Renate und Ewald Mattick feiern Mittwoch Diamantene Hochzeit

Die Liebe gab’s im Café gratis

Heute vor 60 Jahren gaben sich Renate und Ewald Mattick das „Ja-Wort“. Sie versuchen, so viel Zeit wie nur möglich zusammen zu verbringen. 
Foto: Holsten-Körner
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Heute vor 60 Jahren gaben sich Renate und Ewald Mattick das „Ja-Wort“. Sie versuchen, so viel Zeit wie nur möglich zusammen zu verbringen. Foto: Holsten-Körner
  • Antje Holsten-Körner
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Sottrum – Das Einkaufscenter Dodenhof spielt im Leben von Ewald Mattick nicht nur beruflich eine große Rolle, sondern dort fand er auch sein privates Glück. „Renate leitete 1959 das erste Café bei Dodenhof. Dort haben wir uns kennengelernt“, verrät der 83-jährige Sottrumer. Mittwoch sind Renate und Ewald Mattick 60 Jahre verheiratet und dürfen Diamantene Hochzeit feiern. „Die geplante Feier mussten wir durch Corona leider absagen“, bedauert Renate Mattick. Ihr Ehemann lächelt sie an und meint: „Dann wird im kommenden Jahr ,Diamantene Hochzeit plus eins’ gefeiert.“

Als sich die Beiden in Posthausen kennenlernten, hatte Ewald Mattick bereits die erste Stufe der Karriereleiter erklommen, denn er war 1958 zum ersten Abteilungsleiter des Familienbetriebs ernannt worden. „Durch Zufall lernte ich kurz vor Ende meiner kaufmännischen Ausbildung Alfred Dodenhof kennen, der zusagte, mich nach meinem Abschluss einzustellen“, berichtet Mattick. Am 1. April 1954 löste Dodenhof sein Versprechen ein und erkannte schnell das Talent seines neuen Angestellten. Im Laufe der Zeit durchlief dieser mehrere Abteilungen des Kaufhauses, bevor er zu den Möbeln kam. „In den ersten Jahren wurden die Möbel noch mit der Pferdekutsche ausgeliefert“, erzählt der Sottrumer. Bei Dodenhof wurde in den folgenden Jahren auch ein ganz besonderer Service angeboten. „Immer wenn einer der Mitarbeiter Zeit hatte, haben wir Kunden von zu Hause abgeholt“, erinnert sich Renate Mattick. Als Leiterin des Cafés musste sie jeden Abend, wenn die letzten Kunden das Haus verlassen hatten, „Fliegen räuchern“. „Es wurde eine Tablette auf einen Teller gelegt und diese angesteckt. Am nächsten Morgen waren alle Fliegen tot“, erklärt die 80-Jährige.

Da Ewald Mattick immer als Letzter den Betrieb verließ, lernte sich das heutige Jubelpaar dabei näher kennen. „Ich war sehr verliebt. Da Paare ohne Trauschein nicht zusammenwohnen oder in den Urlaub fahren durften, heirateten wir bereits 1960“, sagt die gebürtige Sottrumerin. An die Hochzeit, die im Zelt bei den Brauteltern an der Lindenstraße gefeiert wurde, kann sich das Paar noch gut erinnern. Zu Fuß ging die Gesellschaft entlang der Lindenstraße, damals noch Kopfsteinpflaster, zur Kirche. „Wie habe ich das nur mit Stöckelschuhen geschafft?“, fragt sich Renate Mattick heute schmunzelnd. Im Jahr 1962 wurde das eigene Haus bezogen, zwei Jahre später erblickte Stammhalter Michael das Licht der Welt, 14 Monate danach folgte Tochter Ilka.

Für Ewald Mattick ging es währenddessen bei Dodenhof die Karriereleiter weiter bergauf. „Ich durfte auch viele Reisen unternehmen. Es war eine sehr schöne Zeit“, erinnert er sich gerne zurück. Zeit für die eigenen Kinder blieb dadurch überwiegend im Urlaub, der die Familie oft an den Wörthersee führte. Als Michael und Ilka nicht mehr mitfuhren, war Gran Canaria für viele Jahre das Lieblingsziel des Ehepaares. Ein neuer Lebensabschnitt begann für sie 2001 mit dem Renteneintritt von Ewald Mattick nach 48 Jahren im Unternehmen, davon 45 in leitender Funktion. „Als ich ins Unternehmen eintrat, war ich der 28. Mitarbeiter, 2001 waren es mehr als 2 000“, berichtet der Sottrumer nicht ohne Stolz. Nachdem für ihn ein „kurzes Loch“ folgte, weiß er seitdem die gewonnene Zeit zu nutzen. „Ich möchte so viel wie möglich zurückgeben“, betont Ewald Mattick. Daher ist es für ihn selbstverständlich, täglich das Frühstück zuzubereiten, den Abwasch zu übernehmen, den Garten in Schuss zu halten und aufzuräumen. „Nur backen und kochen übernehme ich, was mir viel Spaß macht“, so Renate Mattick.

Zum ausgeprägten Ordnungssinn ihres Ehemannes fällt ihr ein, wie viel Spaß die Clique bei Besuchen schon mit den Teppichfransen hatte: „Da sie wissen, wie wichtig ihm Ordnung ist, haben sie die Fransen oft verwuschelt.“ Während die eigenen Kinder oft auf ihren Papa verzichten mussten, konnte er es bei den Enkelkindern Lennart und Clara besser machen. Das gilt besonders für die heute 13-jährige Clara, die während der Arbeit ihrer Mutter viel Zeit bei Oma und Opa verbrachte. „Clara ist mein Kind“, sagt Ewald Mattick liebevoll.

Mindestens genauso liebevoll ist der Umgang des Ehepaars miteinander. „Auch wenn jeder seine Freiheit hat, sind wir so viel wie nur möglich füreinander da und genießen das Zusammensein“, berichten sie übereinstimmend.

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