Klaus Klencke stellt gemeinsam mit Sohn Marius und Neffe Michel verschiedene Kunstrichtungen in „Thölkes Hus“ aus

Eine künstlerische Familie

Michel (l.) und Klaus Klencke legen noch die letzten Handgriffe für die Ausstellungseröffnung an. - Foto: Diercks

Höperhöfen - Von Bettina Diercks. Einem künstlerischen Familientreffen können Interessierte am Wochenende im denkmalgeschützten Bauernhaus „Thölkes Hus“ in Höperhöfen beiwohnen. Eigentümer Klaus Klencke stellt dort gemeinsam mit Sohn Marius und Neffe Michel verschiedene Kunstrichtungen aus. Gemälde, Lichtbildshow und Kurzfilme sind zu sehen.

Dabei behauptete Klaus Klencke (60) 2011 gegenüber der Kreiszeitung noch, dass seine beiden Söhne Marius und Robin nicht von der Muse geküsst seien. Damals präsentierte er seine mit Acrylfarbe gefertigten Starportraits internationaler Größen aus dem Musik- und Filmbusiness im Mehrgenerationenhaus in Waffensen. Einen Teil – und ein paar neue Werke – stellt er jetzt in seinem eigenen Haus aus, im „Thölkes Hus“, früher einmal die „Pflugköthnerstelle Nr. 7“, die seine Frau Silke und er in jahrelanger Arbeit zu einem Schmuckstück restauriert haben.

In der Historie der Familie liegt eventuell auch die Kreativität und Schaffenskraft: „Der Mann im Moor“, der früher viel durch die Medien ging, war Johann Klencke, der Großvater von Klaus Klencke. „Er war nicht menschenscheu oder so, er lebte eben einfach nur alleine draußen im Moor.“ Das war nach dem Tod seiner Frau. Johann Klencke zeichnete und schrieb. „Die Idee, gemeinsam mit meinem Sohn und meinen Neffen eine Ausstellung zu machen entstand im vergangenen Jahr nach einer Reise mit Marius auf dem Jakobsweg“, sagt Mal-Autodidakt Klaus Klencke. Er wanderte eine Woche, insgesamt 120 Kilometer. „Ich habe es wie Hape Kerkeling gemacht und die Pensionen sowie Hotels vorher gebucht“, sagt Klencke, der nicht aus religiösen Gründen die Reise gemacht hat. Für ihn waren die Begegnungen spannend. Das man nach einem gemeinsamen Abend beim Pilgermenü wie Freunde auseinander ging.

Sein Sohn musste gleich nach der ersten Etappe kurz pausieren, weil er sich offenbar nicht ausreichend akklimatisiert hatte. Ebenfalls eine berichtenswerte Erfahrung. Danach wanderte er fünf Wochen durch und stellt am kommenden Wochenende, im Rahmen von KulturLandkultur, Impressionen seiner Tour aus. Interessierten kann er viel von seinen Eindrücken der 800 Kilometer von Pamplona bis Santiago de Compostella, und Finsteres, vom „Ende der Welt“ am Atlantik, erzählen. Angehenden Pilgern gibt Marius Klencke (23) gerne Tipps und berichtet über das Gefühl, am Ende der Reise seine Hose zu verbrennen.

Michael Klencke (27) feiert mit seinen Kurzfilmen „Bearfoot“ und „Deep Tub – Donny“ sein Debüt. Er ist von der Filmemacherei, die er sich selbst beigebracht hat, so angefixt, dass er sich gerade für die Kurzfilmtage in Osnabrück beworben hat. Die für die internationalen Wettbewerbe folgt.

„Bearfoot“ ist zwar dem „Mann im Moor“ gewidmet, hat aber nichts mit der Handlung zu tun. Klencke: „In ,Bearfoot‘ geht es im Großen und Ganzen darum, dass wir alle immer mehr in einem Trott hängen und einfach mal ausbrechen sollten. Den inneren Bären loslassen und den Hang zur Natur wiederfinden. Der Film beinhaltet keine richtige Handlung, hat aber einen tieferen Sinn den jeder für sich finden sollte.“ Der Film wurde im Herbst 2015 in den Wäldern der Region gedreht, zum Beispiel an der Ahauser Mühle.

Michael Klencke engagierte für seine Filme sowohl Profis wie Laien, was seine Arbeiten schon besonders macht. Seine Inspirationen stellen sich einfach so ein. Zum Beispiel, wenn er sich gerade bewegt. „Mich hat Filmerei schon immer fasziniert. Die ganzen Klassiker habe ich nur so aufgesogen. Dann hatte ich Bock, selbst etwas zu machen.“ Bei einer Tour nach Schweden im Winter mit einem alten 190er-Mercedes, drehte er ein Road-Movie. Spontan entstanden, als das Motto der Reise feststand: „Mal sehen, wie weit wir kommen.“ An seinem zweite Drehbuch, dem zu „Deep Tub – Donny“, schrieb Klencke zwei Jahre. „Donny entgleitet immer mehr die Kontrolle über sein Leben. Aus Schutz schottet er sich total ab und lässt alles an sich abprallen. Flieht in eine andere Welt, aber muss begreifen, dass er sich der realen Welt nicht entziehen kann“, sagt Klencke, der den Film vergangenen Winter und in diesem Frühling in Bremen gedreht hat. Eins sei verraten: Sein Cousin Marius durchlitt bei den Dreharbeiten einen weiteren Leidensweg.

Die Ausstellungseröffnung ist heute um 11 Uhr. Auf der Diele von „Thölkes Hus“ gibt es Kaffee und Kuchen und das Haus mit seinen historischen Schätzen ist ebenfalls zu besichtigen.

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