6500 Kilometer Richtung Süden 

Dieter Bäurle nimmt an Hilfsrallye nach Gambia teil

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Der Mercedes-Benz MB100 ist für Bäurle immer wieder das Auto seiner Wahl.

Bötersen - Von Matthias Röhrs. Dieter Bäurle schaut auf seinen weißen Mercedes-Benz MB100. „Ein gutes Auto“, sagt er zufrieden. Er hatte schon mehrere dieses Models, dieses hier auf dem Hof ist etwa 24 Jahre alt und hat rund 100.000 Kilometer „runter“. Ab März kommen noch einige Tausend hinzu. Dann macht sich Bäurle damit auf dem Weg nach Banjul, die Hauptstadt Gambias im Westen Afrikas. Dort lässt er dann alles zurück, was er und sein Mitfahrer Christian Geiger mitbringen.

Warum er das macht? „Abenteuerlust, die Freude am Fahren, die Kameradschaft“, zählt Bäurle auf, wenn er über die Charity-Rallye Dresden-Dakar-Banjul spricht. „Mehr oder weniger“ in jedem Jahr nimmt er an einer solchen Hilfsrallye teil. Seit 2007, als er an der Allgäu-Orient-Rallye teilgenommen hat, ist die im März seine neunte. „Ich möchte helfen und suche das Abenteuer“, sagt er. Rund 6 500 Kilometer geht es von Bötersen aus zunächst in seine alte Heimat Bayern, wo er seine Familie besucht und Mitfahrer Geiger aufliest, über Frankreich, Spanien, Marokko, Westsahara, Mauretanien, und den Senegal nach Gambia.

Das Prinzip ist recht einfach: Rund 35 Teams fahren die Strecke ab der Fähre nach Afrika in einer Karawane ab. Sie alle nehmen ein altes Auto, das sie größtenteils erst einmal in Schuss bringen mussten, das sie vollstopfen „mit allem Möglichen, was die Afrikaner brauchen könnten“, so Bäurle – Schulsachen, Fußbälle, Kochtöpfe, Plüschtiere, Verbandsmaterial und andere dringend benötigte Hilfsgüter.

Zum neunten Mal nimmt Dieter Bäurle aus Bötersen an einer Hilfsrallye teil. Zusammen mit 35 anderen Teams fährt er im März nach Gambia.

Zum Hilfsrallye-Fahren ist er einst im Allgäu gekommen. Dort ist er zufällig auf einen Konvoi gestoßen. Das interessierte ihn. „Autos sind meine Leidenschaft“, sagt Bäurle, der früher auch einmal Oldtimer gesammelt hat. Doch die Rallye ist unter den Teilnehmern mehr als nur Autofahren. Wenn etwas auf der Strecke passiert, warten alle. Das ist etwas, dass die Rallye ausmache: dass Gleichgesinnte gemeinsam Probleme meistern, so Bäurle. Auch Christian Geiger hat er bei einer Hilfsrallye kennengelernt. Die nächste ist die dritte Fahrt, die die beiden gemeinsam unternehmen.

Unterwegs halten sie immer wieder an, um die Spenden an die Bevölkerung zu verteilen und sich Hilfsprojekte anzusehen, die sie mit den Einnahmen der Rallye unterstützen. Bäurle gerät ins Schwärmen wenn er von den Städten entlang der Route berichtet – Casablanca, Marrakesch, Dakar. Selbst das Auto bleibt in Afrika, wird von der Dresden-Banjul-Organisation (DBO) vor Ort öffentlich versteigert. Das Geld geht wieder in Projekte, und Bäurle nimmt ein Flugzeug für den Rückweg. Bis zu 100.000 Euro kämen laut Bäurle so zusammen. Sie fließen in Krankenhäuser und Schulen. Zum Beispiel konnte ein Klassenraum barrierefrei ausgebaut werden, berichtet der Bötersener.

Die Seite des Kastenwagens hat Bäurle der Rallye entsprechend bemalt.

Während er die Hintertüren des Kastenwagens öffnet, erzählt Bäurle von ihm. Gekauft hat er ihn in der Nähe von Gera, schon nach 50 Kilometern war der Keilriemen durch. Den Rest des Weges musste ihn der ADAC abschleppen. „Dafür hat sich die Jahresgebühr schon gelohnt“, sagt er lachend. Ansonsten ist der Wagen „erfolgsbewährt in der Wüste“. Auch die Bremsen musste er neu machen. Eine Probefahrt nach Elmshorn verlief zickig, aber ein Freund konnte mit seiner Werkstatt helfen. „Jetzt sollte das Auto fit sein.“ Am 6. März geht es los, Tagesetappen von 700 bis 800 Kilometern sind eingeplant. In Europa wird noch auf Camping- oder Wohnmobilstellplätzen und in Hotels geschlafen. In Afrika dann im Auto oder im Zelt.

Der MB100 ist schon gut gefüllt mit Hilfsgütern. Freunde und Bekannte haben ihm beim Sammeln unterstützt und gespendet. Über die Kisten kommt dann eine Matratze. Geld- und Sachspenden bringen die Rallye-Teilnehmer persönlich in die Zielgebiete, selbst sind sie allerdings ebenfalls auf Unterstützung angewiesen. Das Auto, die Reparatur, Visa, Versicherung, Sprit und mehr kostet ebenfalls.

Wer Dieter Bäurle bei seiner Hilfsrallye unterstützen möchte, kann dies über sein Konto bei der Volksbank Wümme-Wieste (IBAN: DE02 2916 5681 0400 0773 00) tun. Weitere Infos erteilt er unter der Rufnummer 04268 / 9537910.

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