Robert Abel tritt für den Verein Politik ohne Partei und die FDP an

„Dreamteam“ für den Kreis

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Robert Abel tritt auf Kreisebene für die FDP an, ist aber Mitglied beim Verein Politik ohne Partei. Ein Widerspruch? Nein, sagt Abel.

Sottrum - Von Inken Quebe. Seit fünf Jahren ist der Verein Politik ohne Partei (PoP) mit Robert Abel schon im Sottrumer Samtgemeinderat vertreten. 2000 hat es der Ex-Bayer in den Ahauser Gemeinderat geschafft. Und am Sonntag soll für beides jeweils eine weitere Legislaturperiode hinzukommen. Gleichzeitig könnte für Abel aber auch der Startschuss für die politische Karriere auf Kreisebene fallen – auf Listenplatz zwei der FDP. Für PoP und FDP gleichzeitg: Wie geht denn das?

„Das ist möglich, weil PoP ein Verein und keine Partei ist“, klärt Robert Abel auf. Gefragt hatte ihn sein Kollege aus dem Samtgemeinderat Jan-Christoph Oetjen. Gemeinsam bilden sie auf dieser Ebene schon eine Gruppe. „Wir verstehen und ergänzen uns gut“, sagt Abel über die Zusammenarbeit. Es gebe eine gemeinsame sachpolitische Ebene, oft stimmen beide bei Entscheidungen sowieso schon überein, liegen selten auseinander, berichtet er. „Es muss sich keiner verbiegen“, das findet Abel gut.

Dass das für ihn einen politischen Konflikt geben könnte, glaubt Abel nicht und das habe er auch mit der FDP im Vorfeld geklärt: Seine Vorgabe sei gewesen, dass es keinen Fraktionszwang gibt. Trotz dass er für die FDP antritt, setzt er auch im Kreis auf die Zusammenarbeit mit seinen PoP-Kollegen. „Das Konzept von PoP ist, dass mir die Vereinsmitglieder Dinge zuarbeiten. Die möchten wir auch in den Kreistag tragen“, erklärt er. Alle arbeiteten zusammen, so der 52-Jährige, auch wenn sie keinen Sitz im Rat haben. „Und die Leute, die mitwirken, sehen, dass es was bewirkt.“ So etwas vermisst Abel in anderen Parteien: „Von vielen hört man nach einer Wahl nichts mehr, wenn sie nicht in einen Rat einziehen.“ Parteien seien ein zu starres Konstrukt.

Trotzdem sei es kein Mittel zum Zweck, dass er nun für die FDP im Kreis antritt: Transparenz, vernünftige Politik, Politik mit Augenmaß, Sachzwänge erkennen und ihnen Rechnung tragen, zählt er auf. Dafür stehe PoP, und dafür möchte sich Abel also auch auf Kreisebene einsetzen. „Im Grunde vertrete ich mit der FDP dann das, was ich auch mit PoP vertrete.“

Gerade bei Themen wie Kreisschulbaukasse und Breitbandausbau sei es wichtig, wenn aus einer Gemeinde wie Ahausen auch jemand in „der großen Welt des Landkreises“, wie er sagt, vertreten ist. „Die Randbezirke fallen sonst immer hinten runter“, fürchtet der 52-Jährige. Da seien aus seiner Sicht schon falsche Entscheidungen getroffen worden.

Abel, der freiberuflich als Unternehmensberater tätig ist, weiß aber auch: Mit den Sitzungen im Kreistag kommt auf ihn mehr Arbeit zu. „Ja, es ist mehr Aufwand, aber von den jetzigen Sitzungszeiten her würde es passen“, sagt er. Schon jetzt nimmt sein Sitz im Samtgemeinderat viel Zeit in Anspruch. Weil er der einzige PoP-Vertreter ist, war er in fast allen Ausschüssen beteiligt. „Ich durfte keinen Vertreter schicken“, bedauert er. Begrüßen würde Abel es, wenn sich die PoP-Mitglieder auch im Rat gegenseitig vertreten dürften.

Ursprünglich hatte man im Verein auch darüber diskutiert, auch auf Kreisebene anzutreten, sich letztlich aber dagegen entschieden. Vielleicht bei der nächsten Wahl, das „ist noch nicht vom Tisch“ so Abel. Die Mitglieder hätten sich aber darauf verständigt, im Samtgemeinderat lieber einen Sitz mehr zu bekommen, „da steht der Kreistag erst mal hinten an“. Vielleicht, so Abel, könnten bis zur nächsten Wahl auch noch weitere „PoP-Stützpunkte“ in anderen Orten gefunden werden, damit „wir auf breiteren Füßen stehen“.

Dass Abel aber schon am Sonntag mit der FDP ins Kreishaus einzieht, da ist er sich noch nicht so ganz sicher: Trotz Listenplatz 2 schätzt er die Chance 50:50 ein. Aber die Marschroute ist eindeutig: „Das Dreamteam aus der Samtgemeinde soll auch das Dreamteam im Kreistag werden.“

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