Standortfrage

Die Gemeinde Hellwege sucht nach Plätzen für zwei Mobilfunkmasten

In vielen Gegenden im ländlichen Raum ist ein funktionierendes Mobilfunknetz Mangelware – auch in Hellwege.
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In vielen Gegenden im ländlichen Raum ist ein funktionierendes Mobilfunknetz Mangelware – auch in Hellwege.

Hellwege möchte ein 4G-Mobilfunknetz. Dafür braucht es allerdings zwei entsprechende Funktürme. Jetzt ist die Gemeinde auf der Suche nach Standorten - und hat daher zu einer Informationsveranstaltung eingeladen.

Hellwege – „Manchmal dauert es Stunden, bis ein eingegangener Anruf bei mir auf dem Handy angezeigt wird“, sagt Hellweges Bürgermeister Wolfgang Harling (SPD) – und verdeutlich bei einer Informationsveranstaltung zum Thema Mobilfunkmasten am Dienstagabend im Hellweger Heimat- und Kulturhaus das Problem, das Hellwege nach wie vor beschäftigt: Während woanders der Ausbau in Richtung 5G-Mobilfunkstandard läuft, hinkt Hellwege beim 4G-Netz noch hinterher.

Bereits im August hatte die Gemeinde bei einer Ratssitzung mögliche Standorte für die zwei Mobilfunkmasten vorgestellt, die es für die notwendige Ausleuchtung, wie die Technik genannt wird, des Ortes bräuchte. Darauf hatte es mehrere Rückmeldungen gegeben, sodass Harling nun zu einer Informationsveranstaltung geladen hatte – mit neuen Standortvorschlägen im Gepäck: zum einen am Ende des Viehwegs („Hellwege-Ost“) und rund 100 Meter hinter dem Ende der Wohnbebauung nahe des Bremer Damms („Hellwege-West“). An diesen beiden Positionen hätten die Masten 3,2 Kilometer Luftlinie Abstand und würden den Ort ausreichend ausleuchten.

Generell ist aber noch nichts in Stein gemeißelt.

Wolfgang Harling

Wenig verändern werde sich mit den neuen anvisierten Standorten am Breitenfeldermoor. „Dort wird es zwar besser, aber nicht so gut wie in Hellwege“, so Harling. „Die Anwohner dort könnten eher davon profitieren, wenn zwischen Hellwege und Ahausen noch ein Mast kommt – aber das ist noch unklar.

„Generell ist aber noch nichts in Stein gemeißelt“, betont Harling. „Anforderung bei der Suche nach einem Standort war, dass die Masten aufgrund der Strahlung nicht zu nahe am Ort stehen, aber gleichzeitig das Landschaftsbild nicht zu sehr beeinträchtigt wird.“

Dazu umfassten die Anforderungen, denen sich die mit der Standortsuche beauftragte Firma Acon gegenüber sieht, dass die Türme weit genug von der Wohnbebauung entfernt, nicht in Naturschutzgebieten und noch im erreichbaren 500-Meter-Radius für die Stromversorgung stehen sollen.

Ausschlussgebiet rund um den Flugplatz

Diesem Katalog gerecht zu werden, entpuppt sich als schwierig: Die Betreiber des Flugplatzes Weser-Wümme hatten einen im August vorgestellten Vorschlag für den Funkmast „Hellwege West“ nahe der Sandgrube kritisiert. „Da geht es offenbar um die Gefährdung der Flüge“, sagt Harling. Und das vom Flugplatzbetreiber vorgelegte Ausschlussgebiet begrenzt die Optionen weiter. Auch eine Anwohnerin aus dem Viehweg kritisiert die gesundheitsschädliche Strahlung der Masten in der Nähe von Wohnbebauung. „Dabei ist dieser Standort nicht allzu dicht an der Bebauung. Und einen Platz ohne jegliche Nähe zum Ort zu finden wird nicht möglich sein“, macht Harling deutlich. „Irgendwo müssen die Masten hin. Und egal, wo das ist, es wird immer jemanden treffen.“

Derzeit muss die Gemeinde weder für die Standortsuche noch für den Bau der Mobilfunkmasten zahlen. Das hängt allerdings davon, welcher Standort es schlussendlich wird, liegt er mehr als 500 Meter von einem Stromanschluss entfernt, muss die Gemeinde für jeden weiteren notwendigen Meter zahlen. „Nehmen wir an, wir sperren uns bei der Standortsuche weiter hier und da, dann müssen wir das begründen“, so Harling.

Bei beiden Masten handelt es sich um zwei maximal 53 Meter hohe Gittertürme. Welcher Mobilfunkanbieter – beispielsweise Telekom, Vodafone oder Telefónica – sie betreiben wird, ist noch unklar. Die Standortfrage soll in der nächsten Ratssitzung auf der Tagesordnung stehen. Dann, so Harlings Vorhaben, soll eine Entscheidung fallen.

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