Politiker der Gemeinde bedauern Rückzug des Investors

„Ein Drogeriemarkt fehlt in Sottrum“

Sottrum - Von Jessica Tisemann. Die Nachricht, dass der Drogeriemarkt in Sottrum nicht am geplanten Standort entstehen kann, hat auch die Politiker beschäftigt. „Ich bedauere es sehr, dass der Rossmann nicht entstehen kann. Das wäre ein schönes Angebot für Sottrum gewesen“, sagt Friederike Paar, Fraktionsvorsitzende der CDU.

Auch der Fraktionsvorsitzende der SPD, Hans-Jürgen Brandt, findet es schade, dass die Pläne nicht realisierbar sind. „Der Bürger wünscht sich einen Drogeriemarkt. Wir als Politik haben alles gemacht, um eine Realisierung zu ermöglichen, und auch der Verwaltung kann man keinen Vorwurf machen“, so der Stuckenborsteler. Das sieht auch Friederike Paar so: „Die Gemeinde, die Verwaltung und auch der Bürgermeister haben sich sehr bemüht.“

Das Problem mit der Regenrückhaltung, das letzendlich zum Scheitern des Projektes geführt hat, überrascht die Kommunalpolitiker. „Ich bin persönlich etwas verwundert, da es heute eigentlich selbstverständlich ist, dass bei einer Verdichtung der Bebauung in Kernbereichen die Rückhaltung und Drosselung von Niederschlagswasser fast immer notwendig ist und daher von vornherein bei der Kalkulation zu berücksichtigen ist“, stellt Marcus Winde von den Grünen klar.

Auch Brandt zeigt sich erstaunt: „Bei dem Lidl-Grundstück wurde das Problem hervorragend gelöst. Der Investor hat die Regenrückhaltung einfach vorher nicht bedacht.“ „Dass dieses Thema erst so spät auf die Agenda kam, spricht nicht unbedingt für ein professionelles Vorgehen bei der Planung“, wird Winde noch deutlicher.

Das der Bedarf für einen Drogeriemarkt in Sottrum besteht, darin sind sich alle Parteien einig. „Ein Drogeriemarkt fehlt in Sottrum“, macht Jan-Christoph Oetjen, Fraktionsvorsitzender der FDP deutlich. Doch für einen neuen Standort müsse erst einmal ein anderer Investor gefunden werden – und das Problem der Regenrückhaltung bleibt im Ortskern weiterhin bestehen. „Wir müssen in der Gemeinde die Voraussetzungen dafür schaffen, dass Rossmann kommen kann“, so Oetjen.

Die Pressestelle von Rossmann teilt auf Nachfrage übrigens mit: „Ein neuer Standort ist definitiv nicht im Gespräch.“ Dafür gibt es auch verschiedene Anforderungen, die erfüllt sein müssen. „Die Rossmann-Expansion sucht (...) nach Lagen, in denen wir gemeinsam mit einem Vollsortimenter oder einem Lebensmitteldiscounter den täglichen Bedarf der Kunden voll decken“, heißt es auf der Homepage des Unternehmens. Auch eine Verkaufsfläche zwischen 500 und 1 000 Quadratmetern, eine Ladenbreite von mindestens 10,5 Metern und etwa 120 Quadratmeter Platz für Nebenräume schränken die Suche weiter ein.

Bleibt abzuwarten, ob die Sottrumer ihren Drogeriemarkt noch bekommen. „Wir hoffen, dass es noch eine Lösung gibt“, so Friederike Paar. Hans-Jürgen Brandt klingt da noch etwas optimistischer: „Ich glaube, dass das Projekt Rossmann umgesetzt werden kann, an einer anderen Stelle und vielleicht mit einem anderen Investor.“

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