Rathaus nur eingeschränkt geöffnet

Eigenartiger Wahlkampf: SPD Sottrum wundert sich über Corona-Maßnahmen

Ein ausgedienter Schreibtischstuhl liegt Kopfüber als Sperrmüll vor dem Sottrumer Rathaus
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Das Rathaus in Sottrum.

Die SPD in Sottrum wundert sich über Anti-Corona-Maßnahmen im Rathaus. Es ist nur eingeschränkt geöffnet. Bürgermeister Peter Freytag verteidigt das Vorgehen und vermutet ein Wahlkampf-Manöver.

Sottrum – Was für manche so alles zum Wahlkampf-Thema taugt: Samtgemeindebürgermeister Peter Freytag jedenfalls verteidigt die vorübergehende Schließung des Rathauses für den Publikumsverkehr aufgrund der Coronavirus-Pandemie. Zuvor hatte sich der Sottrumer SPD-Ortsverein in einer Pressemitteilung insbesondere über die Formulierung gewundert, dass die Verwaltung nur in dringenden Fällen telefonisch oder schriftlich per E-Mail zu erreichen ist.

Unvermeidbare persönliche Termine können wie bisher nur in Notfällen vereinbart werden. Diese Regelung gilt bereits seit einiger Zeit und wurde erst vor Kurzem wieder verlängert, was auch in dieser Zeitung gemeldet wurde.

„Das hat nichts mit einem öffentlichen Dienst zu tun“

Die SPD hat das Thema jetzt für sich entdeckt: „Bei allem Verständnis und Respekt für Schutzmaßnahmen in diesen Corona-Zeiten – auch in öffentlichen Gebäuden – halten wir derartige Formulierungen für unangebracht. Insbesondere sollten ,dringende Fälle‘, ,Notfälle‘ und ,unvermeidbare persönliche Termine‘ erläutert werden“, so Sprecher Klaus Dreyer in der Mitteilung. Die jetzigen Hinweise hätten nach Meinung der Sozialdemokraten mit einem öffentlichen und für Bürger vorzuhaltenden Dienst nichts mehr zu tun.

Peter Freytag kann die Verwunderung der Sozialdemokraten im Gespräch mit der Kreiszeitung nicht nachvollziehen. Die laufenden Maßnahmen seien nichts Neues und überdies im Rat und im Verwaltungsausschuss bekannt gegeben worden. Aus Reihen der SPD habe es bislang auch keine Nachfrage gegeben, wie die Formulierungen gemeint seien.

Freytag vermutet ein Wahlkampfmanöver der Partei, da ihr Bürgermeisterkandidat Wolf Linne einen Schwerpunkt auf das Thema Dienstleistung legt. Sollte Freytag richtig liegen, hat sich die SPD mit der coronabedingten verminderten Zugänglichkeit des Rathauses ein eher eigenartiges Thema ausgesucht.

Freytag: Bürger nehmen Maßnahmen positiv auf

Der amtierende Samtgemeindebürgermeister, der bei der Wahl im Herbst nicht antritt, verweist auf das Infektionsgeschehen. „Wir befinden uns in der dritten Welle.“ Man habe sich daher dazu entschieden, wie andere Rathäuser auch, die Schutzmaßnahmen fortzuführen. Telefongespräche, Terminvergabe und der Verweis auf digitale Wege würden seiner Aussage nach von den meisten Bürgern positiv aufgenommen werden, da die Wartezeiten verkürzt seien und man direkt den richtigen Ansprechpartner habe.

„Bezeichnend ist auch, dass einerseits die erneute Schließung des Rathauses und an gleicher Stelle die Wiedereröffnung der Bücherei verkündet wird“, so die Sozialdemokraten in der Pressemitteilung. Das Sottrumer Rathaus sei nicht grundsätzlich geschlossen, entgegnet Freytag, sondern weiter erreichbar. Die Samtgemeinde-Bücherei habe dagegen aufgrund der Pandemie vorübergehend komplett geschlossen werden müssen.

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