Das „Thölkes Hus“ in Höperhöfen wagt sich an ein Konzert

Ein wenig Normalität

Kulltur darf auch in Krisenzeiten nicht zu kurz kommen. Vor dem „Thölkes Hus“ in Höperhöfen soll es daher Samstag wieder ein Konzert geben.  
Foto: Daus
+
Kulltur darf auch in Krisenzeiten nicht zu kurz kommen. Vor dem „Thölkes Hus“ in Höperhöfen soll es daher Samstag wieder ein Konzert geben. Foto: Daus
  • Matthias Daus
    vonMatthias Daus
    schließen

Höperhöfen – Die Einschränkungen durch Corona werden zusehends gelockert, und viele Dinge, die in der Vergangenheit komplett untersagt waren, erhalten eine zaghafte Wiederbelebung. Doch egal, wie weit die Lockerungen reichen, alles geschieht unter strengen Auflagen. Wie man unter diesen Voraussetzungen wieder ein Stück weit zur Normalität übergehen kann, ist eine Frage, die sich auch die Betreiber vom „Thölkes Hus“ in Höperhöfen stellen.

Die Lazy Bones aus Bremen sind eine Cover-Band, die sich der Rock- und Popmusik aus den vergangenen Dekaden verschrieben hat. Noch im April musste sie auf ihrer Homepage vermelden, dass für das erste Halbjahr keine Auftritte mehr möglich seien. Das war selbstverständlich dem Coronavirus und allen Maßnahmen zum sogenannten Lockdown geschuldet. Es ging der Band also genau wie allen Kulturschaffenden im Land – nichts ging mehr. Selbst gemeinsame Proben waren untersagt.

Doch nun zeichnet sich eine Wende ab. Denn Samstag kann die Band ein erstes Konzert geben. Veranstaltungsort ist das „Thölkes Hus“ in Höperhöfen, das nach einer langen Durststrecke auch wieder einen Anfang wagen möchte. „Wir mussten in den letzten Monaten auch sehr zurückstecken“, erläutert Betreiber Klaus Klencke. „Viele Sachen, die turnusmäßig in jedem Jahr auf unserem Kalender stehen, mussten ersatzlos gestrichen werden.“ Darunter seien Sachen wie „Rock den Vatertag“ oder die Teilnahme an „Kultur Land Kultur“ gefallen.

Ein Verlust, nicht nur in kultureller Hinsicht für Klaus Klencke und seine Frau Silke. „Das Thölkes Hus verursacht in seinem Unterhalt natürlich auch eine Menge Kosten, deshalb sind die finanziellen Einschnitte für uns auch deutlich spürbar“, so Klencke. Man beobachtete daher in letzter Zeit genau die Entwicklungen der Neuinfektionen und wie die politischen Gremien darauf reagieren.

Noch am Himmelfahrtstag seien die Auflagen so streng gewesen, dass es unmöglich war, eine Veranstaltung durchzuführen. Man hatte hier noch bis kurz vor dem Termin auf Lockerungen gehofft. Diese sind dann wenige Wochen später in Kraft getreten und erlauben es, eine Konzertveranstaltung auf die Beine zu stellen. „Das ist allerdings wesentlich komplizierter, als es auf den ersten Blick den Anschein hat“, sagt der Höperhöfener, „denn Lockerungen bedeuten ja nicht, dass es keine Auflagen mehr gibt.“ Man dürfe zwar bis zu 250 Gäste beherbergen, aber das nur zu eindeutigen Bestimmungen. „Das Konzert muss im Freien stattfinden, und es müssen Sitzplätze für das Publikum aufgestellt werden. Dabei dürfen jeweils nur bis zu zehn Personen aus bis zu zwei Haushalten an einem Tisch sitzen, und alle gängigen Abstandsregeln müssen eingehalten werden.“ Bewirtung darf ausschließlich am Tisch stattfinden. „Außerdem müssen wir die Identitäten der Gäste feststellen und für einen gewissen Zeitraum nachweisen können“, so Klencke.

Daher wird es eine Einlasskontrolle geben, und jeder Gast muss einen Zettel mit Namen und Anschrift hinterlegen. Außerdem muss ein Hygienekonzept vorhanden sein. Eine Menge Aufwand also, den das Team vom „Thölkes Hus“ auf sich nimmt. Aufwand, der nur mit enormen Personaleinsatz zu bewältigen sei, wie der Höperhöfener betont. „Finanziell ist das Ganze für uns wahrscheinlich eher ein Minusgeschäft, auch weil wir, wie auch in der Vergangenheit, bei solchen Gelegenheiten keinen Eintritt nehmen“, betont der Veranstalter. „Aber irgendwie muss man auch in Sachen Kultur einen Weg aus der Krise finden.“

Die Planungen sind soweit wie möglich abgeschlossen, und dem ersten zaghaften Versuch, wieder ein Stück weit Normalität in Zeiten der Krise für sich zu etablieren, sehen die Klenckes auf der einen Seite und die Musiker von den Lazy Bones auf der anderen Seite mit einer Portion Optimismus entgegen. Einzig das Wetter konnte nicht geplant werden – ein wichtiger Faktor für eine Open-Air-Veranstaltung. „Es bleibt spannend und wir hoffen, dass uns die Leute unterstützen werden, unter diesen Umständen einen tollen Konzertabend auf die Beine zu stellen“, sagt Klencke abschließend. Beginn am morgigen Samstag ist um 18 Uhr, und der Eintritt frei.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

China droht Großbritannien wegen Hongkong-Einmischung

China droht Großbritannien wegen Hongkong-Einmischung

Georgias Filmorten auf der Spur

Georgias Filmorten auf der Spur

Straßburg abseits der Selfie-Spots

Straßburg abseits der Selfie-Spots

Proteste gegen Sicherheitsgesetz für Hongkong

Proteste gegen Sicherheitsgesetz für Hongkong

Meistgelesene Artikel

Hurricane 2021: Schickt uns euer schönstes Bild und gewinnt Tickets

Hurricane 2021: Schickt uns euer schönstes Bild und gewinnt Tickets

Projekt heißt „Fidi-Boon-Wech“

Projekt heißt „Fidi-Boon-Wech“

Refugien für Naturliebhaber

Refugien für Naturliebhaber

Kommentare