In Handarbeit gefertigt

Edler Essig aus Reeßum

Timo Rethmeier-Tietjen hinter fünf Essigflaschen.
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Regional veredelter Essig: Schon jetzt kann der Reeßumer Timo Rethmeier-Tietjen fünf Sorten mit hochwertigen Zutaten servieren.

Saure Leidenschaft: Timo Rethmeier-Tietjen aus Horstedt vertreibt eigene, in Handarbeit hergestellte Essigkreationen. Diese stellte er auch schon auf der Messe „Fisch & Feines“ in der Bremer Stadthalle vor – und stieß damit auf sehr gute Resonanz.

Reeßum – Mit dem Horstedter Essig- & Ölkontor hatte sich Ingfried Hefter einen Namen weit über die Region hinaus gemacht. Sie konnten nicht nur als Aussteller bei den ersten Kräutertagen viele Freunde für ihre Produkte gewinnen, sondern sich einen Kundenstamm bis nach Norwegen und in die Schweiz aufbauen. Ständig zu Gast war damals der Nachbarsjunge Timo, dessen Mutter in der Manufaktur aushalf.

„Überall durfte ich meine Nase reinstecken und war damals schon fasziniert von den einzigartigen Lebensmitteln und ihrer Entstehung“, erinnert sich Timo Rethmeier-Tietjen, heute 34 Jahre alt und dreifacher Familienvater. Der Gedanke „Das will ich auch mal machen.“ begleitete den Wahl-Reeßumer viele Jahre. Erst der Podcast „Unternehmerherzblut“ von Jörn Holste, den sich Rethmeier-Tietjen interessiert anhörte, gab den Ausschlag.

Bei einem persönlichen Gespräch ermutigte ihn der Sottrumer Bäckermeister und Betriebswirt, den Schritt zu wagen, sich nebenberuflich mit veredeltem Essig selbständig zu machen. Zwar hatte Timo Rethmeier-Tietjen noch gut in Erinnerung, wie Fred Hefter, inzwischen über 80 Jahre alt, der schon vor mehreren Jahren die Herstellung eingestellt hatte, die Bottiche benutzte, doch er entwickelte sein eigenes System. „Wie bei Ingfried Hefter ist alles Handarbeit“, hebt der gebürtige Horstedter hervor, der seine nebenberufliche Selbständigkeit unter den Namen „Essigartig finefood“ laufen lässt.

Viel Wert legt er auf hochwertige Bestandteile. So dienen Rot- und Weißwein eines Naturkosthändlers als Grundlage für den Essig. „Die Heidelbeeren bekomme ich aus dem Teufelsmoor, wo sie von meiner Tante biologisch angebaut werden“, betont Rethmeier-Tietjen. Um auch außerhalb der Saison eine gleichbleibende Qualität sichern zu können, friert er die Früchte ein. Kräuter wie Minze, Basilikum & Co. züchtet der leidenschaftliche Hobby-Essigproduzent in Hochbeeten in Horstedt und Reeßum. „Ich arbeite ausschließlich mit Naturprodukten und entziehe den eingelegten Lebensmitteln die natürlichen Aromen“, so der Familienvater, der im Hauptberuf eine Niederlassung für Landmaschinen leitet.

Und weiter: „Dadurch ist der Essig naturtrüb, was ein absolutes Qualitätsmerkmal ist.“ Zucker beziehungsweise Agavendicksaft werden, führt er weiter aus, nur in geringen Mengen benutzt, um den ursprünglichen Geschmack etwas zu heben. Durch den Veredelungsprozess entstehen Espresso-, Himbeer-Minze-, Heidelbeer-, Tomate- und Knoblauch-Basilikum-Essig. „Essig kann vielfältig eingesetzt werden. Wir müssen uns nur trauen, dem eigenen Geschmack zu vertrauen“, sagt Rethmeier-Tietjen, der die verschiedenen Sorten als Salatdressing, zum Einlegen von Fleisch oder als I-Tüpfelchen für Soßen empfiehlt. „Oder als Aperitif mit Wasser verdünnt.“

Nach einem ersten Test auf dem Heidelbeer-Hofladen im Teufelsmoor wagte es Timo-Rethmeier-Tietjen, sich bei der Messe Fisch & Feines in der Bremer Stadthalle als Aussteller anzumelden. Ihm zur Seite standen an den drei Tagen sein Schwager Bernd Hesse und sein Freund Stephan Kauert. „Auch sonst habe ich sehr viel Unterstützung meiner Familie und meiner Freunde“, freut sich der Reeßumer. Es lohnte sich, denn in der Hansestadt ergaben sich viele interessante Gespräche mit Besuchern und benachbarten Standbetreibern. „Eine Besucherin gab den Tipp, Sekt mit einem Schuss Himbeer-Minze-Essig zu servieren. Auch für einen Test am benachbarten Eisstand mit Vanille-Eis und Himbeer-Minze gab es viel Lob“, berichtet Rethmeier-Tietjen.

Überhaupt kamen die Essigkreationen so gut an, dass es für ihn am Schluss hieß „Ausverkauft“. Auch wenn sich alle Sorten gut verkauften, bleibt Knoblauch-Basilikum-Essig sein persönlicher Favorit. „Bei dem Geruch denke ich an meine Besuche in der Essig- und Ölmanufaktur zurück“, verrät er.

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