Drei Taten in zwei Wochen

Sottrumer Tafel wird wiederholt Opfer von Bücherdieben

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Brigitte Mintenbeck vor dem Bücherschrank der Tafel. Auch die Videoüberwachung hat die Diebe nicht abgeschreckt.

Sottrum - Von Antje Holsten-Körner. Brigitte Mintenbeck, die Leiterin der Sottrumer Lebensmittelausgabe, ist sauer. „Innerhalb von zwei Wochen wurde dreimal unser Bücherschrank fast komplett ausgeräumt“, sagt die Tafel-Chefin. Bereits seit fünf Jahren können Leseratten in der Wieste-Gemeinde durch den Bücherschrank, der neben dem Gebäude der Lebensmittelausgabe steht, kostenlos an ihren Stoff kommen. Die Diebstähle sind nicht das einzige, das sie derzeit ärgert.

Weder am ersten Standort, dem Venezia-Markt, noch später beim ehemaligen Lidl-Markt, gab es eine solche Dreistigkeit. „Nur einmal hatten wir beim Lidl-Markt Probleme mit Jugendlichen, das hat sich aber schnell aufgeklärt“, erinnert sich Mintenbeck. Und weiter: „So etwas wie jetzt habe ich noch nie erlebt.“ Nicht einmal ein Zettel, der auf die Videoüberwachung hinweist, hielt die Langfinger von einer weiteren Tat ab. Leider waren die Bilder nicht verwertbar.

Mintenbeck vermutet, der Dieb verkauft Werke auf dem Flohmarkt

Mintenbeck kann nur vermuten, was das Motiv hinter den Taten ist. Erst ein Mitarbeiter brachte sie auf die Idee, dass vielleicht jemand Nachschub für einen Bücherstand auf einem Flohmarkt gebraucht haben. Inzwischen habe der Sottrumer Bücherschrank durch Spenden wieder aufgefüllt werden können.

Es gibt noch etwas, wovon Mintenbeck alles andere als begeistert ist: „Wir hatten immer weiße Stühle vor dem Gebäude stehen, wo Flüchtlinge oder andere unserer Kunden Platz genommen haben“, erklärt sie. Gut habe sie es gefunden, wenn sich andere Sottrumer dazugesellten. Doch in letzter Zeit sei der Platz eher Treffpunkt für Zeitgenossen gewesen, die gerne etwas tiefer in die Flasche schauten. Und dabei sei der eine oder andere Stuhl zerstört worden. „Unsere letzten drei Stühle habe ich jetzt weggeschlossen“, so Mintenbeck. Bis auf einige Kleiderspenden, die unangemeldet vor die Tür gestellt werden, hat die Leiterin aber nur Positives von der Lebensmittelausgabe, wo inzwischen regelmäßig zwischen 40 und 60 Familien versorgt werden, zu berichten.

Engpässe bei den Fahrern

„Wir haben sehr nette Kunden“, sagt sie. Manche Einheimische seien weggeblieben, als mehr Geflüchtete gekommen seien. „Wer nicht kommt, der hat es scheinbar nicht nötig“, so Mintenbeck. Mit vielen Asylbewerbern hat sie sehr gute Erfahrungen gemacht. Dazu gehört Jalil Ahmad Zazari, der bei der Ausgabe oder Reinigungsarbeiten hilft. Stolz ist sie auf das gute Miteinander zwischen Mitarbeitern und Kunden.

„Nur die Anzahl der Ehrenamtlichen könnte höher sein“, berichtet sie. Besonders bei den Fahrern kommt es immer wieder zu Engpässen, sodass oft ihr Ehemann einspringt.

Große Unterstützung erfährt die Sottrumer Lebensmittelausgabe auch aus Achim, Verden und teilweise sogar aus Delmenhorst, wo Ware abgeholt werden darf. Doch nicht nur mit Lebensmitteln werden die Bedürftigen im Gebäude an der Bremer Straße/Ecke Lienworth versorgt, bei Bedarf wird bei Hausaufgaben oder der Beantwortung von Behördenschreiben geholfen.

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