Eichenhof in Everinghausen als Begegnungsstätte von Kunst, Philosophie und Therapie

Dialog mit der Natur

Petra und Wolfram Keller haben im im Südgarten des Eichenhofs eine Installation mit vierblättrigen Kleeblättern aufgebaut.  Foto: Stahl

Everingshausen - Von Heidi Stahl. Der Eichenhof in Everinghausen ist im Rahmen des „KulturLandKultur“-Wochenendes zu einer Begegnungsstätte von Kunst, Natur, Philosophie und Therapie geworden. Die Hausherren Petra und Wolfram Henn öffneten Garten und Haus des ehemaligen Landschulheimes und luden viele Gäste mit Installationen, Vorträgen und Gesprächen zum Nachdenken, Genießen und Gedankenaustausch ein.

Akeleien in allen Farben, Gundermann, Flieder, Frauenmantel, Rhododenron und Clematis duften, ein riesiger alter Apfelbaum lässt in überbordender Fülle seine weißen Blütenblätter auf den Rasen schneien, Vogelgezwitscher und eine schnurrende dreifarbige Glückskatze verwandeln das riesige Grundstück an der Großen Trift 13 und den Gedenkwald entlang des Reithbaches in eine Oase der Ruhe.

Langsam schlendern die Besucher durch dieses Paradies, wo überall lauschige Plätzchen zum Schauen und Verweilen einladen. Keiner hat es eilig. Im Südgarten hat Wolfram Henn eine Unzahl Fotos von vierblättrigen Kleeblättern auf Acryltafeln aufgebaut, die er auf einer Reise durch Deutschland gefunden hat. Wie geht man mit dieser Gabe um, überall vierblättrigen Glücksklee zu entdecken, die andere nicht so haben, wie er? Henn ist Mediziner, Gärtner, Philosoph, Maler und Dozent an der Hochschule für Künste im Sozialen Ottersberg, und diese Überlegung hat ihn zu einem nachdenklichen Vortrag „Von Glücksmomenten und anderem Wohlbefinden“ angeregt, den er an diesem Nachmittag vor mehr als vierzig Zuhörern zu Gehör bringt.

Er nutzt die Vorgabe seines Mediziner-Kollegen Eckart von Hirschhausen, der das Glück in fünf Kategorien eingeteilt hat: das Glück des Zufalls, des Genusses, der Fülle, der Gemeinschaft und das Glück der Selbstüberwindung, und findet für jede Definition ansprechende und augenfällige Beispiele.

Im Gegensatz zu Hirschhausens kabarettistischem Ansatz unterlegt Henn die Überlegungen mit wissenschaftlichen Interpretationen, der Definition der Weltgesundheitsorganistaion (WHO) und den philosophischen Erkenntnissen von Aristoteles und bezieht die Zuhörer in seinen Vortrag mit ein. So lässt er sie Erinnerungen an eigene Glücksmomente aufschreiben und daraus ein lebhaftes Gespräch über die verschiedenen Facetten des Glücks entstehen.

Immer wieder bezieht er sich auf die Auswirkungen von Glück oder Unglück auf die individuelle Gesundheit und kann dabei auf seine Erfahrungen als Arzt zurückgreifen. Eine ruhige und kontemplative Atmosphäre entsteht bei diesen Gesprächen, die den Zuhörern selbst ein Glücksgefühl vermittelt.

Ein nachdenklicher Nachmittag in der Fülle harmonischer Natur mit vielen Anregungen zur eigenen Besinnung wurde den Besuchern geboten und freudig angenommen. Wer auch künstlerische Aspekte suchte, hatte die Möglichkeit, sich zusätzlich an der Ausstellung von neuen Fotografien des 19-jährigen Nikolai Keller sattzusehen, der schon in der Vergangenheit mit seinem eigenwilligen Blick auf die Veränderung der Realität in seinen Makro-Fotografien aufmerksam gemacht hatte.

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