Professor Peter Lemke referiert im vollen Gasthaus Röhrs über den Klimawandel

Ein düsteres Szenario

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Klimaforscher Peter Lemke (2.v.r.) referierte auf Einladung der Grünen mit Lühr Klee (v.l.), Landtagskandidatin Birgit Brennecke und Ulrich Thiart in Sottrum.

Sottrum - Von Tobias Woelki. Die Welt wird wärmer und die Meeresspiegel steigen. Ein düsteres Szenario zeichnete der renommierte Klimaforscher Professor Peter Lemke in seinem Vortrag am Donnerstagabend im Sottrumer Gasthaus Röhrs. Eingeladen vom Ortsverband der Grünen, referierte der Klimaexperte, der zahlreiche Expeditionen des Alfred-Wegener-Instituts ins „ewige Eis“ leitete und viele Jahre an der Universität Bremen lehrte, vor 100 Gästen über den Klimawandel und seinen Folgen.

Was hilft, um den Klimawandel abzumildern? Dazu erklärte Lemke: „Wir müssen den Kohlenstoffdioxid-Ausstoß reduzieren, Energie einsparen und in Zukunft alternative Energietechnologie anwenden.“ Weltweit seien zehn Firmen für 80 Prozent der Emission von Kohlenstoffdioxid (CO2) verantwortlich. Da müsse sich etwas bewegen.

Dabei sei für fast alle Katastrophen das Wasser zuständig. „Denn der Wind bewegt die Ozeane. Und die Sonnenenergie regt das System an. Sonnenstrahlen werden von der Erde reflektiert. Je weniger Eisfläche der Planet aufweist, je weniger wird die Sonneneinstrahlung reflektiert.“ Der Mensch beeinflusse das Klima mit der CO2-Emmission durch das Verbrennen fossiler Brennstoffe und durch ein Verändern der Landoberfläche wie Rodungen, schilderte Lemke und resümiert: „Der Planet wird dunkler, weil immer mehr Schnee- und Eisflächen schrumpfen.“

Wie ein Wechsel von einer Eis- in eine Warmzeit

Was beobachtet die Forschung? „Mit den Eiszeiten hat sich der CO2-Gehalt geändert, was aber natürlich ist. Seit 200 Jahren jedoch steigt der CO2-Gehalt stark an und ähnelt in diesem Zeitraum dem Übergang von der Eis- in eine Warmzeit, weil wir viel zu schnell Öl, Kohle und Gas verbrennen. Die Menge und das Tempo der Verbrennung ist ein großes Problem. So beobachten wir als Forscher ein Rückgang der Gletscher seit den 90er-Jahren und ein Anstieg des Meeresspiegels um 3,4 Millimeter pro Jahr“, schilderte der Referent.

Lemke bilanziert: „Die Treibhausgase erhöhen die Temperatur auf der Erde.“ Das bedeute trockenere, heißere Sommer, weniger Frosttage und mehr Regen im Winter.

Um dem zu begegnen, helfe nur, CO2 einzusparen und alternative Energieformen anzuwenden.“ Lemke glaubt: „Es kann zwischen zwei und 4,7 Grad bis ins Jahr 2100 in Norddeutschland wärmer werden. In 2050 werden heiße Sommer normal sein.“ Das Problem kennen nicht nur die Forscher seit Jahren, sondern auch die Politiker.

Lemke: „Das Problem ist erkannt. Aber Politiker wollen wiedergewählt werden und sehen zunächst das Thema Arbeitsplätze. Das ist aber kein Widerspruch.“ Der Experte prophezeit: „Der Meeresspiegel wird steigen. Bald müssen wir Deiche erhöhen.“

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