruppe, die sich der historischen Lebensweise der Wikinger im frühen Mittelalter nähert, stammt aus der Gemeinde Bötersen und ist zusammen mit der Crew vom Thölkes Hus Mitveranstalter dieses Marktes. „Im vergangenen Jahr hatten wir unsere Premiere, und gemessen daran, war es schon eine runde Veranstaltung. Aber an manchen Stellen hatten wir im Nachhinein festgestellt, dass noch etwas Luft nach oben ist“, sagt Klaus Klencke.

Damals war der Beginn des Marktes in Höperhöfen eher verhalten, erst zum Samstagabend hin füllte sich das Gelände zusehends. Viele wollten mehr über die Gruppen und ihre Ausrichtungen und Arbeiten wissen. Andere versuchten sich selbst an Dingen, wie dem historischen Schmieden.

Eine Erweiterung des Programms war für die Organisatoren in diesem Jahr daher eine Option, um den Markt noch attraktiver zu gestalten – deswegen auch die Verpflichtung der beiden zusätzlichen Gruppen aus Scheeßel. Der Kontakt kam dabei durch Bekanntschaften mit den Mitgliedern von „Håkons Flokk“ zustande. Alles zusammen ergibt dann, wie es die Veranstalter ausdrücken, eine fantastische Welt aus Lagerleben, buntem Treiben, Spektakel, Kampf und Musik. Traditionelles Handwerk sind dabei ebenso wieder Bestandteil, wie Kinderaktionen und mittelalterliche Leckereien. Die offiziellen Marktzeiten sind am Samstag von 11 bis 21 Uhr und am Sonntag von 11 bis 18 Uhr.

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