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Sottrum: Die Bürgerenergiegenossenschaft will in die Fläche

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Von: Matthias Röhrs

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Zwei Autos werden nun beim Carsharing in Sottrum genutzt. Sehr zur Freude von Lühr Klee (v.l.), Michael Schröck und Gilberto Gaidano.
Zwei Autos werden nun beim Carsharing in Sottrum genutzt. Sehr zur Freude von Lühr Klee (v.l.), Michael Schröck und Gilberto Gaidano. © Röhrs

Die Bürgerenergiegenossenschaft Sottrum möchte wachsen. Für das E-Carsharing gibt es jetzt ein zweites Auto, zudem sind einige Solar-Projekte. Die Genossenschaft will jetzt mehr in die Fläche gehen und andere Gemeinden von sich überzeugen.

Sottrum – Seit etwas mehr als einem Jahr ist die Bürgerenergiegenossenschaft Sottrum (Begs), die sonst einige Zeit eher im Stillen gewirkt hatte, im öffentlichen Bewusstsein des Wieste-Ortes angekommen. Vor allem durch das E-Carsharing, mit dem man nun den nächsten Schritt machen möchte, hat man für eigene Verhältnisse viele neue Mitglieder gewinnen können.

Aber nicht nur mit dem Carsharing möchte man weiter wachsen, außerdem hat der Vorstand um Gilberto Gaidano die Direktive Expansion ausgerufen. Man möchte sich jetzt auch in den anderen Gemeinden der Samtgemeinde engagieren – es soll in die Fläche gehen.

Mittlerweile hat die Begs ein zweites Fahrzeug angeschafft. Der frühere „Zweitwagen“ war Gaidanos privater gewesen, den er sozusagen als Werbemittel und Testauto für die Begs einsetzte. Das möchte er in Zukunft nur noch machen, wenn Ersatz gebraucht wird. Der Zeitpunkt sei gut getroffen gewesen, blickt Gaidano auf die Anfänge des E-Carsharings zurück. Das war im Mai 2021, doch jetzt nach Ausbruch des Krieges in Osteuropa und dem daraus resultierenden hohen Spritpreisen gebe es ein Umdenken in der Mobilität – auch auf dem Dorf. Die fossile Tankstelle – mehr oder weniger gegenüber der eigenen E-Ladesäule an der Ecke Bremer Straße/Auf der Riege gelegen – sei für die Begs jedenfalls gerade die beste Werbung.

Mittlerweile zählt das Carsharing in Sottrum 35 Nutzer, manche davon sind selbst Mitglieder der Begs. Mehr als 4 000 Kilometer sind zurückgelegt. Die Nutzer haben verschiedene Hintergründe: Oft sind es laut Gaidano junge Menschen, die sich kein eigenes Auto leisten können. Andere können es, wollen es aber nicht. Wiederum andere nutzen das Angebot anstelle eines Zweitwagens oder als Überbrückung während sie auf ihr eigenes E-Auto warten. Die Samtgemeinde nutzt die Wagen als dritten Dienstwagen auf Abruf und Michael Schröck, Horstedts Bürgermeister und Architekt, hat sein eigenes Fahrzeug einem Mitarbeiter zur Verfügung gestellt und nutzt nun in der Hauptsache das E-Auto der Begs.

Die Gemeinde Horstedt ist die nächste Partnerin der Genossenschaft. Auf dem Dach der örtlichen Kita und des Tine-Meyer-Hauses entstehen in Zusammenarbeit Solaranlagen. „Da haben wir viel Nutzen von“, sagt Schröck. Der Platz ist nicht schlecht gewählt, so Lühr Klee von der Begs. Denn der tagsüber erzeugte Strom könne direkt von der Kita genutzt werden. Es gebe laut dem Horstedter Bürgermeister Überlegungen, außerdem eine E-Ladesäule anzuschließen – analog zur Säule in Sottrum, die von einer Solaranlage auf der benachbarten Lagerhalle gespeist wird.

Als weitere Projekte sind Anlagen auf dem Dach der Hellweger Sporthalle im Gespräch. Zudem bietet sich die Begs an, eventuelle Bürgerbeteiligungen bei den fast überall in der Region angedachten Solarparks zu übernehmen. Die Anwohner könnten dann in die Begs eintreten und dann von den Anlagen profitieren. In Ahausen möchte man sich bald deswegen den Bürgern vorstellen.

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